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Düsseldorf (ots) - Bei einem optimistischen Abend in Düsseldorf mit
Ministerpräsident Hendrik Wüst stand die Kraft von Wissenschaft und Dialog im
Mittelpunkt
Knapp 60 Gäste aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft kamen
am Donnerstagabend auf Einladung des Deutschen Fördererkreises der Universität
Haifa e.V. zum Haifa-Dinner im Industrie-Club Düsseldorf zusammen. Im
Mittelpunkt der Veranstaltung standen die deutsch-israelische
Wissenschaftskooperation sowie die Rolle der Universität Haifa als Ort
akademischer Exzellenz, gelebter Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalts.
Mit einem Anteil von 40 % israelisch-arabischen Studierenden gilt sie als ein
besonderes Beispiel für das Miteinander im vielfältigen Mosaik der israelischen
Gesellschaft.
Im Beisein von Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen ,
und Dr. Stephan Keller, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf ,
wurde die Bedeutung wissenschaftlicher Zusammenarbeit zwischen Deutschland und
Israel hervorgehoben.
Ministerpräsident Hendrik Wüst würdigte in seiner Ansprache die
deutsch-israelischen Beziehungen, die Rolle wissenschaftlicher Kooperationen
sowie die langjährige Verbundenheit Nordrhein-Westfalens mit Israel und Haifa.
Ministerpräsident Hendrik Wüst: "Die Universität Haifa steht für Wissenschaft,
die Brücken baut und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt. Menschen
unterschiedlicher Religionen, Kulturen und Herkunft lernen, forschen und leben
hier miteinander. Der Deutsche Fördererkreis der Universität Haifa leistet dazu
einen wichtigen Beitrag. Er eröffnet jungen Menschen Perspektiven, fördert
gesellschaftliches Engagement und den interkulturellen Dialog. Die Projekte, die
der Förderkreis unterstützt, sind ein wichtiges Zeichen der Solidarität. Gerade
jetzt, wo Antisemitismus auch an deutschen Hochschulen wieder zunimmt, ist das
von besonderer Bedeutung. Universitäten müssen Orte der Freiheit, des offenen
Denkens und des respektvollen Austauschs bleiben. Wenn jüdische Studierende dort
Hass, Ausgrenzung oder Anfeindungen erleben, ist das ein Angriff auf die
Grundwerte unserer demokratischen Gesellschaft. Nordrhein-Westfalen wird
weiterhin mit aller Klarheit gegen Antisemitismus eintreten - an Hochschulen und
Schulen genauso wie auf den Straßen und im digitalen Raum."
Zu den Rednerinnen und Rednern des Abends zählten darüber hinaus der Präsident
der Universität Haifa, Prof. Gur Alroey , die arabisch-israelische
Neurowissenschaftlerin Prof. Hanin Karawani Khoury sowie die
Vorstandsvorsitzende des Deutschen Fördererkreises der Universität Haifa e.V.,
Dr. h.c. Sonja Lahnstein-Kandel .
Die Gespräche konzentrierten sich auf die Rolle der Universität Haifa als eine
der führenden Forschungsuniversitäten Israels und auf ihren Beitrag zu einer
resilienten und gemeinsamen Gesellschaft. Zugleich wurde die Bedeutung
internationaler wissenschaftlicher Kooperationen in Zeiten zunehmender
Polarisierung und akademischer Boykottbestrebungen betont.
Wissenschaftliche Exzellenz und gesellschaftliche Verantwortung
Daran knüpfte Universitätspräsident Prof. Gur Alroey an. Er betonte, dass
Hochschulen nicht nur Orte von Forschung und Lehre seien, sondern auch
Verantwortung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt tragen. Universitäten
müssten Räume schaffen, in denen unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen
und gemeinsame Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen entwickelt
werden können.
"Ich danke unseren deutschen Freunden und Ministerpräsident Hendrik Wüst für die
Gelegenheit, die Universität Haifa vorzustellen - die vielfältigste Hochschule
Israels mit 40 % israelisch-arabischen Studierenden. Ich rufe die Hochschulen in
Deutschland dazu auf, die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Israel zu
vertiefen und akademische Boykotte klar zurückzuweisen: Wissenschaft baut
Brücken, eröffnet Chancen und gestaltet Zukunft. Neben Forschung und Lehre auf
Weltklasseniveau verstehen wir gesellschaftliche Wirkung als unsere dritte
Mission. Als lebendiges Labor des Zusammenlebens fördern wir soziale Mobilität
und stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt - ein Ansatz, der in der Region
des Nahen Ostens einzigartig ist."
Koexistenz und Chancengerechtigkeit als gelebte Praxis
Ein besonderer Schwerpunkt des Abends lag auf den vom Deutschen Fördererkreis
unterstützten Koexistenz- und Stipendienprogrammen der Universität. Dazu zählen
das "Jewish-Arab Community Leadership Program" , das junge jüdische und
arabische Führungspersönlichkeiten zusammenbringt, sowie das "Werner Otto Arab
Israeli Women Graduate Scholarship Program" , das herausragende arabische
Studentinnen auf ihrem Weg zu akademischen Spitzenabschlüssen fördert. Beide
Programme sind einzigartig für Israel und die gesamte Region im Nahen Osten.
Zu den herausragenden Absolventinnen des "Werner Otto-Programms" zählt auch
Prof. Mouna Maroun . Die Neurowissenschaftlerin schrieb Universitätsgeschichte,
als sie zur ersten arabisch-israelischen Rektorin der Universität Haifa berufen
wurde. Ihr Werdegang steht beispielhaft für das Ziel des Stipendienprogramms,
talentierten Frauen den Weg in wissenschaftliche Spitzenpositionen zu eröffnen.
