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Berlin (ots) - Die Johanniter und action medeor starten mit fünf nationalen
Partnern ein vom Auswärtigen Amt kofinanziertes Projekt zur Stärkung der
Widerstandsfähigkeit des ukrainischen Gesundheitssystems.
Mehr als vier Jahre nach Beginn des Krieges bleibt der Zugang zur
Gesundheitsversorgung für Millionen von Menschen in der Ukraine stark
eingeschränkt. Wiederholte Angriffe auf Krankenhäuser und zivile Infrastruktur,
die hohe Zahl an Verletzten sowie die anhaltende Belastung des
Gesundheitspersonals erschweren die medizinische Versorgung - insbesondere in
den Regionen nahe der Frontlinie.
Notfall- und Grundversorgung stärken
Die Johanniter und action medeor kombinieren in ihrem gemeinsamen Projekt akute
medizinische Hilfe mit dem gezielten Ausbau lokaler Gesundheitsstrukturen.
Schwerpunkte sind der Zugang zu medizinischer Grund- und Notfallversorgung, die
Vorbereitung von Krankenhäusern und Rettungsdiensten auf Großschadenslagen sowie
die Stärkung von Notfallkommunikation und Leitstellen.
So erhalten Gesundheitseinrichtungen medizinische Ausrüstung und dringend
benötigte Materialien, damit ihre Einsatzfähigkeit auch unter schwierigen
Bedingungen erhalten bleibt.
"Tag für Tag leisten ukrainische Gesundheitskräfte lebensrettende Hilfe - trotz
Luftangriffen, beschädigter Infrastruktur und enormer persönlicher Belastung.
Gemeinsam mit unseren Partnern Eleos Ukraine, 100% Life und UK-Med stärken wir
lokale Gesundheitsstrukturen, damit Menschen weiterhin Zugang zu notwendiger
medizinischer Versorgung erhalten. Dazu gehören unter anderem Trainings für
medizinische Teams in Trauma- und Massenanfall-versorgung, die Ausstattung von
Krankenhäusern und Rettungsdiensten sowie mobile medizinische Angebote, die
Versorgung auch dann sicherstellen, wenn Einrichtungen beschädigt oder
überlastet sind", sagt Dr. Tim Bray, Landesdirektor der Johanniter für die
Ukraine. "Dabei stehen auch die Gesundheitskräfte selbst im Mittelpunkt unserer
Arbeit. Sie arbeiten unter ständiger Bedrohung und sind einer enormen
emotionalen Belastung ausgesetzt. Mit psychosozialer Unterstützung und der
Stärkung von Notfallstrukturen tragen wir dazu bei, dass Gesundheitsversorgung
auch unter schwierigsten Bedingungen aufrechterhalten werden kann."
Die Johanniter haben die Leitung des Konsortiums übernommen. Finanziert wird das
Projekt durch das Auswärtige Amt und Spenden an Aktion Deutschland Hilft.
Mobile Kliniken für frontnahe Regionen
Ein Schwerpunkt des Projekts sind Medikamentenlieferungen und die mobile
medizinische Versorgung von Menschen in frontnahen und schwer erreichbaren
Gebieten. Dieser Projektbaustein wird innerhalb des Konsortiums von action
medeor umgesetzt und ergänzt die von den Johannitern koordinierten Maßnahmen zur
Stärkung der Gesundheitsversorgung.
"Gemeinsam mit unseren Partnern INTERSOS und Mission Kharkiv werden wir ein Netz
von mobilen Kliniken aufbauen - von Cherson im Süden bis nach Sumy im Norden -,
um Menschen nahe der Front medizinisch zu versorgen", erläutert Max Hoßfeld,
Ukraine-Referent bei action medeor. "Die Behandlung chronischer Erkrankungen und
spezialisierte Dienste, etwa zur Therapie von Krebspatientinnen und -patienten,
werden dabei im Vordergrund stehen."
Notfallpläne, Übungen und Zusammenarbeit bei Großschadenslagen
Ein weiteres zentrales Element des Projektes ist die Qualifizierung von
Gesundheitsfachkräften: Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Rettungsdienst- und
Leitstellenpersonal erhalten praxisnahe Fortbildungen in Notfallmedizin, Erster
Hilfe, psychologischer Erster Hilfe sowie im Management von Großschadenslagen.
Standardisierte Verfahren sollen die Zusammenarbeit aller Akteure verbessern und
die Reaktionsfähigkeit erhöhen. Dabei arbeitet das Konsortium eng mit den
ukrainischen Behörden zusammen.
Ergänzend entwickeln die Projektpartner medizinische Notfallkonzepte für zivile
Einrichtungen. Für Bahnhöfe, Behörden und Gesundheitseinrichtungen werden
Notfallpläne erstellt, medizinische Ausrüstung bereitgestellt und Trainings
durchgeführt, damit Verletzte bei Großschadenslagen schnell und professionell
versorgt werden können.
Pressekontakt:
Franka Biederstädt, Referentin Kommunikation Johanniter-Auslandshilfe, Tel.:
0173 / 619 30 61, franka.biederstaedt@johanniter.de
Dr. Markus Bremers, Pressesprecher action Medeor, Tel: 0152 / 540 421 56,
markus.bremers@medeor.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/14240/6317756
OTS: Johanniter Unfall Hilfe e.V.
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