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Berlin (ots) - Zu den Beschlüssen des Koalitionsausschusses, die unter anderem
eine Abschaffung der telefonischen Krankschreibung vorsehen, äußert sich die
Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann, kritisch:
"Mehrere Auswertungen haben gezeigt, dass die Einführung der Krankschreibung per
Telefon nicht die Ursache für den starken Anstieg der
Arbeitsunfähigkeitsmeldungen in den letzten Jahren sein kann. Der geringe Anteil
der telefonischen Krankschreibungen kann den starken Anstieg der AU-Fälle nicht
erklären. Er ist unter anderem durch die Einführung der elektronischen
Krankmeldung im Jahr 2022 verursacht worden, die zu einer vollständigeren
Erfassung der AU-Bescheinigungen bei den Krankenkassen geführt hat. Für einen
Missbrauch der telefonischen Krankschreibung sehen wir keine Evidenz. Daher ist
ihre Abschaffung aus unserer Sicht keine Maßnahme, die den Krankenstand senken
wird, sondern reine Symbolpolitik.
Zudem ist nicht nachvollziehbar, was die verpflichtende Vorlage der
AU-Bescheinigung ab dem ersten Tag mit dem erklärten Ziel der
Entbürokratisierung zu tun haben soll. Sie wird im Gegenteil zu einem
erheblichen Mehraufwand und zu einer zusätzlichen Belastung in den Arztpraxen
und zu insgesamt höheren Kosten für das Gesundheitssystem führen."
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