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Solingen (ots) - Überall wird über den dramatischen Fachkräftemangel gejammert
und vor verwaisten Werkstätten gewarnt. Doch aktuelle Entwicklungen, wie die
jüngst gemeldeten Tausenden neuen Lehrverträge in regionalen Handwerkskammern,
offenbaren eine völlig andere Realität: Das Personal und der motivierte
Nachwuchs sind durchaus vorhanden. Die bittere Wahrheit für viele Inhaber lautet
jedoch, dass der flächendeckende Fachkräftemangel oft eine bequeme Ausrede für
ein hausgemachtes Arbeitgeberproblem ist.
Wer heute keine guten Leute findet, leidet nicht unter einem Fachkräftemangel,
sondern an einem massiven Sichtbarkeits- und Attraktivitätsproblem -
Top-Gesellen wechseln eben nur zu Top-Arbeitgebern. Hier erfahren Sie, wie
traditionelle Betriebe diese Unsichtbarkeit durchbrechen, mit welchen modernen
Strategien sie sich als echter Mitarbeiter-Magnet in der Region positionieren
und warum Obstkorb und Tischkicker bei der Jagd nach den besten Fachkräften
längst ausgedient haben.
Gute Fachkräfte sind da - sie entscheiden nur genauer
Natürlich steht das Handwerk vor Herausforderungen. In vielen Regionen gibt es
weniger Nachwuchs, zahlreiche Fachkräfte sind bereits fest angestellt und nicht
jeder junge Mensch entscheidet sich für eine Ausbildung im Handwerk. Diese
Entwicklung ist real.
Dennoch zeigt die Praxis ein anderes Bild. Während einige Betriebe über fehlende
Bewerbungen klagen, gewinnen andere regelmäßig neue Gesellen und besetzen ihre
Ausbildungsplätze erfolgreich. Deshalb stellt sich eine entscheidende Frage:
Liegt es wirklich nur am Fachkräftemangel oder auch daran, wie ein Betrieb als
Arbeitgeber wahrgenommen wird?
Viele Unternehmen sind fachlich hervorragend aufgestellt. Sie liefern gute
Arbeit ab, verfügen über Erfahrung und genießen einen guten Ruf bei ihren
Kunden. Doch fachliche Kompetenz allein macht noch keinen attraktiven
Arbeitgeber.
Der Arbeitsalltag zählt mehr als Benefits
Wer heute den Arbeitsplatz wechselt, achtet auf deutlich mehr als das Gehalt.
Fachkräfte möchten wissen, wie die tägliche Arbeit organisiert ist. Sind
Baustellen vernünftig vorbereitet? Funktioniert die Kommunikation? Gibt es klare
Zuständigkeiten und realistische Planungen? Genau diese Faktoren entscheiden
häufig darüber, ob Mitarbeiter langfristig bleiben oder sich nach Alternativen
umsehen.
Dagegen verlieren viele klassische Zusatzleistungen schnell an Bedeutung. Ein
Obstkorb oder ein Teamevent helfen wenig, wenn auf der Baustelle regelmäßig
Material fehlt, Termine chaotisch geplant werden oder Mitarbeiter ständig Fehler
aus mangelhaften Abläufen ausgleichen müssen.
Gute Gesellen möchten ihre Arbeit sauber erledigen können. Dafür benötigen sie
funktionierende Strukturen, verlässliche Prozesse und Führungskräfte, die ihren
Betrieb organisieren können.
Warum sollte sich jemand gerade hier bewerben?
Viele Unternehmer sagen: "Es bewirbt sich keiner mehr." Häufig lohnt sich jedoch
ein anderer Blickwinkel. Warum sollte sich ein qualifizierter Mitarbeiter
ausgerechnet für diesen Betrieb entscheiden?
Bewerber informieren sich heute deutlich intensiver als früher. Sie besuchen die
Website, schauen sich soziale Netzwerke an oder sprechen mit Menschen aus ihrem
Umfeld. Dabei entsteht ein Bild vom Unternehmen.
Wird dort ein professionell geführter Betrieb sichtbar? Erkennen Interessenten
ein funktionierendes Team, moderne Arbeitsweisen und klare Abläufe? Oder finden
sie lediglich eine austauschbare Stellenanzeige und wenig Informationen darüber,
wie der Arbeitsalltag tatsächlich aussieht?
Wer als Arbeitgeber überzeugen möchte, muss zeigen, warum das eigene Unternehmen
ein guter Arbeitsplatz ist. Nicht durch große Versprechen, sondern durch
nachvollziehbare Einblicke in die Realität des Betriebs.
Der Fachkräftemangel ist oft ein Spiegel
Kein Handwerksbetrieb muss perfekt sein. Lieferprobleme, Terminverschiebungen
oder kurzfristige Änderungen gehören zum Alltag. Entscheidend ist jedoch, ob
solche Situationen Ausnahmen bleiben oder ob dauerhaft improvisiert wird.
Gerade erfahrene Fachkräfte erkennen diesen Unterschied schnell. Sie wechseln
nicht einfach irgendwohin, sondern bevorzugen Betriebe mit klaren Strukturen,
respektvollem Umgang und verlässlicher Organisation. Deshalb ist der
Fachkräftemangel für viele Unternehmen mehr als nur ein Marktproblem. Er zeigt
oft sehr deutlich, wie attraktiv ein Betrieb als Arbeitgeber tatsächlich ist.
Wer langfristig gute Mitarbeiter gewinnen möchte, sollte deshalb zuerst den
eigenen Betrieb betrachten. Funktionieren die Abläufe? Wird klar kommuniziert?
Können Mitarbeiter ihre Arbeit ohne ständige Reibungsverluste erledigen? Denn am
Ende gilt auch heute noch ein einfacher Grundsatz: Gute Fachkräfte wollen in
guten Betrieben arbeiten. Und gute Betriebe sorgen dafür, dass ihre Mitarbeiter
bleiben möchten.
Über Liborio Manciavillano:
Liborio Manciavillano ist der Geschäftsführer der HWS Handwerks-Schmiede GmbH.
Als gelernter Handwerker mit eigenem Betrieb gibt er anderen mittelständischen
Handwerksbetrieben effektive Systeme und Prozesse weiter, um zukunftsfähig zu
bleiben. Im Rahmen des 12-Monats-Programms eignen sie sich die neuesten
digitalen Methoden in den Bereichen Unternehmensführung, Mitarbeitergewinnung
und Kundenakquise an. Weitere Informationen unter:
https://www.handwerks-schmiede.de/ .
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HWS Handwerks-Schmiede GmbH
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Ruben Schäfer
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OTS: HWS Handwerks-Schmiede GmbH
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