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Stuttgart (ots) - Der prämierte Artikel zeigt Risiken für die journalistische
Qualität und demokratische Öffentlichkeit auf, wenn Social Media-Plattformen den
Zugang zu Nachrichten bestimmen. Die Autoren stellen konkrete Lösungsansätze für
Plattformen, Politik und Redaktionen vor / Preisverleihung per Livestream am
Mittwoch, 17. Juni 2026, ab 18:30 Uhr
Soziale Medien haben die Art und Weise der öffentlichen Kommunikation stark
verändert: Bestimmten früher insbesondere professionelle Medienschaffende über
die Verbreitung von Informationen, so erreichen heutzutage auch Social
Media-Influencer oder andere Personen ohne journalistische Ausbildung ein großes
Publikum. Klassische Nachrichtenmedien sind mittlerweile auf diese sozialen
Plattformen angewiesen, um weiterhin die Menschen zu erreichen - sie müssen sich
dabei den Regeln und Erwartungen dieser Plattformen anpassen, was die Qualität
der Nachrichten beeinträchtigen kann. Ausgehend von dieser Plattformisierung
bietet der Artikel von Schneiders und Stark einen ganzheitlichen Ansatz, um die
Probleme zu analysieren und Lösungen zu finden.
Sicherung der Nachrichtenqualität in plattformbasierten Nachrichtenökosystemen
Schneiders und Stark entwickeln ein innovatives und klar strukturiertes Modell,
das systematisch Produktion, Distribution und Rezeption von Nachrichtenqualität
analysiert und damit den Prozess der Erstellung und Verbreitung von Nachrichten
ganzheitlich betrachtet. Der Artikel verbindet zentrale Debatten der
Kommunikationswissenschaft - wie den Einfluss sozialer Medien, die Rolle von
Meinungsführern und die Bedeutung demokratischer Öffentlichkeit - zu einem
verständlichen und gut durchdachten Modell. So werden die komplexen
Veränderungen durch soziale Medien nicht nur beschrieben, sondern auch
analysiert und verglichen. Darüber hinaus leistet die Arbeit einen bedeutenden
Beitrag zur Weiterentwicklung normativer Maßstäbe von Nachrichtenqualität: Die
präzise und zugleich praxisnahe Definition von Qualität (Aspekte wie
Genauigkeit, Relevanz, Vielfalt und Unabhängigkeit) schafft eine tragfähige
Grundlage für Forschung und Regulierung. Besonders wertvoll ist dabei die
Verknüpfung von Analyse und Handlungsempfehlungen - dazu gehören Vorschläge wie
die Förderung journalistischer Produktion über algorithmische Transparenz bis
hin zur Stärkung von Medienkompetenz. Diese Empfehlungen sind sowohl theoretisch
fundiert als auch politisch anschlussfähig, insbesondere im europäischen
Kontext.
Begründung der Jury
Die Jury zeichnet den Artikel "Ensuring News Quality in Platformized News
Ecosystems: Shortcomings and Recommendations for an Epistemic Governance" der
Kommunikationswissenschaftler Dr. Pascal Schneiders und Prof. Dr. Birgit Stark
von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz aus, der durch seine
gesellschaftliche Relevanz besticht: Der Beitrag adressiert zentrale
Herausforderungen demokratischer Öffentlichkeit in einer von Plattformen
geprägten Medienumgebung und zeigt überzeugend, wie die Sicherung von
Nachrichtenqualität eng mit den epistemischen Rechten der Bürgerinnen und Bürger
verbunden ist. Insgesamt handelt es sich um eine herausragende, interdisziplinär
anschlussfähige und politisch hoch relevante Arbeit, die sowohl für die
wissenschaftliche Diskussion als auch für medienpolitische Entscheidungsprozesse
wegweisende Impulse liefert.
