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Koblenz (ots) - Kopfschmerzen seit drei Tagen. Ausschlag am Unterarm. Herzrasen
nach dem Sport. Wer heute solche Beschwerden hat, greift oft nicht sofort zum
Telefon, um einen Arzttermin zu buchen, sondern zuerst zur Tastatur. Mehr als
ein Viertel der Deutschen (27,3 Prozent) informiert sich mindestens monatlich im
Internet über Symptome, Krankheiten oder Behandlungen. Fast acht Prozent der
Befragten informieren sich sogar wöchentlich. Das zeigt eine repräsentative
Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey, die die Debeka in Auftrag gegeben
hat. Die Ergebnisse zeichnen ein differenziertes Bild: Das Netz gibt
Orientierung, verunsichert aber auch - und eine neue Technologie drängt in den
Behandlungsraum.
Google dominiert, KI holt auf
Wer krank ist oder es befürchtet, tippt häufig auch in eine Suchmaschine: 45,5
Prozent der Befragten nennen Google und Co. als erste Anlaufstelle für
Gesundheitsfragen. Dahinter folgen Krankenversicherungs- und Gesundheitsportale
(30,5 Prozent) sowie Websites von Arztpraxen und Kliniken (24,1 Prozent).
Auffällig ist die Nutzung der KI-Assistenten: Bereits 16,1 Prozent der
Bevölkerung wählen ChatGPT oder ähnliche Anwendungen zur Gesundheitsrecherche -
fast so viele wie Wikipedia (18,2 Prozent). "Noch ergänzt KI klassische
Suchanfragen eher, als sie zu ersetzen. Ich gehe aber stark davon aus, dass die
Tendenz in den nächsten Jahren immer mehr zu KI-Suchen gehen wird", schätzt
Thomas Brahm, Vorstandsvorsitzender der Debeka Krankenversicherung, die
Entwicklung ein.
Beruhigung und Verunsicherung zugleich
Das gängige Bild vom panischen "Cyberchonder", der aus jedem Symptom eine
Krebsdiagnose liest, hält der Datenlage nicht stand. 20,2 Prozent fühlen sich
nach der Online-Recherche eher verunsichert, 18,3 Prozent der Befragten fühlen
sich beruhigt.
Trotzdem: Ganz ohne Nebenwirkungen bleibt das Googeln nicht. 25,8 Prozent haben
nach einer Online-Recherche bereits gelegentlich oder sogar häufig Angst oder
Stress durch mögliche Diagnosen erlebt, 67,2 Prozent selten bis nie. Das Netz
spendet Trost und erzeugt Schrecken: oft beides gleichzeitig.
Das Netz schickt Menschen zum Arzt, nicht weg
Ein verbreitetes Vorurteil lautet: Wer sich im Internet informiert, meidet
danach die Arztpraxis. Die Zahlen widerlegen das. 15,7 Prozent der Befragten
haben wegen einer Online-Recherche einen Arzttermin vereinbart. Einen Termin
verschoben hat dagegen nur jeder Vierzigste (2,5 Prozent), abgesagt hat ihn nur
jeder Fünfzigste (2,0 Prozent).
Die Online-Suche führt also häufiger in die Sprechstunde, als sie davon abhält.
Aus Sicht der Debeka als Deutschlands größtem privaten Krankenversicherer ist
das eine gute Nachricht. "Wer früh informiert ist, handelt früher. Das Vertrauen
in die Technologie wächst, wenn sie den Menschen unterstützt, nicht ersetzt",
sagt Thomas Brahm.
Mehr als jeder Zweite hat schon Falsches gelesen
Die Schattenseite: Das Netz trennt Fakten und Fehlinformationen nicht. 25,4
Prozent der Befragten sind häufig auf irreführende Gesundheitsinformationen
gestoßen, 26,8 Prozent gelegentlich. Insgesamt hat damit mehr als die Hälfte der
Bevölkerung bereits Fehlinformationen zu Gesundheitsthemen wahrgenommen. Beim
eigenen Urteilsvermögen sind die Menschen gespalten: 40,3 Prozent trauen sich
zu, seriöse von unseriösen Quellen zu unterscheiden. 31,5 Prozent verneinen das
- fast jeder Dritte gibt offen zu, im Netz nicht sicher zwischen verlässlicher
Information und Halbwahrheit unterscheiden zu können: 28,2 Prozent sind
unentschieden.
Über die Studie
Civey hat für die Debeka vom 5. Mai bis 12. Mai 2026 online 5.000
Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ab 18 Jahren, sowie 2.500 Personen, die im
Internet nach Krankheiten, Symptomen, Behandlungen suchen, befragt. Die
Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ unter
Berücksichtigung des statistischen Fehlers von 2,6 bis 3,4 Prozentpunkten beim
jeweiligen Gesamtergebnis. Weitere Informationen zur Methodik finden Sie hier
(https://civey.com/ueber-civey/unsere-methode) .
Pressekontakt:
Debeka Krankenversicherungsverein a. G.
56058 Koblenz
Telefon: (02 61) 4 98 - 11 88
E-Mail: mailto:presse@debeka.de
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