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Berlin (ots) - Wie nordkoreanische Sportfans priesen und beklatschen die
Teilnehmer*innen am Treffen von Koalitionsausschuss und Sozialpartnern
ebendieses. Die IG-Metall-Chefin Christiane Brenner erklärte nach dem
dreieinhalbstündigen Treffen sogar: "Sie sehen mich gut gelaunt." Warum? Hat
Merz sich wieder verhaspelt und zum Affen gemacht, oder lief das Treffen einfach
besser ab als erwartet?
Alles ist relativ, wie Einstein mal bemerkt hat. So wirkt ein Austausch der
eigenen Perspektiven ohne Merz'sche Brüllerei und im Kontext der Streit
gewohnten Regierungsnormalität wohl schon wie ein Durchbruch. Glückwunsch! Man
konnte sich darauf einigen, dass es Probleme im Land gibt. Das hätte jeder den
Herrschaften sagen können, der ein, zugegeben, ausgeklügeltes Analysesystem
nutzt: Man nehme seinen Lohnzettel und vergleiche diesen mit den eigenen
Fixausgaben mit besonderem Augenmerk auf die Miete. Schon ist klar: Es ist etwas
faul im Staate ... Deutschland - auch nichts Neues.
Tatsächlich neu ist die Bereitschaft der Bundesregierung, in Zukunft weitere
Gespräche mit den Sozialpartnern zu führen. Das wurde vonseiten der Union zuvor
abgelehnt. Künftige Treffen, bei denen es um die unterschiedlichen Lösungswege
in Bezug auf die Probleme gehen wird, dürften jedoch weniger harmonisch
ausfallen. Hoffentlich. Sonst wäre nicht ganz klar, warum es Gewerkschaften
gibt.
In einem gemeinsamen Statement der Vorsitzenden der IG Metall, von Verdi, der
IGBCE und des DGB heißt es gen Ende: "Jetzt kommt es darauf an, die richtigen
Entscheidungen zu treffen." Na, ob das mit dieser Regierung überhaupt möglich
ist? Eher unwahrscheinlich.
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