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Berlin (ots) - Die Bundesregierung plant im Rahmen der Haushaltsgesetzgebung den
Sofortzuschlag für Familien im Kinderzuschlag ersatzlos zu streichen. Die
monatlich 25 Euro sind ein letztes positives Überbleibsel aus dem
Gesetzgebungsverfahren zur Kindergrundsicherung und sollen jetzt vor der
Sommerpause noch schnell, still und heimlich für über 1 Millionen Kinder
gestrichen werden. Dies geschieht laut Gesetzentwurf zu Gunsten der
Haushaltskonsolidierung. Und auch für die rund 2 Millionen Kinder im Bürgergeld
könnte der Sofortzuschlag bald Geschichte sein.
Das Bündnis Kindergrundsicherung lehnt diese Sparvorhaben auf dem Rücken von
armutsbetroffenen Kindern vollumfänglich ab.
Florian Westphal, Geschäftsführer von Save the Children Deutschland und Sprecher
des Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG kommentiert:
"Armutsbetroffenen Kindern den Sofortzuschlag zu streichen, ist unverantwortlich
und kurzsichtig. Wer ausgerechnet bei denjenigen kürzen will, die bereits jetzt
mit erheblichen Einschränkungen leben müssen, verschärft soziale Ungleichheit
und verbaut Zukunftschancen.
Für Familien mit geringem Einkommen ist der Alltag schon heute ein täglicher
Kraftakt. Oft müssen sie sogar bei grundlegenden Bedürfnissen wie einer gesunden
Ernährung Abstriche machen. Was sich reiche Menschen nicht vorstellen können: 25
Euro im Monat weniger in der Haushaltskasse würde diese Familien spürbar
belasten. Das heißt für die Kinder noch schlechtere Chancen, dass es im Sommer
für Schwimmbad, Eis oder die Sommerfreizeit reicht.
Statt bei Kindern zu sparen, braucht es mehr Engagement, um ihnen allen das
bestmögliche Aufwachsen zu garantieren und ihre Rechte zu schützen. Daher lehnen
wir die Streichung des Sofortzuschlags entschlossen ab."
Daniel Grein, Geschäftsführer des Kinderschutzbundes und Koordinator des Bündnis
KINDERGRUNDSICHERUNG:
"Der Sofortzuschlag kompensiert Fehler eines Sozialsystem, dass aktuell versagt,
allen Kindern ein gutes Aufwachsen finanziell zu ermöglichen. Jedes fünfte Kind
in Deutschland lebt weiterhin in Armut.
Wir brauchen daher endlich eine umfassende Neuberechnung für das Existenzminimum
von Kindern, damit wir ihre Bedarfe überhaupt erstmal umfassend kennen. Dafür
müssen wir uns statt am absoluten Minimum an einem guten Aufwachsen und
Kinderrechten orientieren. Wir brauchen vernünftige Unterstützungsleistungen für
arme Kinder im Sinne einer echten Kindergrundsicherung. Eine pauschale Absenkung
der bestehenden Hilfesysteme ist der völlig falsche Weg.
Haushaltskonsolidierungen dürfen nicht auf dem Rücken von armen Kindern
ausgetragen werden."
Das Bündnis Kindergrundsicherung macht sich seit 2009 mit einer wachsenden Zahl
von Mitgliedsverbänden für eine echte Kindergrundsicherung stark. Dabei sollen
möglichst viele Leistungen gebündelt, automatisiert sowie in ausreichender Höhe
ausgezahlt werden.
Weitere Infos zum Bündnis Kindergrundsicherung finden Sie hier:
http://www.kinderarmut-hat-folgen.de
Pressekontakt:
Der Kinderschutzbund Bundesverband, Juliane Wlodarczak
(Pressesprecherin), 030-214809-20 und mailto:presse@dksb.de
Save the Children Deutschland, Susanne Sawadogo (Medienreferentin)
030-27595979-120, mailto:susanne.sawadogo@savethechildren.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/106106/6311749
OTS: Save the Children Deutschland e.V.
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