|
Langenfeld (ots) - Stiftungen galten lange als Instrument für Superreiche oder
große Unternehmerfamilien. Doch auch immer mehr Mittelständler entdecken sie als
Möglichkeit, Vermögen langfristig zu sichern, die Unternehmensnachfolge zu
regeln oder gesellschaftliches Engagement mit einer strategischen
Vermögensplanung zu verbinden.
"Eine Stiftung ist kein Luxus für Milliardäre. Für viele Unternehmer kann sie
ein wirksames Instrument sein, um Vermögen, Unternehmen und Nachfolge
langfristig zusammenzudenken", sagt Sascha Drache. In diesem Artikel erklärt der
Stiftungsexperte, für wen sich eine Stiftung tatsächlich lohnt, welche Ziele
sich damit verfolgen lassen und welche Irrtümer viele Mittelständler davon
abhalten, sich mit dem Thema zu beschäftigen.
Wer wirklich profitiert - und wer nicht
Das Bild von der Stiftung als exklusivem Werkzeug einiger Milliardärsfamilien
hält sich hartnäckig. Namen wie Bosch oder Aldi prägen die öffentliche
Wahrnehmung und legen nahe, dass es stets um Vermögen in Milliardenhöhe gehe.
Die Wirklichkeit im deutschen Stiftungswesen sieht anders aus: Die meisten
Stiftungen werden mit weit bescheideneren Mitteln errichtet, und nur ein kleiner
Bruchteil verfügt über zweistellige Millionenbeträge.
Als Orientierung nennt Drache, der als zertifizierter Stiftungsberater seit über
sechzehn Jahren jährlich rund hundert Gründungen begleitet, eine Größenordnung,
die viele überrascht. "Sobald ein Unternehmer ein Vermögen von etwa einer halben
Million Euro aufgebaut hat - ob in Immobilien, Firmenanteilen oder
Kapitalanlagen - und ein solides laufendes Einkommen bezieht, lohnt sich der
Blick auf die Stiftung", erklärt er. Zugleich warnt er vor überzogenen
Erwartungen: Wer nur ein kleines Depot oder ein Vermögen von wenigen zehntausend
Euro besitze, für den stünden Aufwand und laufende Verwaltung einer
eigenständigen Stiftung in keinem sinnvollen Verhältnis zum Nutzen. Die Stiftung
sei ein Instrument für gewachsene Vermögen, kein Standardprodukt für jedermann.
Drei Ziele, die den Ausschlag geben
Was Mittelständler zur Stiftung führt, lässt sich meist auf drei Beweggründe
zurückführen. Der erste ist die Nachfolge. Der Generationenwechsel ist zu einer
der drängendsten Fragen der deutschen Wirtschaft geworden: Laut dem
Nachfolge-Monitoring der KfW waren 2025 bereits 57 Prozent der mittelständischen
Inhaber 55 Jahre oder älter - vor zwanzig Jahren waren es nur 20 Prozent. Jahr
für Jahr suchen Zehntausende Betriebe einen Nachfolger, doch geeignete
Kandidaten sind rar.
Wie konkret dieses Motiv wirkt, zeigt eine Konstellation, die Drache in seiner
Beratung immer wieder begegnet: ein Unternehmer Mitte sechzig, dessen Kinder
eigene berufliche Wege eingeschlagen haben und den Betrieb nicht fortführen
möchten. Ohne rechtzeitige Regelung droht am Ende die Schließung eines gesunden
Unternehmens oder ein Verkauf unter Zeitdruck und damit unter Wert. Eine
Familienstiftung kann das Unternehmen an dieser Stelle als Ganzes übernehmen,
seinen Fortbestand über die Generationen sichern und die Familie zugleich aus
den Erträgen versorgen, ohne dass die Anteile zersplittert werden.
Der zweite Beweggrund ist der Vermögensschutz. In einer Stiftung gehören die
eingebrachten Werte nicht mehr einer natürlichen Person, sondern der Stiftung
selbst - und stehen damit außerhalb des unmittelbaren Zugriffs, sei es durch
Gläubiger, eine unternehmerische Schieflage oder eine Scheidung. "Die Stiftung
schafft eine Sicherheit, die weder ein Testament noch ein Ehevertrag in dieser
Form leisten kann", macht Drache deutlich. Der dritte Beweggrund ist
steuerlicher Natur: Erträge unterliegen auf Ebene der Stiftung der
Körperschaftsteuer von rund 15 Prozent, im Privatvermögen dagegen einer
Einkommensteuer von bis zu 45 Prozent. Über Jahre und mehrere Generationen
hinweg summiert sich diese Differenz zu einem spürbaren Vorteil beim
Vermögensaufbau.
