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Hamburg (ots) - Zwei Investigativ-Journalistinnen des NDR haben mit ihren
jahrelangen Recherchen eine internationale Ermittlungsoperation gegen ein
weltweit organisiertes Vergewaltiger-Netzwerk ausgelöst. Britische und deutsche
Ermittlerinnen und Ermittler leiten die Operation unter dem Namen "Medusa".
Bundeskriminalamt und die National Crime Agency informierten heute in London
über die gemeinsame Operation.
Ende 2024 hatten die NDR Journalistinnen Isabell Beer und Isabel Ströh erstmals
im YouTube-Rerchercheformat STRG_F berichtet, wie Mitglieder des
Vergewaltiger-Netzwerkes Frauen betäuben und vergewaltigen und die Aufnahmen der
Taten in Chatgruppen teilen. Auch über öffentlich zugängliche Websites wurden
diese Inhalte geteilt, berichteten sie später bei STRG_F und dem
ARD-Politikmagazin Panorama.
Weltweit wurden bereits 156 Opfer und Täter identifiziert, 113
Ermittlungsverfahren ausgelöst und es kam zu 57 Festnahmen, berichtet die
britische National Crime Agency (NCA) heute auf einer Presseveranstaltung in
London. Die NCA spricht hier von organisierter sexualisierter Gewalt unter
Betäubung.
Nigel Leary, Deputy Director at the National Crime Agency (NCA): "Ich möchte
zudem die Arbeit zweier deutscher Investigativ-Journalistinnen - Isabell Beer
und Isabel Ströh - würdigen. Sie lieferten den deutschen
Strafverfolgungsbehörden Informationen über organisierte Sexualstraftaten und
häusliche Gewalt, die von Männern gegen Frauen verübt wurden - insbesondere über
ein Online-Forum. Ihre Beharrlichkeit hatte zweifellos konkrete Auswirkungen auf
die Betroffenen dieser entsetzlichen Verbrechen."
Beteiligt an der Operation "Medusa" sind Ermittlungsbehörden in Deutschland,
Großbritannien, Kanada, USA, Brasilien, Frankreich, Ungarn, Niederlande und
Spanien. In Deutschland sind das Bundeskriminalamt und das Landeskriminalamt
Hamburg federführend.
Die beiden NDR Journalistinnen recherchieren seit mehreren Jahren für STRG_F und
sind dabei auf Dutzende Chatgruppen und Nutzer auf Pornoseiten gestoßen, die
sich online über viele Jahre zu einem internationalen Vergewaltiger-Netzwerk
organisiert haben. Eine dieser Gruppen hatte über 70.000 Mitglieder. Im Netzwerk
tauschen sich Nutzer detailliert darüber aus, wie Frauen unbemerkt betäubt und
vergewaltigt werden können, planen Übergriffe und verbreiten anschließend Fotos
und Videos der Taten. Diese wurden teilweise millionenfach abgerufen. Betroffen
sind häufig Frauen aus dem direkten Umfeld der Nutzer, darunter Ehefrauen,
Partnerinnen und Schwestern. Über das Netzwerk werden zum Teil lebensgefährliche
K.o.-Mittel zum Kauf angeboten. Die Nutzer stacheln sich gegenseitig zu
Übergriffen an, immer wieder werden auch Partnerinnen anderer Mitglieder zur
Vergewaltigung angeboten. Die NDR Journalistinnen hatten Ermittlungsbehörden im
In- und Ausland seit 2022 auf das internationale Vergewaltiger-Netzwerk
hingewiesen.
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