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WIESBADEN (ots) -
- Untergebrachte Wohnungslose im Schnitt 31 Jahre alt und mehrheitlich männlich
- Mehr als ein Viertel der Personen sind ukrainische Staatsangehörige
- Nach Haushalts- und Familienkonstellation bilden Alleinstehende mit 35 % die
größte Gruppe unter den untergebrachten Wohnungslosen
Zum Stichtag 31. Januar 2026 waren in Deutschland nach den Meldungen von
Kommunen und Einrichtungen rund 452 900 Personen wegen Wohnungslosigkeit
untergebracht. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, verringerte
sich die Zahl damit gegenüber dem Vorjahr um 5 % oder 21 800 Personen (2025: 474
700).
Die Statistik erfasst wohnungslose Personen, die zum Stichtag 31. Januar
beispielsweise in überlassenem Wohnraum, Sammelunterkünften oder Einrichtungen
für Wohnungslose untergebracht waren. Obdachlose Personen, die auf der Straße
leben, sowie Formen von verdeckter Wohnungslosigkeit (zum Beispiel bei Bekannten
oder Angehörigen untergekommene Personen) werden nicht berücksichtigt. Sie sind
aber Teil der begleitenden Wohnungslosenberichterstattung, die das
Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen alle zwei Jahre
durchführt.
128 900 untergebrachte Personen stammten aus der Ukraine
Insgesamt hatten 85 % oder 395 700 der gemeldeten Personen keine deutsche
Staatsangehörigkeit. Mehr als ein Viertel (28 %) aller untergebrachten
Wohnungslosen waren Ukrainerinnen und Ukrainer. Ihre Zahl verringerte sich im
Vergleich zum Vorjahr um 6 % oder 8 900 auf 128 900 Personen, dennoch blieben
ukrainische Staatsangehörige die größte Gruppe innerhalb der Statistik.
Lediglich 67 200 oder 15 % der untergebrachten Wohnungslosen hatten die deutsche
Staatsangehörigkeit. Ihre Zahl war um 2 % oder 1 600 Personen höher als im
Vorjahr.
Untergebrachte Wohnungslose waren zu 41 % unter 25 Jahre und mehrheitlich Männer
Die zum Stichtag 31. Januar untergebrachte Wohnungslosen waren vergleichsweise
jung: 41 % von ihnen waren jünger als 25 Jahre, 39 % waren zwischen 25 und 50
Jahre alt und 19 % waren 50 Jahre und älter. Das Durchschnittsalter lag bei 31
Jahren. Rund 57 % der untergebrachten wohnungslosen Personen waren Männer und
rund 42 % Frauen.
Alleinstehende und Paare mit Kindern am häufigsten untergebracht
Die wohnungslosen Personen sind in verschiedenen Haushalts- beziehungsweise
Familienkonstellationen untergebracht. Alleinstehende Personen bildeten mit 158
700 Personen (35 %) die größte Gruppe. Fast ebenso viele Personen (33 % oder 151
300) waren in Paarhaushalten mit Kindern, 17 % oder 76 000 Personen in
Alleinerziehenden-Haushalten, 7 % oder 31 400 Personen in sonstigen
Mehrpersonenhaushalten und 4 % beziehungsweise 17 300 Personen in Paarhaushalten
ohne Kinder untergebracht. Bei 18 200 Personen (4 %) war der Haushaltstyp
unbekannt.
104 700 untergebrachte wohnungslose Personen in Nordrhein-Westfalen
Im Bundesländervergleich waren im bevölkerungsreichsten Land Nordrhein-Westfalen
mit 104 700 Personen die meisten Personen wegen Wohnungslosigkeit untergebracht,
gefolgt von Baden-Württemberg mit 90 800 Personen und Berlin mit 57 600
Personen.
Methodische Hinweise:
Die Statistik erfasst Personen, denen zum Stichtag 31. Januar Räume oder
Wohnungen überlassen oder Übernachtungsgelegenheiten zur Verfügung gestellt
worden sind, ohne dass dies durch einen eigenen Mietvertrag, einen Pachtvertrag
oder durch ein dingliches Recht abgesichert war.
Zu den erfassten Personen zählen Wohnungslose, die in Not- und
Gemeinschaftsunterkünften oder gegebenenfalls auch gewerblichen Unterkünften
(Pensionen, Hotels, gewerbliche Gemeinschaftsunterkünfte etc.) und
Normalwohnraum (in der Regel Privatwohnungen) untergebracht sind, sofern er
ihnen vorübergehend überlassen wird, ohne dass dadurch die Wohnungslosigkeit
beendet wird. Dies betrifft auch Personen, die in (teil-)stationären
Einrichtungen beziehungsweise im betreuten Wohnen der Wohnungslosenhilfe freier
Träger untergebracht sind.
Geflüchtete werden in der Statistik berücksichtigt, wenn ihr Asylverfahren
positiv abgeschlossen wurde (zum Beispiel Asylberechtigung,
Flüchtlingseigenschaft, subsidiärer Schutz) und sie weiterhin untergebracht
werden, etwa weil sie keinen Mietvertrag haben.
Personen, die eine Aufenthaltserlaubnis über das Chancen-Aufenthaltsrecht
erhalten haben, und Geflüchtete aus der Ukraine, die im Schnellverfahren anhand
einer humanitären Aufenthaltserlaubnis nach Aufenthaltsgesetz (AufenthG) oder
einer Aufenthaltsgewährung zum vorübergehenden Schutz nach § 24 AufenthG
aufgenommen wurden, sind ebenfalls in der Statistik berücksichtigt, wenn sie
untergebracht sind und nicht über einen Mietvertrag oder Ähnliches verfügen.
Generell nicht in die Erhebung einbezogen sind Personen, die bei Privatpersonen
unterkommen, sowie Wohnungslose, die ohne jede Unterkunft auf der Straße leben.
Personen, die zwar in einer Einrichtung untergebracht sind, deren Ziel aber
nicht die Abwendung von Wohnungs- oder Obdachlosigkeit ist (beispielsweise
Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen, von Heimen für Menschen mit
Behinderung, von Frauenhäusern, Suchtkliniken oder betreuten Wohnungen der
Jugendhilfe), sind ebenfalls nicht in der Statistik erfasst. Darüber hinaus
werden auch solche Personen nicht einbezogen, die Beratungsangebote zum Thema
Wohnungslosigkeit in Anspruch nehmen, aber am Stichtag nicht untergebracht sind,
und Personen, die beispielsweise aufgrund einer angedrohten Zwangsräumung von
Wohnungslosigkeit bedroht, aber (noch) nicht betroffen sind.
Weitere Informationen:
Weitere Ergebnisse zur Statistik untergebrachter wohnungsloser Personen sind in
der Datenbank GENESIS-Online (Tabellen 22971) verfügbar. Ausführliche
methodische Hinweise bietet der Qualitätsbericht.
Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen
und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter
www.destatis.de/pressemitteilungen.
Weitere Auskünfte:
Leistungen der Sozialhilfe
Telefon: +49 611 75 8121
www.destatis.de/kontakt
Pressekontakt:
Statistisches Bundesamt
Pressestelle
www.destatis.de/kontakt
Telefon: +49 611-75 34 44
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/32102/6302547
OTS: Statistisches Bundesamt
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