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Bonn (ots) - Anlässlich der Ukraine Recovery Conference 2026 am 25. und 26. Juni
in Danzig ruft die internationale Hilfsorganisation CARE dazu auf, die
Bedürfnisse von Frauen und Mädchen beim Wiederaufbau in den Mittelpunkt zu
stellen und Geschlechtergerechtigkeit konsequent und nachhaltig zu priorisieren.
Die umfassende, direkte und maßgebliche Beteiligung von Frauen und Mädchen an
allen Diskussionen und Entscheidungsprozessen muss sichergestellt werden.
Beim Wiederaufbau geht es nicht nur um die physische Infrastruktur, sondern um
die Wiederherstellung der Voraussetzungen, die es Menschen ermöglichen, ihr
Leben wieder aufzubauen: Dazu gehören Arbeitsmöglichkeiten, Traumaversorgung,
psychosoziale Unterstützung und langfristige Unterstützung für Überlebende
geschlechtsspezifischer Gewalt.
Obwohl Frauen und Kinder etwa 76 Prozent der ukrainischen Geflüchteten
ausmachen, ist anders als in den Jahren 2024 und 2025 bei der diesjährigen
Konferenz kein separates thematisches Panel zu Geschlechtergerechtigkeit
vorgesehen. Damit läuft das Thema Gefahr, noch stärker an den Rand gedrängt zu
werden. Für einen nachhaltigen Wiederaufbau ist es jedoch unerlässlich, dass
diese Bedürfnisse und Perspektiven in der Wiederaufbauplanung berücksichtigt
werden.
"Ein echter Wiederaufbau kann nicht ohne diejenigen gestaltet werden, die die
Ukraine jeden Tag von Grund auf neu aufbauen", sagt Michael McGrath,
Landesdirektor von CARE Ukraine . "Ukrainische Frauen managen ihre Familien,
halten die lokale Wirtschaft am Laufen und sorgen für das soziale Gefüge dieses
Landes. Eine Agenda für den Wiederaufbau muss über den physischen Wiederaufbau
und Investitionen hinausgehen. Sie muss es Menschen ermöglichen, ihr Leben
wieder aufzubauen."
Frauen stehen dabei vor spezifischen Herausforderungen. Überlebende
geschlechtsspezifischer und konfliktbezogener sexualisierter Gewalt benötigen
nicht nur sofortige Hilfe, sondern auch langfristigen Zugang zu Schutzdiensten,
wirtschaftlichen Möglichkeiten und rechtlicher Unterstützung.
Ukrainische Frauenrechtsorganisationen sind dabei von entscheidender Bedeutung.
Daryna Ivchenko, Programmleiterin bei der CARE-Partnerorganisation "Girls" , ist
bei der Konferenz vor Ort und betont: "Geschlechtergerechtigkeit ist kein
separater Politikbereich - sie ist die Grundlage für den Wiederaufbau der
Ukraine. Da sich 58 Prozent der ukrainischen Frauen jeden Monat ehrenamtlich
engagieren - fünfmal so viele wie im EU-Durchschnitt -, muss ihr Einsatz durch
gleichwertige Investitionen und Beteiligung gewürdigt werden. Für uns ist diese
Konferenz von Bedeutung, weil sie alle drei Sektoren zusammenbringt: Regierung,
Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Sie müssen sich gemeinsam dazu verpflichten,
Geschlechtergerechtigkeit in den Mittelpunkt ihrer Bemühungen zu stellen."
CARE wurde 1945 gegründet, um Armut und Hunger in Europa mit Millionen
CARE-Paketen zu lindern. Heute setzt sich CARE in über 100 Ländern mit
überwiegend einheimischen Kräften und Partnerorganisationen für die Überwindung
von Not, Armut und Ausgrenzung ein und stellt insbesondere Frauen und Mädchen
ins Zentrum seiner Arbeit.
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