|
München (ots) - Wie werde ich selbstbewusster? Wie finde ich finanzielle
Stabilität? Wie heile ich meine Traumata? Mit diesen Fragen wenden sich Menschen
an den selbsternannten Life-Coach Markus Streinz. In wöchentlichen, oft
stundenlangen Zoom-Calls verspricht der Österreicher Orientierung, Halt und
persönliche Transformation. Doch was steckt dahinter? Das zeigt die Wissensdoku
"Manipulation: Wenn Coaching zur Gefahr wird" ab Montag, 22. Juni 2026, in der
ARD Mediathek.
Was Markus Streinz anbietet, klingt nach einem Ausweg: ein Leben frei von
Blockaden, klarer, erfolgreicher, erfüllter. Auch Eva und Manuel folgen diesem
Versprechen. Sie finden in Markus Streinz und seiner "Liberator Academy"
zunächst, wonach sie gesucht haben: Zugehörigkeit, Anerkennung, scheinbar
einfache Antworten. Doch hinter dieser Fassade entfaltet sich ein System
gezielter Manipulation.
Die Betroffenen werden immer tiefer in ein geschlossenes, sektenähnliches System
geführt, in dem Kritik keinen Platz mehr hat. Schritt für Schritt werden
psychologische Mechanismen wirksam: Love Bombing schafft emotionale Bindung,
Gaslighting untergräbt die eigene Wahrnehmung, Zweifel werden als persönliches
Scheitern umgedeutet. Beziehungen zu Familie und Freunden geraten unter Druck,
bis Isolation entsteht. Aus Vertrauen wird Abhängigkeit, aus Orientierung
Kontrolle. Auch Eva und Manuel geraten immer tiefer in diesen Sog und verlieren
dabei Stück für Stück den Halt im eigenen Leben.
Eine Mutter erlebt diese Entwicklung aus einer anderen Perspektive. Sie bleibt
anonym aus Angst um ihr Kind, das noch immer Teil der Gruppe ist. Ohnmächtig
beobachtet sie, wie sich ihr eigenes Kind verändert, sich entfernt, nicht mehr
erreichbar scheint. Ihre Stimme macht deutlich, was diese Systeme auch im Umfeld
anrichten: Sorge, Verlust, Sprachlosigkeit. Ihre größte Angst: dass ihrem Kind
Gewalt angetan wird - und das ist nicht weit hergeholt.
Denn Markus Streinz propagiert Gewalt als angeblichem Bestandteil von "Heilung"
und Aggression als notwendigen Entwicklungsschritt - verbal wie körperlich. Was
als "Ritual" und Grenzerfahrung inszeniert wird, ist in Wirklichkeit rohe
Gewalt: Würgen, Schlagen - insbesondere gegenüber Frauen.
Für Eva und Manuel wird der Ausstieg zu einem existenziellen Kraftakt. Als sie
sich lösen, haben sie bereits viel verloren: finanziell, emotional und sozial.
Erst im Rückblick wird das Ausmaß der Manipulation sichtbar.
Die Dokumentation verknüpft persönliche Erfahrungen mit der Einordnung durch
Expertinnen wie der Kriminalpsychologin Lydia Benecke, der Sektenberaterin
Bianca Liebrand oder der Investigativjournalistin Christiane Hawranek. Sie
zeigen, wie solche Systeme funktionieren, warum manche Menschen für sie anfällig
sind und warum es so schwer ist, sich ihnen zu entziehen.
"Manipulation: Wenn Coaching zur Gefahr wird" ist für akkreditierte
Berichterstattende ab sofort im BR-Vorführraum zu sehen. Online unter:
https://pressestelle.br-online.de/index.php
Veröffentlichungstermin:
Montag, 22. Juni 2026: http://www.ardmediathek.de
Manipulation: Wenn Coaching zur Gefahr wird
Autorin: Caroline Hofmann
Redaktion: Daniel Schwenk, Nicoletta Renz
Fotos über: http://www.br-foto.de/ , E-Mail: mailto:bildmanagement@br.de
Pressekontakt:
BR-Pressestelle
Wolfgang Zehentmeier
E-Mail: mailto:Wolfgang.Zehentmeier@br.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/7560/6291723
OTS: BR Bayerischer Rundfunk
|