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Mainz (ots) - Die Bundesregierung ist angetreten, um unter anderem bei den
Themen Rente, Gesundheit, Pflege und Steuern grundlegende Reformen in Angriff zu
nehmen. In einem neuen Anlauf sollen jetzt bis zum Sommer entsprechende Reformen
von der Koalition beschlossen und vorgelegt werden. Dass ihr dies gelingt,
bezweifeln allerdings 73 Prozent und nur 24 Prozent glauben, dass die
Bundesregierung das schaffen wird ( Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden
jeweils "weiß nicht"). Die Schuld, dass die Regierung bei diesen Reformen zum
Teil nur schwer vorankommt, wird dabei von einer großen Mehrheit (71 Prozent)
allen beteiligten Koalitionären gleichermaßen zugeschrieben, 14 Prozent machen
dafür hauptsächlich die SPD verantwortlich, 8 Prozent die CDU und 4 Prozent die
CSU.
Dabei werden grundlegende Reformen, die auch zu Einschnitten und finanziellen
Belastungen führen, von 87 Prozent als sehr wichtig oder wichtig bezeichnet.
Lediglich 10 Prozent sehen das nicht so.
Gleichzeitig gibt es aber erhebliche Zweifel an der Reformbereitschaft in
unserem Land: Nur 19 Prozent gehen davon aus, dass die Bereitschaft für solche
Reformen groß ist. Gut drei Viertel (78 Prozent) glauben nicht, dass hierfür bei
uns alles in allem eine hohe Bereitschaft vorhanden ist. Auch die Bereitschaft
im Rahmen dieser Reformen persönlich große Belastungen hinzunehmen, ist mit 25
Prozent eher gering. 72 Prozent wären dazu nicht bereit.
Allerdings erwarten auch nur 23 Prozent, dass die Bundesregierung mit ihren
Reformen einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Probleme in Deutschland leisten
wird, 74 Prozent und Mehrheiten in allen Parteianhängergruppen außer der CDU/CSU
bezweifeln das.
Projektion: AfD weiter vor der Union
Weiterhin ist die AfD - jetzt mit einem neuen Rekordwert - in der
Politbarometer-Projektion stärkste Partei: Wenn am nächsten Sonntag wirklich
Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU auf 24 Prozent (minus 1) und die AfD auf
28 Prozent (plus 1). Die SPD würde sich leicht auf 13 Prozent (plus 1)
verbessern, die Grünen kämen nur noch auf 12 Prozent (minus 2) und die Linke auf
11 Prozent (unverändert). Die FDP erhielte 4 Prozent (plus 1) und alle anderen
Parteien zusammen 8 Prozent (unverändert), darunter keine Partei, die mindestens
drei Prozent erreichen würde. Mit diesem Ergebnis hätte Schwarz-Rot weiterhin
keine Mehrheit.
Brandmauer
Nicht nur auf Bundesebene werden Mehrheiten jenseits der AfD immer schwieriger.
Deshalb stellt sich insbesondere für die CDU die Frage, wie sie sich zur AfD und
zur Partei Die Linke positioniert. Dass die CDU eine politische Zusammenarbeit
mit der AfD ablehnt, finden 63 Prozent richtig und 35 Prozent nicht richtig.
Eine Zusammenarbeit mit der Linken wird mehrheitlich aber anders gesehen: Dass
die CDU auch diese ablehnt, finden nur 37 Prozent aller Befragten richtig und 57
Prozent nicht richtig. Die Anhänger der Union sprechen sich allerdings
mehrheitlich sowohl gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD (79 Prozent zu 19
Prozent) als auch mit der Linken (60 Prozent zu 34 Prozent) aus.
Top Ten: kein eindeutiger Trend
Bei der Beurteilung nach Sympathie und Leistung ("Was halten Sie von?") liegt
Verteidigungsminister Boris Pistorius weiterhin auf Platz eins. Er wird auf der
Skala von +5 bis -5 mit einem Durchschnittswert von 1,5 (hier und im Folgenden
Vergleichswert von Anfang Juni: 1,6) beurteilt. Es folgen Cem Özdemir mit 1,0
(1,1) und Johann Wadephul mit 0,3 (0,4). Danach beginnt der Negativbereich: Lars
Klingbeil wird mit minus 0,4 (minus 0,4) beurteilt, Bärbel Bas mit minus 0,7
(minus 0,9), Markus Söder ebenfalls mit minus 0,7 (minus 0,7) und Heidi
Reichinnek mit minus 0,8 (minus 0,6). Friedrich Merz kommt auf minus 1,3 (minus
1,4), Katherina Reiche auf minus 1,5 (minus 1,5) und Schlusslicht bleibt Alice
Weidel mit minus 2,4 (minus 2,3).
Krieg zwischen USA und Iran
Die gestern unterschriebene Vereinbarung zwischen den USA und Iran sieht unter
anderem einen Waffenstillstand vor. Dass dieser hält, bezweifelt mit 76 Prozent
eine deutliche Mehrheit (hält: 21 Prozent). Für den Fall eines dauerhaften
Waffenstillstands finden es 57 Prozent gut (nicht gut: 38 Prozent), wenn sich
Deutschland zusammen mit anderen europäischen Staaten an der militärischen
Sicherung der Straße von Hormus beteiligt. Die Beteiligung wird dabei jeweils
von Mehrheiten der Anhänger von Union (72 Prozent), SPD (73 Prozent), Grüne (64
Prozent) und FDP (64 Prozent) geteilt. Mehrheitlich dagegen sprechen sich die
Anhänger der Linken (52 Prozent) aus, die Anhänger der AfD sind eher gespalten
(gut: 46 Prozent, nicht gut: 51 Prozent).
R ü ckhalt f ü r die milit ä rische Unterst ü tzung der Ukraine r ü ckl ä ufig
Dass die europäischen Staaten die Ukraine militärisch stärker als bisher
unterstützen sollen, meinen jetzt 32 Prozent (Feb.: 43 Prozent), dass es weiter
so bleiben soll, wie es gerade ist, meinen 32 Prozent (Feb.: 30 Prozent) und 31
Prozent wollen die Ukraine weniger unterstützen als bisher (Feb.: 24 Prozent).
Allerdings glaubt auch nur eine Minderheit (20 Prozent), dass für ein Ende des
Krieges Gespräche westlicher Politiker mit Putin zurzeit viel erreichen könnten
(glaube das nicht: 77 Prozent).
Fußball-WM: Nur geringfügig gewachsene Zuversicht für WM-Titel Deutschlands
Nach dem ersten Spiel der deutschen Mannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft
der Männer glauben mit 21 Prozent (plus 6) jetzt etwas mehr Befragte als vor
zwei Wochen, dass Deutschland den Titel holen wird, 66 Prozent (minus 6)
bezweifeln das.
Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer
Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 16.
bis zum 18. Juni 2026 bei 1.190 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten
telefonisch und online erhoben. Dabei wurden sowohl Festnetz- als auch
Mobilfunknummern berücksichtigt. Die Befragung ist repräsentativ für die
wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem
Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert
von 10 Prozent rund +/-zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung:
CDU/CSU 26 Prozent, AfD 21 Prozent, SPD 14 Prozent, Grüne 17 Prozent, Linke 11
Prozent, FDP 4 Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag,
17. Juli 2026.
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- Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen Frageformulierungen
finden Sie auch auf https://forschungsgruppe.de/ .
- Hier finden Sie das "ZDF-Politbarometer" im Web und in der App des ZDF. (https
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k%2Fpolitbarometer&data=05%7C02%7CKuehnel.C%40zdf.de%7Ce6f3f7502d58478074a908de1
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