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Berlin (ots) - Am 12. Juni 1929 wurde Anne Frank geboren. Seit zehn Jahren
organisiert das Anne-Frank-Zentrum den bundesweiten Anne-Frank-Tag als
Aktionstag an Schulen. Unter dem Motto "Geschichten erzählen" stellt das
Anne-Frank-Zentrum kostenlose Lernmaterialien für Schulen bereit, die den
Schülerinnen und Schülern vermitteln, wie aktiv Erinnern betrieben werden muss,
damit die Verfolgung und Ermordung der Jüdinnen und Juden im Holocaust nicht in
Vergessenheit geraten.
Nancy Faeser, Fachpolitikerin der SPD-Bundestagsfraktion:
"Wir erinnern an das Leben und Vermächtnis von Anne Frank, deren Tagebuch bis
heute weltweit Menschen bewegt und mahnt. In einer Zeit, in der demokratische
Werte zunehmend unter Druck geraten, antisemitische Vorfälle zunehmen und
historische Fakten immer häufiger relativiert oder infrage gestellt werden,
kommt der Demokratiebildung und der aktiven Erinnerungskultur eine besondere
Bedeutung zu. Die Geschichte Anne Franks macht deutlich, wohin Ausgrenzung, Hass
und die Missachtung demokratischer Grundwerte führen können. Das persönliche
Schicksal Anne Franks ermöglicht insbesondere jungen Menschen eine unmittelbare
Identifikation, ein wichtiger Zugang zur Auseinandersetzung mit dem
beispiellosen Menschheitsverbrechen der Shoah. Erinnerungskultur bedeutet weit
mehr als das Bewahren historischer Ereignisse. Sie schafft Bewusstsein für die
Notwendigkeit, Diskriminierung entgegenzutreten und sich für Demokratie,
Vielfalt und Menschenrechte einzusetzen. Gerade deshalb müssen Demokratiebildung
und Erinnerungskultur auch künftig konsequent gefördert und gestärkt werden. Sie
sind Investitionen in eine offene, vielfältige und solidarische Gesellschaft."
Helge Lindh, Fachpolitiker der SPD-Bundestagsfraktion:
"Der Antisemitismus hat sein Erscheinungsbild verändert. Seine Wirkung ist
geblieben. Jüdinnen und Juden berichten über zunehmende Anfeindungen, Isolation,
offene Gewalt und Drohungen. Antisemitismus bildet eine Brücke zwischen
verschiedenen antidemokratischen Ideologien und Protestbewegungen. Es ist
wichtig, dass wir uns diesen Erscheinungsformen unabhängig des
politisch-weltanschaulichen, sozialen und religiösen Milieus stellen. Das
Anne-Frank-Zentrum nimmt das Erbe von Anne Frank auf und stärkt nicht nur die
Auseinandersetzung mit dem Menschheitsverbrechen der Shoah, sondern regt die
Sensibilität für heutigen Antisemitismus und die reale Gefahr des Antisemitismus
im Hier und Jetzt an."
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