|
Berlin (ots) - Die Linke-Spitzenkandidatin zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt,
Eva von Angern, wäre bereit, mit der CDU von Ministerpräsident Sven Schulze zu
kooperieren, "um die AfD von den Schalthebeln der Macht fernzuhalten". Das sagte
von Angern der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "nd.DerTag". Dafür erwarte
sie aber von der CDU "zumindest den Willen zum Gespräch". Bislang erlebe Die
Linke "eine CDU, die uns immer wieder mit der AfD gleichsetzt".
Von Angern, die auch Vorsitzende der Linke-Landtagsfraktion in Magdeburg ist,
betont: "Das passt nicht zum tatsächlichen Handeln der letzten Jahre. Wir haben
gemeinsam eine Parlamentsreform verabschiedet, bei der wir unter anderem die
Unabhängigkeit des Landesverfassungsgerichts und der Landeszentrale für
politische Bildung geschützt haben." Wenn Schulze und seine CDU erklärten, man
wolle weder um Stimmen von der AfD noch von der Linken werben, "dann muss man
nüchtern feststellen, dass sie nicht rechnen können", so von Angern mit Blick
auf die Umfragewerte der in Magdeburg amtierenden Regierungskoalition von CDU,
SPD und FDP. Sie kommen derzeit zusammen nur noch auf 33 Prozent Zustimmung, die
FDP wird wahrscheinlich unter der Fünf-Prozent-Hürde bleiben, die SPD käme
derzeit auf sechs bis sieben Prozent der Stimmen. Ignoriere Schulze weiter diese
Realität, werde er "kein Ministerpräsident und es besteht die Gefahr, dass es im
dritten Wahlgang zu einem AfD-Ministerpräsidenten kommt. Das wäre verheerend",
so von Angern. Die 49-Jährige vertritt ihre Partei und deren Vorgängerin PDS
bereits seit 2002 im Landtag von Sachsen-Anhalt.
Mit Blick auf Forderungen aus der eigenen Partei, in Sachsen-Anhalt nicht mit
der CDU zusammenzuarbeiten, weder in einer Koalition, noch in Form des
Tolerierens, sagte von Angern, sie verstehe die Sorge, dass Die Linke an
Glaubwürdigkeit verlieren könnte. Auch sie würde lieber wie die Genossen in
Berlin ein rot-rot-grünes Bündnis anstreben können. "Aber das ist bei uns nicht
im Angebot", so von Angern. Zugleich herrsche bei vielen Menschen in
Sachsen-Anhalt "die nackte Angst" vor einer AfD-Regierung. "Deshalb sehe ich uns
in der Verantwortung, alles zum Schutz der durch die AfD-Politik Bedrohten zu
machen, ohne uns selbst zu verraten", sagte die Politikerin im nd-Gespräch.
Pressekontakt:
nd.DerTag / nd.DieWoche
Redaktion
Telefon: 030/2978-1722
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/59019/6312286
OTS: nd.DerTag / nd.DieWoche
|