|
Leipzig (ots) - Kaputte Fenster, Schimmel an den Wänden, Müll vor der Haustür:
"exactly" vom MDR blickt mit der neuen Reportage auf das Wohngebiet Südpark in
Halle-Neustadt. Ein Plattenbauviertel, in dem Bewohnerinnen und Bewohner seit
Jahren unter schwierigen Bedingungen leben - und in dem die Vermieter auf deren
Kosten Profit machen. Dahinter steckt das System "Schrottimmobilien". Zu sehen
ist die Reportage ab sofort in der ARD Mediathek
(https://www.ardmediathek.de/suche/exactly) und heute, 1. Juli 2026, um 20.45
Uhr im MDR-Fernsehen.
Seit mehreren Jahren recherchieren "exactly"-Reporterinnen zu den Zuständen in
den Wohnblöcken im Südpark. Und genauso lange zeigt sich dieses Bild: marode
Gebäude, ausbleibende Instandhaltung und zunehmender Leerstand. Wer kann, zieht
weg. Es bleiben oft die, denen das Geld oder die Energie für einen Umzug fehlt.
Die Reportage begleitet Mieterinnen und Mieter wie Pamela Alnajjar: "Bei mir ist
das Schlafzimmer komplett voller Schimmel. Deswegen bin ich größtenteils nur
noch im Wohnzimmer". Sie führt das Kamerateam durch Straßenzüge mit
leerstehenden Blöcken, beschädigten Fenstern und Türen, Schädlingsbefall und
Müllproblemen.
Einen Hausmeister gibt es hier schon lange nicht mehr. Die Hausverwaltung sagt,
es gäbe kein Geld mehr für Reparaturen. Denn die zwei Firmen, denen rund 5500
Einheiten hier gehören, sind zahlungsunfähig. Sie sind Teil eines größeren
Konzerns mit tausenden Wohnungen bundesweit.
Das Geschäftsmodell dahinter
"exactly" beleuchtet am Beispiel vom Südpark das System "Profit mit
Schrottimmobilien", das deutschlandweit wohl tausende Immobilien betrifft.
Wohnungen wechseln oft den Besitzer, werden in kurzen Abständen von
verschiedenen Investoren günstig gekauft, nur minimal instandgehalten und
wirtschaftlich ausgeschöpft. Und dann an den nächsten weiterverkauft, bevor
größere Reparaturen fällig werden. Die Folgen tragen die Bewohnerinnen und
Bewohner. Da sie ihre Rechte oft nicht kennen oder kaum durchsetzen, können
Immobilienkonzerne für teilweise desolate Wohnungen weiter Mieten einstreichen.
Zwischen Wut und Zusammenhalt
Trotz der schwierigen Lage zeigt die Reportage auch positive Seiten im Alltag
des Viertels: Nachbarschaftshilfe, Engagement und soziale Projekte. Langjährige
Bewohnerinnen und Bewohner hängen trotz Sperrmüll und Verfall an ihrem Kiez.
Mieter versuchen, Reparaturen selbst zu erledigen, aber das hat Grenzen. Kann
jetzt die Kommune helfen - quasi als letzter Ausweg, damit bezahlbarer Wohnraum
hier möglich bleibt?
Pressekontakt:
MDR, Kommunikations- und Mediendesk, Tel.: (0341) 3 00 64 55, E-Mail:
mailto:kommunikation-desk@mdr.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/7880/6305831
OTS: MDR Mitteldeutscher Rundfunk
|