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Nürnberg (ots) - Projektmanagement lebt von Standards, Prozessen und bewährten
Methoden. Sie schaffen Orientierung, sorgen für Transparenz und machen Projekte
steuerbar. Doch was passiert, wenn genau diese Regeln beginnen, Innovation,
Eigenverantwortung und Initiative auszubremsen? Mit dieser Frage beschäftigt
sich Dr. Peter Kreuz auf dem PM Forum 2026 (https://www.pm-forum.de/programm/ueb
ersicht/rebel-mind-regelbruch-als-kompetenz?utm_source=ots&utm_medium=pressemeld
ung&utm_campaign=pm_forum&utm_id=7_83&utm_content=pm_2_ots) in seiner
Highlight-Präsentation " Rebel Mind - Regelbruch als Kompetenz (https://www.pm-f
orum.de/programm/uebersicht/rebel-mind-regelbruch-als-kompetenz?utm_source=ots&u
tm_medium=pressemeldung&utm_campaign=pm_forum&utm_id=7_83&utm_content=pm_2_ots)
".
Organisationen investieren erhebliche Ressourcen in Prozesse,
Governance-Strukturen und standardisierte Abläufe. Was ursprünglich Effizienz
schaffen sollte, kann jedoch mit der Zeit neue Grenzen erzeugen. Entscheidungen
dauern länger, Verantwortung wird auf Gremien verteilt und Mitarbeitende
orientieren sich stärker an bestehenden Regeln als an den eigentlichen Zielen.
Für Projektmanager entsteht dadurch ein Spannungsfeld: Einerseits sollen sie
Standards einhalten, andererseits Innovation ermöglichen und Veränderungen
vorantreiben.
In seinem Vortrag plädiert Dr. Peter Kreuz dafür, eingefahrene Denkgewohnheiten
bewusst zu hinterfragen. Nicht jeder Regelbruch sei sinnvoll - wohl aber jener,
der den Blick auf bessere Lösungen eröffnet. Entscheidend sei die Fähigkeit,
zwischen Regeln zu unterscheiden, die Orientierung geben, und solchen, die ihren
ursprünglichen Zweck längst verloren haben. Ziel sei nicht mehr Beliebigkeit,
sondern mehr Gestaltungsfreiheit, Eigenverantwortung und unternehmerisches
Denken.
Dabei richtet sich der Blick vor allem auf die Haltung von Führungskräften und
Projektverantwortlichen. Wer komplexe Herausforderungen bewältigen will, brauche
mehr als funktionierende Prozesse. Gefragt seien Menschen, die Routinen kritisch
hinterfragen, Prioritäten konsequent setzen und bereit sind, gewohnte Denkmuster
zu verlassen. Bewusste Vereinfachung und intelligenter Regelbruch könnten dazu
beitragen, Handlungsspielräume zurückzugewinnen und Organisationen wieder
beweglicher zu machen.
Die Präsentation verbindet provokante Denkanstöße mit Beispielen aus der
Managementpraxis und lädt die Teilnehmenden ein, eigene Überzeugungen kritisch
zu reflektieren. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Organisationen tatsächlich
das richtige Spiel spielen - oder lediglich immer effizienter Regeln befolgen,
die längst nicht mehr zum angestrebten Ziel führen.
" Rebel Mind - Regelbruch als Kompetenz (https://www.pm-forum.de/programm/uebers
icht/rebel-mind-regelbruch-als-kompetenz?utm_source=ots&utm_medium=pressemeldung
&utm_campaign=pm_forum&utm_id=7_83&utm_content=pm_2_ots) " gehört zu den
Highlight-Präsentationen des PM Forum 2026. Europas führender Fachkongress für
Projektmanagement bringt am 8. und 9. Oktober 2026 in München
Projektverantwortliche, Führungskräfte, PMO-Experten und Entscheider aus
Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung zusammen. Das Programm umfasst Keynotes,
Fachvorträge, Praxisberichte und Diskussionsformate zu den aktuellen
Herausforderungen und Zukunftsthemen des Projektmanagements.
Sie werben für den "intelligenten Regelbruch". Wo verläuft für Sie die Grenze
zwischen notwendiger Ordnung und einer Regelkultur, die Menschen und
Organisationen lähmt?
Die Grenze ist eine einzige Frage: "Weiß noch jemand, warum wir das tun?" Eine
Regel, deren Ursprung niemand mehr erklären kann, ist keine Ordnung. Sie ist
Aberglaube mit Aktenzeichen. Ordnung gibt Orientierung. Lähmung beruft sich nur
noch auf sich selbst.
Viele Unternehmen sprechen von Innovation, gleichzeitig belohnen sie oft
Anpassung und Risikovermeidung. Warum fällt es Organisationen so schwer, echtes
Querdenken zuzulassen?
Weil Organisationen ehrlicher sind, als sie zugeben: Sie sagen "Innovation",
organisieren aber Absicherung. Für ein gescheitertes Experiment werden Sie zur
Rechenschaft gezogen. Für eine nie verfolgte Idee nie. Solange mittelmäßiger
Erfolg sicherer ist als großartiges Scheitern, optimieren kluge Menschen
Richtung Mittelmaß.
In Ihrem Buch "Rebel Mind" beschreiben Sie Menschen, die etwas bewegen wollen,
statt nur bestehende Abläufe zu verwalten. Was unterscheidet solche Menschen von
anderen - und lässt sich diese Haltung erlernen?
Rebel Minds fragen nicht zuerst: "Darf ich das?" Sie fragen: "Ist das sinnvoll?"
Das ist ein kleiner Unterschied mit großer Wirkung. Und ja, diese Haltung lässt
sich trainieren. Durch bewusstes Hinterfragen, kleine Regelbrüche und die
Erfahrung, dass Verantwortung mehr Energie freisetzt als bloße Absicherung.
