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Bad Nenndorf (ots) - Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO ertrinken
weltweit jedes Jahr mehr als 300.000 Menschen. Der von den Vereinten Nationen
eingeführte Welttag der Prävention gegen das Ertrinken (World Drowning
Prevention Day) erinnert am 25. Juli an diese Opfer und mahnt größere
Anstrengungen der Staaten im Kampf gegen den nassen Tod an. In der
Präventionsarbeit besteht reichlich Luft nach oben, findet die Präsidentin der
Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Ute Vogt: "Jeder kann ertrinken,
aber niemand sollte. Zuletzt haben uns rund 100 tödliche Unglücke im Juni tief
betroffen gemacht. Die meisten dieser tragischen Unfälle wären vermeidbar
gewesen. Dazu bräuchte es jedoch eine breit angelegte Aufklärungskampagne." Die
von der WHO empfohlene Maßnahmen zur Sensibilisierung von Wassergefahren werden
durch Deutschland jedoch nicht durchgeführt. Die Aufklärung der Bevölkerung wird
der DLRG und weiteren Akteuren der Wassersicherheit überlassen.
Schwimmen lernen ist die beste Prävention
Besonders gefährdet sind unsichere Schwimmer und Nichtschwimmer. Deshalb setzt
sich die DLRG dafür ein, dass möglichst viele Menschen zu sicheren Schwimmern
ausgebildet werden und zumindest das Schwimmabzeichen Bronze ablegen. So nahmen
die ehrenamtlichen Ausbilderinnen und Ausbilder in den örtlichen Vereinen des
Verbandes allein im vergangenen Jahr über 96.000 Schwimmabzeichen ab - getreu
einem Leitspruch des Verbandes: "Sicher schwimmen zu können ist der beste Schutz
gegen das Ertrinken."
Aus Sicht der DLRG ist eine fundierte Schwimmausbildung ein wichtiger Baustein
in dem Vorhaben, die Zahl der Ertrinkungsunfälle zu verringern. Dafür braucht es
neben weiteren freiwillig Engagierten aber auch eine bessere Bäderinfrastruktur,
mehr Personal in den Schwimmbädern und mehr qualifizierte Lehrkräfte für den
Schwimmunterricht in den Schulen. Insbesondere die Sanierung der bestehenden
Schwimmbadlandschaft sowie der Neubau von Bädern in Gegenden, wo Bedarf besteht,
müssen auf allen politischen Ebenen eine höhere Priorität erhalten. Die DLRG
fordert seit langem, dass Bund, Länder und Kommunen gemeinsam einen bundesweiten
Bäderbedarfsplan aufstellen und diesen dann abarbeiten.
Mehr Aufklärung möglich
Weiteres Potenzial zum Verhindern von tödlichen Badeunfällen sieht die DLRG in
einer noch intensiveren Aufklärungsarbeit, zum Beispiel durch mehr Informationen
über Gefahren an genutzten Gewässerbereichen. Diese sollten möglichst alle
Menschen verstehen können. Dafür müssen die Informationen in einfacher Sprache,
mehrsprachig und durch geeignete Symbole unterstützt vermittelt werden. Die
Kommunen können zudem in Zusammenarbeit mit den Organisationen für Wasserrettung
für noch mehr Möglichkeiten des bewachten Badens sorgen und an unbewachten
Badestellen durch geeignete Maßnahmen wie das Anbringen von Rettungsmitteln die
Sicherheit erhöhen.
Auch in den Schulen sieht die DLRG noch reichlich Potenzial. Die Wasserretter
selbst sind jedes Jahr bundesweit in rund 2.000 Kindergärten und Grundschulen
mit einem spielerischen Aufklärungsprogramm unterwegs. "Darüber hinaus wäre
wichtig, mit älteren Schülerinnen und Schülern regelmäßig vor den Sommerferien
über Gefahren und sicheres Verhalten zu sprechen", sagt DLRG Chefin Vogt.
Der Bund könnte im Rahmen der gesundheitlichen Aufklärung der Bevölkerung mit
nationalen Informationskampagnen einen wertvollen Beitrag leisten. Vogt: "Länder
wie Schweden, Großbritannien und die Niederlande setzen sich auf staatlicher
Ebene Ziele zur Reduzierung von Ertrinkungsunfällen. In Deutschland ist so etwas
leider bislang kein Thema." Großbritannien beispielsweise hat eigens eine
Drowning Prevention Strategy verabschiedet mit dem Ziel, die Ertrinkungszahlen,
die mit Deutschland vergleichbar sind, zu halbieren.
Wichtige Verhaltensregeln, Sicherheitstipps, Informationen über mögliche
Gefahren sowie zur Selbst- und Fremdrettung im Wasser und eine interaktive Karte
mit den DLRG Wachstationen in ganz Deutschland gibt es im Internet unter
dlrg.de/badesaison (https://www.dlrg.de/informieren/freizeit-im-wasser/) .
Mehr über den World Drowning Prevention Day gibt es z.B. auf den Seiten der WHO
(https://www.who.int/campaigns/world-drowning-prevention-day) .
Über die DLRG
Die DLRG als private Wasserrettungsorganisation hat es sich zur Aufgabe gemacht,
Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren. Hierfür klären ihre ehrenamtlich Aktiven
über Wassergefahren auf, bringen Menschen das Schwimmen bei und bilden sie im
Rettungsschwimmen aus. Zudem wachen fast 55.000 Rettungsschwimmerinnen und
Rettungsschwimmer jährlich 2,6 Millionen Stunden über die Sicherheit von
Badegästen und Wassersportlern. Sie engagieren sich darüber hinaus in der
örtlichen Gefahrenabwehr und bilden Einheiten der rund 80 DLRG
Wasserrettungszüge für den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz. Die DLRG zählt
derzeit über 640.000 Mitglieder. Mehr als 1,3 Millionen Förderinnen und Förderer
unterstützen die lebensrettende Arbeit mit Spenden. Schirmherr ist
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Pressekontakt:
Christopher Dolz
DLRG Pressestelle
Telefon: 05723 955 495
Mobil: 0162 174 81 85
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OTS: DLRG - Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft
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