Dass solche Überlegungen längst in der Breite angekommen sind, belegen die
jüngsten Zahlen des Bundesverbands Deutscher Stiftungen: 2025 entstanden 895
neue rechtsfähige Stiftungen, der Gesamtbestand wuchs auf 27.082. Bemerkenswert
ist eine stille Verschiebung - erstmals überwogen bei den Neugründungen die
privatnützigen gegenüber den gemeinnützigen Stiftungen, ein Zeichen dafür, dass
Vermögenssicherung und Nachfolge als Beweggründe an Gewicht gewinnen.
Die Irrtümer, die viele abhalten
Dennoch zögern viele Mittelständler - häufig aufgrund von Missverständnissen.
Weit verbreitet ist die Sorge, mit der Übertragung des Vermögens die Kontrolle
vollständig aufzugeben. Tatsächlich lässt sich über die Satzung und die
Besetzung der Gremien genau regeln, wer welche Entscheidungen trifft. Der
Stifter kann sich weitreichenden Einfluss sichern, ohne selbst Eigentümer zu
bleiben. Ein zweiter Irrtum betrifft die vermeintliche Endgültigkeit: Eine
sorgfältig gestaltete Satzung lässt Spielräume für spätere Anpassungen, solange
der Stiftungszweck gewahrt bleibt.
Auch die Annahme, eine Stiftung diene stets nur gemeinnützigen Zwecken, hält
sich hartnäckig. Die Familienstiftung darf das Vermögen und die Versorgung der
eigenen Familie in den Mittelpunkt stellen. Gesellschaftliches Engagement lässt
sich, etwa über eine Doppelstiftung, gezielt damit verbinden. Entscheidend sei
jedoch die fachkundige Umsetzung, betont der Stiftungsexperte. "Die Stiftung ist
eine legale und bewährte Struktur, aber sie verzeiht keine handwerklichen
Fehler. Wer Satzung, Zweck und steuerliche Gestaltung nicht sauber aufsetzt,
verschenkt genau die Vorteile, wegen derer er sie errichtet hat."
Hartnäckig hält sich schließlich die Vorstellung, eine Stiftung sei teuer und
ihre Errichtung ein jahrelanger Kraftakt. Zwar verursacht die Gründung einmalige
Kosten und erfordert eine sorgfältige Vorbereitung. Im Verhältnis zum
geschützten Vermögen und zur langfristigen steuerlichen Wirkung fallen diese
jedoch meist überschaubar aus. Seit der Stiftungsrechtsreform sind zudem viele
Abläufe klarer geregelt, was den Weg zur eigenen Stiftung planbarer macht als
noch vor wenigen Jahren.
Vom Reservat der Reichen zur Option des Mittelstands
Die Stiftung ist längst keine Angelegenheit weniger Milliardärsfamilien mehr.
Für Mittelständler, die ihr Lebenswerk erhalten, ihre Nachfolge ordnen und ihr
Vermögen über Generationen absichern wollen, ist sie zu einer ernsthaften Option
geworden - vorausgesetzt, Vermögen und Zielsetzung passen zusammen. Die
steigenden Gründungszahlen und der wachsende Anteil familiennütziger Stiftungen
zeigen, dass immer mehr Unternehmer diese Möglichkeit für sich entdecken.
"Der wichtigste Schritt ist, sich überhaupt mit dem Thema zu befassen, statt es
aufzuschieben", resümiert Drache. "Wer früh plant, hat die meisten
Gestaltungsmöglichkeiten - und schafft eine Ordnung, von der die nächste
Generation profitiert." Am Anfang steht dabei nicht die Gründung, sondern eine
nüchterne Analyse der eigenen Situation. Ob die Stiftung das richtige Instrument
ist, lässt sich stets nur im Einzelfall beantworten.
Über Sascha Drache:
Sascha Drache ist Experte für das Stiftungswesen. Er ist seit vielen Jahren in
der deutschen Stiftungswelt unterwegs und gilt gemeinhin als der deutsche
Stiftungspapst. Mit seiner Beratung in Sachen Stiftungsgründung unterstützt er
den deutschen Mittelstand. Dabei begleitet der Experte seine Klienten über die
gesamte Phase der Gründung und unterstützt sie dabei, die Stiftung auf einem
festen Fundament zu errichten, um den Aufbau und Schutz des Vermögens
langfristig sicherzustellen. Mehr Informationen dazu unter:
https://www.stiftung.de/
Pressekontakt:
RS Ratgeber Stiftung Beratung e.K.
Vertreten durch: Sascha Drache
E-Mail: mailto:info@ratgeber-stiftung.de
Website: https://www.stiftung.de
Ruben Schäfer
mailto:redaktion@dcfverlag.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/167546/6321605
OTS: Ratgeber Stiftung
|