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Berlin (ots) - Zumindest dieses Mal lag Keir Starmer richtig. Nach dem Sieg von
Andy Burnham in der Nachwahl von Makerfield schrieb der Premierminister, dass
sich die Wählerinnen und Wähler für "die Hoffnung" entschieden hatten, nicht für
"die Spaltung und den Hass". Tatsächlich zeigt Burnhams Triumph, dass die
Rechtsaußen-Partei von Nigel Farage, Reform UK, zu schlagen ist, wenn ein
überzeugender Kandidat mit einem progressiven Programm antritt.
Burnham hat sich in den vergangenen Jahren dezidiert links von Starmer
positioniert. Als Bürgermeister von Greater Manchester (2017-2026) verfolgte er
eine Art sozialdemokratische Opposition gegen den neoliberalen
Westminster-Konsens. Sollte er tatsächlich bald Premierminister werden - und die
Chancen dazu stehen gut - dann ist zu hoffen, dass er diese Politik weiterführt.
In seiner Dankesrede am Freitag streifte er einige seiner Prioritäten, darunter
etwa eine stärkere staatliche Kontrolle der Wasser- und Energieversorgung, was
durchaus zu begrüßen wäre.
Ob Burnham als Premier Kurs hielte, da haben die vergangenen Wochen auch Anlass
zu Skepsis gegeben: In etlichen Bereichen hat Burnham während des Wahlkampfs
versucht, seine progressiven Instinkte zu drosseln, wohl um beim Establishment
in London nicht zu viel Panik zu verursachen. So hat er sich etwa weitgehend
hinter die scharfe Migrationspolitik von Innenministerin Shabana Mahmood
gestellt; auch hat er durchblicken lassen, dass er das fiskale Korsett, das sich
Labour angelegt hat, anbehalten werde.
Sollte Burnham tatsächlich bald in der Downing Street 10 einziehen, wird der
Druck, seine rebellische Energie abzulegen, weiter wachsen. Das wäre eine
verpasste Chance für Großbritannien.
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