SWR Intendant Kai Gniffke: "Was macht die Qualität von Nachrichten aus? Die
Arbeit liefert dazu ein hilfreiches Modell in drei Stufen: Es braucht
hochwertige Recherche und Informationen, gute Sichtbarkeit auf Plattformen, um
die Menschen zu erreichen und unbedingt ein hohes Maß an Verständlichkeit. Wenn
all das zutrifft, können Nachrichten dazu beitragen, dass die Menschen gut
informiert sind und so sinnvolle Diskussionen in der Gesellschaft stattfinden."
Die Rektorin der Universität Tübingen, Professorin Karla Pollmann sagt: "Die
Qualität öffentlich zugänglicher Information definiert die Substanz unserer
demokratischen Kultur. Forschung wie die von Pascal Schneiders und Birgit Stark
verbindet analytische Schärfe mit einem klaren Verantwortungsbewusstsein für die
Gesellschaft. Sie zeigt, dass wir die Gestaltung digitaler Öffentlichkeiten
nicht allein technologischen Dynamiken überlassen dürfen, sondern sie aktiv und
gemeinsam im Sinne von ethischer Transparenz, Vielfalt und Verlässlichkeit
weiterentwickeln müssen."
Über den Autor und die Autorin
Dr. Pascal Schneiders ist Wissenschaftler am Department of Communication der
Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seine Forschungsschwerpunkte sind
Plattformisierung, Nachrichtenqualität und Medienpolitik im digitalen Wandel.
Schneiders arbeitet insbesondere an Fragen epistemischer Governance und
demokratischer Öffentlichkeit. Im November 2024 promovierte er am Institut für
Publizistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zum Thema
Plattformisierung des Nachrichtenökosystems.
Dr. Birgit Stark ist Professorin für Kommunikationswissenschaft an der Johannes
Gutenberg-Universität Mainz. Ihr Fokus liegt auf Mediennutzung, digitale
Öffentlichkeit und Regulierung von Plattformen. Sie hat eine langjährige
Expertise in empirischer Kommunikationsforschung und Medienpolitikberatung.
Hintergrund: Der Hans Bausch Mediapreis des SWR
Die gemeinnützige Stiftung Hans Bausch Mediapreis des SWR dient der Förderung
von Wissenschaft, Forschung und Innovation im Medienbereich. Dies wird durch die
Verleihung des gleichnamigen Mediapreises in Höhe von 5.000 Euro verwirklicht,
der einmal jährlich für eine wissenschaftliche Arbeit im deutschsprachigen Raum
verliehen wird. Bei der Verleihung des Preises kooperiert der SWR eng mit dem
Institut für Medienwissenschaft der Universität Tübingen.
Fachjury aus Medienpraxis und -forschung
Mitglieder des Vorstandes der Stiftung sowie der personenidentischen Jury sind:
- Professor Kai Gniffke, SWR Intendant sowie Vorsitzender Vorstand und Jury des
Hans Bausch Mediapreises des SWR
- Stefanie Schneider, SWR Landessenderdirektorin Baden-Württemberg
- Thomas Dauser, SWR Direktor Innovationsmanagement und Digitale Transformation
- Professorin Tanja Thomas, Lehrstuhl für Medienwissenschaft an der Universität
Tübingen mit dem Schwerpunkt Transformation der Medienkultur
- Professorin Martina Thiele, Lehrstuhl für Medienwissenschaft an der
Universität Tübingen mit dem Schwerpunkt Digitalisierung und gesellschaftliche
Verantwortung
- Professor Christian Nuernbergk, Lehrstuhl für Medien- und
Kommunikationswissenschaft an der Universität Trier
Pressekontakt:
Stefanie Zenke, Südwestrundfunk, Unternehmenssprecherin Telefon +49 711
929-11030 kommunikation@SWR.de
Christfried Dornis, Universität Tübingen, Leiter Stabsstelle
Hochschulkommunikation, Telefon +49 7071 29-76788, presse@uni-tuebingen.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/7169/6293446
OTS: SWR - Südwestrundfunk
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