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Frankfurt/Hannover (ots) - Gemeinnützige Hertie-Stiftung und VolkswagenStiftung
fördern internationale Forschungsinitiative mit insgesamt rund 2,5 Millionen
Euro.
Wie können Demokratien dem Terrorismus, der Desinformation, digitaler
Überwachung und autoritären Tendenzen begegnen, ohne jene rechtsstaatlichen und
menschenrechtlichen Grundlagen zu beschädigen, die sie verteidigen wollen?
Dieser Frage widmet sich das neu gegründete Max Planck Center für Demokratie,
Sicherheit und Menschenrechte. Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung und die
VolkswagenStiftung unterstützen das internationale Forschungszentrum bis 2030
mit jeweils rund 1,25 Millionen Euro.
Das Center ist eine gemeinsame Initiative des Max-Planck-Instituts zur
Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht in Freiburg und des Minerva
Center for Human Rights an der Hebrew University of Jerusalem. Die
deutsch-israelische Kooperation bringt Perspektiven aus zwei Demokratien
zusammen, die auf unterschiedliche Weise mit Fragen von Rechtsstaatlichkeit,
Terrorismusbekämpfung, gesellschaftlicher Polarisierung und Menschenrechtsschutz
konfrontiert sind.
Deutsch-israelische Forschung zu einer globalen Demokratiefrage
Liberale Demokratien stehen weltweit unter Druck: durch politische
Polarisierung, sicherheitspolitische Bedrohungen, autoritäre Machtansprüche.
Viele Staaten reagieren darauf mit neuen Sicherheitsgesetzen, digitaler
Kontrolle oder Einschränkungen individueller Freiheitsrechte.
Das neue Max Planck Center setzt an diesem Spannungsfeld an. Die Zusammenarbeit
zwischen Freiburg und Jerusalem eröffnet einen vergleichenden Blick auf
unterschiedliche demokratische Erfahrungen, rechtliche Traditionen und
sicherheitspolitische Realitäten. Forschende aus Deutschland, Israel und dem
arabisch-palästinensischen Raum sollen gemeinsam untersuchen, wie demokratische
Staaten handlungsfähig bleiben können, ohne ihre eigenen Prinzipien
preiszugeben.
Dafür bringt das Center Expertinnen und Experten aus Verfassungsrecht,
Menschenrechtsrecht, Sicherheitsrecht, Strafrecht und Rechtstheorie zusammen.
Ziel ist es, neue wissenschaftliche Konzepte zu entwickeln, die die klassische
Gegenüberstellung von "Sicherheit" und "Freiheit" überwinden.
Internationale Forschung zwischen Freiburg und Jerusalem
Das Max Planck Center ist binational organisiert und arbeitet an den Standorten
Freiburg und Jerusalem. Geleitet wird es von Prof. Dr. Ralf Poscher vom
Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht und
Prof. Dr. Barak Medina von der Hebrew University of Jerusalem. Als
Co-Direktorinnen und Co-Direktoren wirken Prof. Yuval Shany, ehemaliger
Vorsitzender des UN-Menschenrechtsausschusses, sowie Prof. Dr. Tatjana Hörnle,
Expertin für Strafrecht und Rechtstheorie.
Ein zentrales Element ist ein Fellowship- und Stipendienprogramm für
Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler. Promovierende und
Postdocs sollen Forschungsaufenthalte an beiden Standorten absolvieren können.
Gemeinsame Seminare, internationale Konferenzen und der Austausch zwischen den
beteiligten Forschungsstandorten sollen eine nachhaltige wissenschaftliche
"Brain Circulation" ermöglichen.
Dr. Georg Schütte , Vorstand der VolkswagenStiftung: "Mit dem Max Planck Center
fördern wir ein Vorhaben, das wissenschaftliche Exzellenz mit hoher
gesellschaftlicher Relevanz verbindet. Gerade in einer Zeit, in der
populistische und autoritäre Strömungen an Einfluss gewinnen, braucht es
belastbare Forschung dazu, wie Demokratien wehrhaft bleiben können, ohne ihre
eigenen Prinzipien aufzugeben. Ein brisantes Thema, nicht nur in Deutschland und
in Israel."
Annette Schavan , Vorsitzende des Vorstands der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung:
"Liberale Demokratie fällt nicht vom Himmel. Sie muss in jeder Generation neu
gelernt, verteidigt und geschätzt werden. Das neue Center schafft einen
besonderen Raum, in dem insbesondere junge Forschende aus Deutschland, Israel
und dem arabisch-palästinensischen Raum gemeinsam daran arbeiten, Demokratie,
Sicherheit und Menschenrechte stärker miteinander zu verbinden."
Über die Gemeinnützige Hertie-Stiftung
Die Arbeit der Hertie-Stiftung konzentriert sich auf zwei Leitthemen: Gehirn
erforschen und Demokratie stärken. Die Projekte der Stiftung setzen modellhafte
Impulse innerhalb dieser Themen. Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung wurde 1974
von den Erben des Kaufhausinhabers Georg Karg ins Leben gerufen und ist heute
eine der größten weltanschaulich unabhängigen und unternehmerisch ungebundenen
Stiftungen in Deutschland. Der Name "Hertie" geht zurück auf Hermann Tietz,
Mitbegründer des gleichnamigen Warenhauskonzerns zum Ende des 19. Jahrhunderts.
Demokratie stärken, Gehirn erforschen: Gemeinnützige Hertie-Stiftung
(https://www.ghst.de/)
Über die VolkswagenStiftung
Die VolkswagenStiftung ist eine eigenständige, gemeinnützige Stiftung privaten
Rechts mit Sitz in Hannover. Sie ist die größte private deutsche
wissenschaftsfördernde Stiftung und eine der größten Stiftungen hierzulande
überhaupt. Ihre Mittel vergibt sie ausschließlich an wissenschaftliche
Einrichtungen. In den mehr als 60 Jahren ihres Bestehens hat die
VolkswagenStiftung rund 36.000 Projekte mit insgesamt mehr als 7,5 Mrd. Euro
gefördert. Auch gemessen daran zählt sie zu den größten gemeinnützigen
Stiftungen privaten Rechts in Deutschland.
https://www.volkswagenstiftung.de/de/stiftung/wir-sind
Pressekontakt:
Carmen Jacobi
Kommunikation
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OTS: Gemeinnützige Hertie-Stiftung
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