Ein eindrucksvolles Beispiel für die Vielfalt und den integrativen Anspruch der
Universität Haifa verkörpert auch Prof. Hanin Karawani Khoury, Leiterin des
AudioNeuro-Labors der Universität Haifa. In ihrem Beitrag sprach die
arabisch-israelische Wissenschaftlerin über ihre Forschung an den Schnittstellen
von Neurowissenschaft, Hörforschung und Mehrsprachigkeit sowie über die Chancen,
die ein offenes akademisches Umfeld für wissenschaftliche Exzellenz und
gesellschaftliche Teilhabe eröffnet.
"Die Vielfalt an der Universität Haifa prägt meine Forschung jeden Tag aufs
Neue. Die Mehrsprachigkeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in unserem Labor
eröffnet faszinierende Fragen - und ebenso spannende Antworten - zur Plastizität
des Gehirns und zu kognitiven Funktionen. Die Universität Haifa schafft dafür
einzigartige Voraussetzungen: Sie ermöglicht nicht nur bahnbrechende Forschung,
sondern auch einen intensiven Austausch zwischen Menschen mit ganz
unterschiedlichen Perspektiven", erklärte sie.
Nordrhein-Westfalen und Haifa: Eine Verbindung mit Zukunft
In ihrer Ansprache hob Dr. h.c. Sonja Lahnstein-Kandel die besondere Bedeutung
deutsch-israelischer Partnerschaften hervor - gerade in einer Zeit, in der
israelische Wissenschaftseinrichtungen zunehmend mit Boykottaufrufen und
Ausgrenzungsversuchen konfrontiert seien.
"Die Verbindung zwischen Nordrhein-Westfalen und Israel hat seit Jahrzehnten
wunderbare und nachhaltige Projekte hervorgebracht. Dazu zählt beispielsweise
das Jeckes Museum an der Universität Haifa. Jeckes - Einwanderer aus dem
deutschsprachigen Raum, darunter viele aus Nordrhein-Westfalen - brachten einst
Wissen, Unternehmergeist und demokratische Werte aus Deutschland nach Israel.
Heute liegt es an uns, diesen Geist fortzuführen: durch Begegnung, durch
wissenschaftliche Zusammenarbeit und durch die entschlossene Unterstützung jener
Institutionen, die Vielfalt, Dialog und Freiheit täglich leben. Akademischen und
kulturellen Boykotten müssen wir mit Entschlossenheit sowie einer klaren Haltung
und konsequentem Handeln entgegentreten, denn sie stehen all diesen Werten
entgegen", so Dr. h.c. Sonja Lahnstein-Kandel.
Das Haifa-Dinner fand 2026 bereits zum elften Mal statt. Die Veranstaltung
versammelt Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und
Zivilgesellschaft und setzt in Zeiten wachsender Polarisierung ein klares
Zeichen für den deutsch-israelischen Austausch. Zugleich stärkt sie die
Unterstützung für Programme der Universität Haifa, die wissenschaftliche
Exzellenz mit gesellschaftlichem Zusammenhalt verbinden und jungen Menschen
unterschiedlicher Herkunft neue Bildungs- und Entwicklungsperspektiven eröffnen.
Über die Universität Haifa
Die Universität Haifa gilt als eine der vielfältigsten Hochschulen Israels. Rund
19.000 Studierende jüdischer, muslimischer, christlicher, drusischer und
beduinischer Herkunft lernen und forschen dort gemeinsam. Die Hochschule
verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit gesellschaftlicher Verantwortung. Neue
Einrichtungen wie das "Frieze Center for Shared Society", die hochmoderne "Herta
and Paul Amir School of Medicine" sowie ein geplantes "Center for Human Rights"
unterstreichen den langjährigen Anspruch der Universität auch als "die dritte
Mission" - die soziale Verantwortung für die Gesellschaft.
Seit Jahrzehnten engagiert sie sich für ein respektvolles Zusammenleben
unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen. Dass dieser Anspruch gelebte
Realität ist, zeigt ein Blick auf die Studierendenschaft: Rund 40 Prozent der
Studierenden sind arabische Israelis, 68 Prozent Frauen und etwa 44 Prozent
kommen aus einkommensschwachen Familien. Über die Hälfte aller Studierenden sind
die ersten in ihrer Familie, die eine akademische Laufbahn einschlagen. Die
Universität Haifa steht damit beispielhaft für soziale Mobilität,
Chancengerechtigkeit und die Gestaltung einer gemeinsamen, resilienten
Gesellschaft.
Über den Deutschen Fördererkreis der Universität Haifa e.V.
Der Deutsche Fördererkreis der Universität Haifa e.V. unterstützt seit mehr als
fünf Jahrzehnten die Universität Haifa und ihre Programme für akademische
Exzellenz, gesellschaftlichen Zusammenhalt und jüdisch-arabische Koexistenz. Im
Mittelpunkt stehen Stipendien-, Dialog- und Kunstförderprogramme, die jungen
Menschen unterschiedlicher Herkunft gemeinsame Bildungs- und Entwicklungschancen
eröffnen.
Weitere Informationen:
https://www.uni-haifa.de/
https://www.uni-haifa.de/projekte/jewish-arab-community-leadership-program/
https://www.uni-haifa.de/projekte/werner-otto-graduate-arab-women-program/
Pressekontakt:
Deutscher Fördererkreis der Universität Haifa e.V.
Alexandra Stöckigt
E-Mail: mailto:presse.unihaifa@step21.de
Tel.: 0174 3015456
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/168844/6297523
OTS: Deutscher Fördererkreis der Universität Haifa e.V.
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