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Straubing (ots) - Die Politik will den hohen Krankenstand mit strengeren Regeln
bekämpfen. Geplant sind eine Krankschreibung ab dem ersten Krankheitstag und das
Aus der telefonischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Ziel ist es, Fehlzeiten
zu reduzieren. Gleichzeitig warnen Ärzte, Ökonomen und Arbeitgebervertreter,
dass dadurch vor allem mehr Bürokratie entsteht - nicht unbedingt weniger
Krankheitsfälle.
"Denn mehr Kontrolle sorgt nicht automatisch für weniger Fehlzeiten. Wer die
Ursachen von Krankheit ignoriert, wird den Krankenstand mit neuen Regeln kaum
nachhaltig senken", erklärt Georg Soller, der knapp 2.000 Arbeitgeber mit über
40.000 versicherten Mitarbeitern betreut. Nachfolgend lesen Sie, warum Kontrolle
allein das Problem nicht löst, welche Maßnahmen Fehlzeiten tatsächlich
reduzieren und wie Unternehmen langfristig gesündere und leistungsfähigere Teams
aufbauen können.
Mehr Bürokratie, aber kein Rückgang der Krankheit
Strengere Regeln bei Krankschreibungen wirken auf den ersten Blick wie ein
nachvollziehbarer politischer Reflex. Tatsächlich greifen sie jedoch am Kern des
Problems vorbei. Steigende Fehlzeiten lassen sich nicht damit erklären, dass
Beschäftigte massenhaft aus Bequemlichkeit zu Hause bleiben. Die Entwicklung
spricht vielmehr dafür, dass Menschen tatsächlich krank sind. Ein Attest ab dem
ersten Tag bindet zusätzliche Arztzeit, erzeugt Wartezeiten und belastet ein
Gesundheitssystem, das vielerorts ohnehin an Kapazitätsgrenzen arbeitet. Das
Ergebnis: mehr bürokratischer Aufwand, nicht weniger Krankheit.
Hinzu kommt ein weiteres Risiko. Wer krank ist und dennoch eine Bescheinigung
organisieren muss, schleppt sich entweder in die Praxis oder direkt in den
Betrieb. Genau dort beginnt Präsentismus - er begünstigt Fehler, kann Kollegen
anstecken und verlängert Krankheitsverläufe.
Die eigentlichen Ursachen steigender Fehlzeiten
Die Entwicklung der Fehlzeiten verweist dabei vor allem auf strukturelle
Ursachen hin. So hat die DAK für 2024 einen Anstieg der Fehlzeiten von 38
Prozent gegenüber dem Vorjahr dokumentiert. Der Grund für diese Erhöhung liegt
nicht darin, dass Menschen unberechtigt krankfeiern, sondern dass Erkrankungen
häufig länger dauern als nötig. Verzögerte Diagnosen, verschleppte Behandlungen
und ein überlastetes Versorgungssystem, in dem gesetzlich Versicherte auf
Facharzttermine oft wochenlang warten, treiben dies voran.
Wer etwa mit Rückenschmerzen sechs Wochen auf einen Orthopäden warten muss,
bleibt in dieser Zeit unabhängig vom Attest in seiner Leistungsfähigkeit
eingeschränkt. Dazu kommt die wachsende Bedeutung psychischer Erkrankungen. Nach
Muskel-Skelett-Problemen sind sie die zweithäufigste Ursache für Krankmeldungen
und verursachen besonders lange Ausfallzeiten. Beide Ursachenfelder reagieren
nicht auf mehr Druck, sondern auf schnellere medizinische Versorgung.
Warum der Mittelstand besonders belastet wird
Besonders stark würde ein Kontrollansatz den Mittelstand treffen. Unternehmen
mit 20 bis 100 Mitarbeitern verfügen häufig über keine eigene HR-Abteilung und
spüren jeden einzelnen Ausfalltag unmittelbar. Zusätzliche Nachweispflichten
bedeuten für sie reale Kosten: Beschäftigte verlieren Zeit durch Arztbesuche,
Praxen stellen Bescheinigungen aus - am Gesundheitszustand ändert sich dadurch
nichts.
In Handwerksbetrieben, Pflegeeinrichtungen oder produzierenden Unternehmen wiegt
das besonders schwer, weil dort Anwesenheit nicht einfach durch Homeoffice
ersetzt werden kann. Gleichzeitig sind das genau die Branchen, in denen
Fachkräfte am knappsten sind und ein schlechtes Arbeitgeberimage am teuersten
wird. "Wer kranke Mitarbeiter durch Bürokratie unter Druck setzt, erzeugt keine
Gesundheit - sondern riskiert, genau die Leute zu verlieren, die er nicht
ersetzen kann", sagt Georg Soller.
Was Unternehmen wirksamer tun können
Wirksamer als Kontrolle ist ein schneller Zugang zur medizinischen Versorgung.
Wenn Beschäftigte mit Beschwerden innerhalb von zwei bis fünf Werktagen beim
Facharzt sitzen statt erst nach mehreren Wochen, verkürzen sich Ausfälle konkret
und messbar. Genau an diesem Hebel können Unternehmen selbst ansetzen. Eine
betriebliche Krankenversicherung verschafft Mitarbeitern Privatpatientenstatus -
ohne Wechsel aus der gesetzlichen Krankenkasse, ohne Gesundheitsprüfung und ab
dem ersten Tag. Damit verbunden sind Leistungen wie Chefarztbehandlung,
Einbettzimmer und kurzfristige Facharzttermine: schnellere Diagnosen, schnellere
Behandlungen, frühere Rückkehr in die Arbeitsfähigkeit.
Gleichzeitig setzt ein solcher Schritt ein anderes Signal als bloße Kontrolle.
Wer in die Gesundheit der Belegschaft investiert, stärkt Wertschätzung und
Bindung. Leistungsstarke Fachkräfte registrieren sehr genau, ob Misstrauen oder
Unterstützung das Betriebsklima prägt. Unternehmen sollten deshalb nicht auf
politische Entscheidungen warten, sondern die Versorgungsqualität ihrer
Belegschaft selbst aktiv verbessern. "Kein Mitarbeiter verlässt freiwillig einen
Arbeitgeber, der ihm Privatpatientenstatus schenkt - weil dieser Status täglich
wirkt, nicht einmal im Jahr beim Gehaltszettel" schließt Georg Soller.
Über Georg Soller:
Georg Soller ist Gründer und CEO der Georg Soller Unternehmensgruppe, die sich
auf Unternehmensversicherungen, Beratung und Mitarbeiterbenefits spezialisiert
hat. Sein Fokus liegt auf digitalen, transparenten und individuellen
Absicherungskonzepten für Unternehmen. Mit strukturierten Lösungen und
branchenspezifischen Modellen unterstützt er Firmen dabei, Risiken zu minimieren
und Prozesse effizient zu steuern. Weitere Informationen unter:
https://www.georgsoller.de/
Pressekontakt:
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Vertreten durch: Georg Soller
E-Mail: mailto:info@georgsoller.de
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Ruben Schäfer
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