|
Berlin (ots) - US-Präsident Donald Trumps neueste Pläne im Kontext des
Iran-Krieges haben es in sich. Nun soll ausgerechnet das absolutistische
Saudi-Arabien über einen exklusiven Vertrag mit den USA Zugang zu nuklearen
Kapazitäten erhalten - streng zivil heißt es. Der große Unterschied zu den
anderen Fällen ziviler Nutzung von Atomenergie in der arabischen Welt ist jedoch
die Erlaubnis für Saudi-Arabien, selbstständig Uran anzureichern. Genau das
Streitthema also, das dem Iran vorgeworfen wird. Gleichzeitig berichtete die
"New York Times" von Vertragsbedingungen, die für Inspektoren der
Internationalen Atomenergiebehörde den Zugang zu bestimmten Standorten in
Saudi-Arabien verhindern könnten
Es ist offensichtlich, dass es in dieser Frage nicht um wirtschaftliche
Interessen geht. Selbst wenn Trump - ganz der Geschäftsmann - den Atom-Deal am
liebsten als lukrativen Deal präsentiert. Im Wirtschaftsplan des Kronprinzen
"Saudi Vision 2030" wurde jedoch ein klarer Fokus auf erneuerbare Rohstoffe
festgelegt, aus denen bis 2030 die Hälfte aller saudischen Energie erzeugt
werden soll. Es geht vielmehr um Realpolitik: Der saudische Kronprinz Mohammed
bin Salman hatte bereits in der Vergangenheit betont, dass, falls der Iran nach
Atomwaffen strebe, Saudi-Arabien nachziehen werde.
Trump hatte sich zur Verbesserung seiner Umfragewerte in ein kriegerisches
Abenteuer mit dem Iran begeben, das ihn nun zu verschlingen droht. Mit der
Zusage zur Uran-Anreicherung an Saudi-Arabien gibt er den Startschuss für ein
atomares Wettrüsten im Nahen Osten und versucht so, eine Art Gleichgewicht des
Schreckens zu hinterlassen, in dessen Windschatten er sich aus der Affäre seines
selbst verschuldeten Schlamassels ziehen will.
Pressekontakt:
nd.DerTag / nd.DieWoche
Redaktion
Telefon: 030/2978-1722
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/59019/6320405
OTS: nd.DerTag / nd.DieWoche
|