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Frankfurt am Main (ots) -
- Anteil der von Fachkräftemangel betroffenen Unternehmen hat sich seit 2022
mehr als halbiert
- Rückgang vor allem Folge der anhaltenden Wirtschaftsschwäche
- Besonders häufig fehlen Fachkräfte in der Bauwirtschaft und im
Dienstleistungssektor
In Deutschland fehlen weiterhin Fachkräfte, aber deutlich weniger als noch vor
drei Jahren. Zu Beginn des zweiten Quartals 2026 meldeten 21 Prozent der
Unternehmen in Deutschland Behinderungen ihrer Geschäftstätigkeit durch
Fachkräftemangel - vor vier Jahren war es noch mehr als doppelt so viele. Vor
allem der Industrie fehlt weniger Personal, während Bauwirtschaft, viele
Dienstleistungsbranchen sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nach wie vor
stark unter Engpässen leiden.
Der Rückgang folgt einem klaren Muster: In Bereichen, in denen die Wirtschaft
schwächelt, entspannt sich der Fachkräftemangel deutlich. In der Industrie
berichten nur noch 14 Prozent der Unternehmen von Engpässen, nach einem
Höchststand von 44,5 Prozent im dritten Quartal 2022. Viele Firmen kämpfen mit
schwacher Nachfrage, hohen Energiekosten und internationalem Wettbewerbsdruck.
Sie stellen deshalb weniger ein. Dadurch geht der Fachkräftemangel zurück,
obwohl sich das strukturelle Angebot an Fachkräften kaum verbessert hat.
Anders sieht es dort aus, wo die Nachfrage nach Leistungen trotz Flaute hoch
bleibt oder sogar wächst. Im Dienstleistungsbereich sind 25 Prozent der
Unternehmen von Fachkräftemangel betroffen und damit deutlich mehr als im
Durchschnitt. Angespannt ist die Lage etwa in der Rechts- und Steuerberatung, im
Verkehrssektor, in der Gastronomie sowie bei Architektur- und Ingenieurbüros und
der Gebäude- und Gartenbetreuung. Im Bauhauptgewerbe meldet knapp ein Drittel
der Betriebe Einschränkungen durch fehlende Fachkräfte. Hier stabilisieren
insbesondere öffentliche Investitionen in Straßen, Schienen, Kanäle,
Rohrleitungen und Kabelnetze die Nachfrage nach Bauleistungen.
Besonders betroffen vom Fachkräftemangel sind Mittelständler. Im April 2026
waren 22 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen in ihrer
Geschäftstätigkeit durch Fachkräftemangel beeinträchtigt, bei den
Großunternehmen waren es mit 19,3 Prozent deutlich weniger. Im Verarbeitenden
Gewerbe ist der Abstand noch größer: 18,3 Prozent der Mittelständler, aber nur
acht Prozent der Großunternehmen melden Engpässe. Mittelständler können im
Wettbewerb um Fachkräfte oft weniger attraktive Bedingungen als Großunternehmen
bieten.
"Der Fachkräftemangel in deutschen Unternehmen hat etwas nachgelassen. Leider
ist das allerdings vor allem auf die anhaltende Wirtschaftsschwäche
zurückzuführen", sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. "Der
Fachkräftemangel wird voraussichtlich wieder anziehen, wenn die konjunkturelle
Lage sich bessert. Wichtig ist es daher, bei der Umsetzung von Gegenmaßnahmen
nicht nachzulassen. Junge Menschen sollten für Mangelberufe begeistert werden.
Lebenslange Weiterbildung, die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von Frauen und
Älteren und Fachkräfteeinwanderung sind weitere wichtige Bausteine, um den
Arbeitsmarkt dauerhaft zu entlasten."
Den KfW-ifo-Fachkräftebarometer finden Sie unter: KfW-ifo-Fachkräftebarometer |
KfW (https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Service/Download-Center/Konzernthemen/
Research/Indikatoren/KfW-ifo-Fachkr%C3%A4ftebarometer/)
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