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WIESBADEN (ots) -
- 3,3 Millionen Menschen sind seit 1950 aus Gründen von Flucht und Vertreibung
nach Deutschland eingewandert
- Menschen aus der Ukraine und Syrien machen knapp die Hälfte der wegen Flucht
und Vertreibung seit 1950 eingewanderten Personen aus
- Etwa 700 000 noch lebende Vertriebene des Zweiten Weltkriegs
In Deutschland lebten im Jahr 2025 über 4 Millionen Menschen, die aus Gründen
von Flucht, Vertreibung oder auf der Suche nach internationalem Schutz
eingewandert sind. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des
Weltflüchtlingstags sowie des Gedenktags für die Opfer von Flucht und
Vertreibung am 20. Juni 2026 auf Basis von Erstergebnissen des Mikrozensus
mitteilt, sind 3,3 Millionen Menschen seit 1950 aus Gründen von Flucht und
Vertreibung zugewandert. Bei weiteren 713 000 Menschen handelt es sich um
Vertriebene des Zweiten Weltkriegs, die vor 1950 zugewandert sind.
1,1 Millionen Personen zwischen 2022 und 2025 nach Deutschland geflohen
Von den 3,3 Millionen Eingewanderten, die seit 1950 aus Gründen von Flucht, Asyl
und internationalem Schutz nach Deutschland kamen und heute noch hier leben, ist
ein Drittel (1,2 Millionen) in den Jahren 2014 bis 2021 eingewandert, ein
weiteres Drittel (1,1 Millionen) von 2022 bis 2025. Weitere 476 000 heute in
Deutschland lebende Personen sind zwischen 1990 und 2000 nach Deutschland
geflohen, unter anderem aufgrund der Kriege auf dem Gebiet des früheren
Jugoslawiens. Die geflüchteten Zugewanderten waren 2025 durchschnittlich 39
Jahre alt, 45 % waren Frauen und 55 % Männer.
Jede vierte (25 % bzw. 832 000) der 3,3 Millionen eingewanderten Personen, die
hauptsächlich aus Gründen von Flucht, Asyl und internationalem Schutz nach
Deutschland gekommen sind, wurde in der Ukraine geboren. Gut jede fünfte Person
(22 % bzw. 732 000 Menschen) stammte aus Syrien. Damit stellen diese beiden
Herkunftsländer bereits knapp die Hälfte aller im Jahr 2025 in Deutschland
lebenden und seit 1950 eingewanderten Geflüchteten. Weitere 316 000 Menschen
stammen aus Afghanistan und 186 000 aus dem Irak. Danach folgen die Türkei (146
000), Polen (120 000) und der Iran (117 000) als wichtigste Herkunftsstaaten.
Gemessen an der Bevölkerungszahl war der Anteil der seit 1950 aus Gründen von
Flucht und Vertreibung Eingewanderten am höchsten in Bremen (7,3 %), gefolgt von
Hamburg (6,3 %), dem Saarland (5,7 %) und Hessen (4,8 %).
Vertriebene des Zweiten Weltkrieges heute durchschnittlich 85 Jahre alt
Vertriebene des Zweiten Weltkrieges sind Personen, die in ehemaligen deutschen
Gebieten als deutsche Staatsangehörige geboren und vor 1950 auf das heutige
Staatsgebiet Deutschlands zugewandert sind. Sie mussten ihre Heimat im
Zusammenhang mit den Ereignissen des Zweiten Weltkrieges infolge Vertreibung,
Flucht und Ausweisung verlassen. Die in Deutschland lebenden 713 000
Vertriebenen des Zweiten Weltkrieges waren 2025 durchschnittlich 85 Jahre alt,
61 % waren Frauen und 39 % Männer.
Die meisten Vertriebenen leben gemessen an ihrem Anteil an der Bevölkerung in
Mecklenburg-Vorpommern (2,3 %) gefolgt von Sachsen-Anhalt (1,5 %), Brandenburg
und Thüringen (je 1,4 %).
Methodische Hinweise:
Bei den Daten zu Geflüchteten und Vertriebenen handelt es sich um Erstergebnisse
des Mikrozensus 2025. Der Mikrozensus ist eine Stichprobenerhebung, bei der
jährlich rund 1 % der Bevölkerung in Deutschland befragt wird. Alle Angaben
beruhen auf Selbstauskünften der Befragten. Um aus den erhobenen Daten Aussagen
über die Gesamtbevölkerung treffen zu können, werden die Daten an den Eckwerten
der Bevölkerungsfortschreibung hochgerechnet.
Eine Person gilt als Eingewanderte/r, wenn sie selbst seit 1950 nach Deutschland
eingewandert ist. Weitere Definitionen zu den Begriffen bietet ein Glossar im
Internetangebot des Statistischen Bundesamtes.
Wie bei allen Angaben im Mikrozensus handelt es sich auch bei der Frage nach dem
Hauptgrund der Zuwanderung um eine Selbsteinschätzung des oder der Befragten,
die nicht zwingend dem offiziellen Aufenthaltstitel entspricht. Dadurch können
sich Abweichungen zur Statistik der Schutzsuchenden auf Basis des
Ausländerzentralregisters ergeben. Da nur das Hauptmotiv der Zuwanderung im
Mikrozensus erfragt wird, können manche Geflüchteten ggf. auch andere Motive (z.
B. Familienzusammenführung) als Grund ihrer Zuwanderung angeben. Wenn man neben
dem selbst genannten Grund für den Zuzug auch das Geburtsland und das Jahr des
Zuzugs berücksichtigt, käme man für das Jahr 2025 auf rund 3,8 Millionen
Geflüchtete, die seit 1950 eingewandert sind.
Dargestellt ist die Bevölkerung in privaten Hauptwohnsitzhaushalten und nicht
die die Bevölkerung in Gemeinschaftsunterkünften (zum Beispiel in
Flüchtlingsheimen), da für Personen in Gemeinschaftsunterkünften die zur
Auswertung erforderlichen Merkmale gemäß Mikrozensusgesetz (MZG) nicht erhoben
werden.
Weitere Informationen:
Weitere Ergebnisse zur Situation der Bevölkerung nach Einwanderungsgeschichte in
Deutschland bietet der Statistische Bericht "Bevölkerung nach
Einwanderungsgeschichte" sowie die Themenseite "Migration und Integration" im
Internetangebot des Statistischen Bundesamtes.
Darüber hinaus bietet das "Dashboard Integration", das Teil des "Dashboard
Deutschland" (www.dashboard-deutschland.de) ist, ein umfassendes, interaktives
Datenangebot zur Situation eingewanderter Menschen und ihrer Nachkommen. Das
Dashboard präsentiert über 60 Indikatoren aus allen gesellschaftlichen
Bereichen, unter anderem zum Arbeitsmarkt, zu schulischer und beruflicher
Bildung sowie zu Sicherheit und Partizipation.
Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen
und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter
www.destatis.de/pressemitteilungen.
Weitere Auskünfte:
Bevölkerungsstatistische Auswertungen und Analysen aus dem Mikrozensus
Telefon: +49 611 75 2262
www.destatis.de/kontakt
Pressekontakt:
Statistisches Bundesamt
Pressestelle
www.destatis.de/kontakt
Telefon: +49 611-75 34 44
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/32102/6295900
OTS: Statistisches Bundesamt
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