Sie beschäftigen sich seit vielen Jahren mit Führung und Veränderung. Welche
Denkgewohnheit beobachten Sie derzeit am häufigsten bei Führungskräften, obwohl
sie längst überholt ist?
Der Glaube, Führung heiße, die Antwort zu haben. In einer komplexen Welt ist die
Führungskraft, die immer die Antwort hat, manchmal der gefährlichste Mensch im
Raum. Weil das ganze System dann aufhört, selbst zu denken.
Projektmanagement lebt von Strukturen, Prozessen und Standards. Ihr Ansatz
stellt etablierte Regeln bewusst infrage. Ist das ein Widerspruch oder gerade
eine notwendige Ergänzung?
Es ist eine notwendige Ergänzung und eine Frage der Rangordnung: Struktur soll
dienen, nicht herrschen. Und das sage ich ausdrücklich als Außenstehender: Sie
können ein Projekt makellos steuern, im Plan, im Budget und trotzdem mit voller
Geschwindigkeit das Falsche bauen. Methoden fragen oft: "Machen wir das Ding
richtig?" Zu selten fragt jemand: "Bauen wir überhaupt das richtige Ding?"
Viele Projekte scheitern nicht an fehlendem Fachwissen, sondern an politischen
Interessen, Silodenken und Absicherungsmechanismen. Wo würden Sie dort als
Erstes ansetzen?
Ich würde bei der Frage anfangen, wer bestraft wird, wenn er die Wahrheit
ausspricht. Viele Projektkatastrophen sind lange bekannt, bevor sie offiziell
zugegeben werden. Bloss wer es zuerst laut sagt, gilt als Bremser. Silos und
Absicherung sind oft nur Symptome. Die Krankheit heißt: Ehrlichkeit ist
karrieregefährdend. Dann wird Projektmanagement zur Diplomatie mit Gantt-Chart.
Projektteams stehen häufig unter dem Druck, Risiken zu minimieren. Gleichzeitig
entstehen Innovationen meist dort, wo Menschen Neues ausprobieren dürfen. Wie
gelingt dieser Balanceakt?
Indem Sie aufhören, es als Balanceakt zu sehen. Die eigentliche Kompetenz ist
Unterscheidung: Welche Entscheidung ist umkehrbar und welche nicht?
Organisationen machen es oft falsch herum: Sie zerreden kleine, umkehrbare
Entscheidungen in Gremien zu Tode und treffen große, kaum umkehrbare im
Vorbeigehen. Sparen Sie Ihre Vorsicht für das auf, was sich wirklich nicht
zurückdrehen lässt.
In großen Organisationen entstehen oft immer neue Prozesse, Freigaben und
Abstimmungsschleifen. Ab wann wird Governance aus Ihrer Sicht zum
Innovationshemmnis?
Wenn mehr Energie in die Legitimation einer Entscheidung fließt als in ihre
Qualität. Wenn Menschen nicht mehr überlegen, was richtig wäre, sondern wie sie
es durch die Gremien bekommen. Governance wird giftig, sobald sie aufhört, die
Organisation vor echten Risiken zu schützen und anfängt, sie vor den eigenen
Leuten zu schützen. Dann haben Sie kein Steuerungssystem mehr, sondern ein
Misstrauenssystem mit Formularen.
Welche Rolle spielen Projektleiter bei der Förderung einer Kultur, in der
Menschen Verantwortung übernehmen und auch unbequeme Fragen stellen dürfen?
Projektleitende haben eine größere und unbequemere Rolle, als ihnen manchmal
lieb ist. Eine Kultur, in der man unbequeme Fragen stellen darf, entsteht nicht
in der Ankündigung. Sie entsteht in den zwei Sekunden, nachdem der Erste
tatsächlich eine gestellt hat. Alle schauen dann darauf, was mit dem Mutigen
passiert: Wird er ernst genommen oder höflich abgeräumt? Diese eine Reaktion
schreibt die wahren Spielregeln, nicht das Leitbild an der Wand.
Worauf dürfen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Ihres Vortrags freuen,
ohne dass Sie bereits zu viel verraten?
Auf einen Blick von außen auf ihre Welt. Keine Methodenschlacht, kein
Framework-Feuerwerk, keine Motivationsdusche. Sondern ein paar Gedanken, die
hoffentlich hängen bleiben - und vielleicht beim nächsten Lenkungsausschuss
leise stören. Im besten Sinne.
Über den Referenten: Dr. Peter Kreuz ist SPIEGEL-Bestsellerautor und Vordenker
für Zukunftsgestaltung. Mit seinem Ansatz "Rebel Mind" setzt er sich für klugen
Regelbruch, bewusste Vereinfachung und den Mut ein, historisch gewachsene
Erfolgsmuster kritisch zu hinterfragen. Seine Vorträge verbinden provokante
Denkanstöße mit konkreten Impulsen für Führung, Innovation und
Organisationsentwicklung.
Der Vortrag von Dr. Peter Kreuz unter dem Titel "Komplexität als Stärke - Wenn
Planung mehr Chaos erzeugt" findet am 08.10.2026 von 14:00 - 14:45 Uhr im Raum
Nymphenburg 1-3 (EG) statt.
Mehr über den Vortrag und das PM Forum erfahren Sie hier (https://www.pm-forum.d
e/programm/uebersicht/rebel-mind-regelbruch-als-kompetenz?utm_source=ots&utm_med
ium=pressemeldung&utm_campaign=pm_forum&utm_id=7_83&utm_content=pm_2_ots) .
Mehr über den Autor: http://www.peterkreuz.com
Pressekontakt:
Sebastian Wieschowski
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