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Glaskompetenzzentrum Torgau: Drees & Sommer begleitet Leuchtturmprojekt für die Glasindustrie in Sachsen (FOTO)

27.07.2026 11:25 Uhr Drees & Sommer SE

Torgau (ots) - Deutschland produziert mehr Glas als jedes andere Land Europas[1]. Gleichzeitig steht die Branche unter Transformationsdruck: Hohe Energiekosten, Umstieg auf klimafreundlichere Verfahren und Fachkräftemangel fordern die Glasindustrie heraus. Um die Traditionsbranche zu stärken, baut der Landkreis Nordsachsen in Torgau ein neuartiges Glaskompetenzzentrum. Seine Besonderheit: Berufliche Ausbildung und industrielle Praxis werden dort durch universitäre Forschung begleitet. Dafür entstehen im 3.300 Quadratmeter großen Gebäudekomplex auf insgesamt 5.300 Quadratmetern Geschossfläche Lehrwerkstätten, Labore sowie Versuchs- und Pilotanalagen. Rund 34 Millionen Euro aus dem Strukturfonds des Bundes fließen in das Projekt. Das auf Bau, Immobilien und Infrastruktur spezialisierte Beratungsunternehmen Drees & Sommer SE plant die Ausstattung der Werkstätten und der Labore für die Glasforschung. Ende 2027 soll der Betrieb starten.

Vom feuerfesten Jenaer Glas über künstliche Augen bis hin zu modernen Solargläsern: Mitteldeutschland zählt seit Jahrhunderten zu den wichtigsten Glasregionen Europas. An diese Tradition knüpft der Landkreis Nordsachsen nun an und errichtet neben dem Beruflichen Schulzentrum Nordsachsen, kurz BSZ, in Torgau ein hochmodernes Glaskompetenzzentrum. "Die Glasindustrie braucht dringend qualifizierte Fachkräfte und muss sich gleichzeitig technologisch weiterentwickeln. Das Glaskompetenzzentrum verbindet beides und stärkt damit die Zukunftsfähigkeit der Branche und der Region", sagt Nordsachsens Landrat Kai Emanuel. Während der Landkreis Nordsachsen als Träger fungiert, übernimmt der GlasCampus Torgau die inhaltliche Konzeption des neuen Bildungs- und Innovationszentrums. Das Fachkräftenetzwerk, zu dem unter anderem die TU Bergakademie Freiberg, das BSZ Nordsachsen und Unternehmen der lokalen Glasindustrie gehören, bietet bereits seit 2019 dort Schulungs- und Weiterbildungsprogramme für Branchenfachkräfte.

Neue Technologien für einen alten Werkstoff

Das neue Glaskompetenzzentrum erweitert das bestehende Angebot und verbindet unterschiedliche Bildungs- und Qualifizierungswege der Glasbranche unter einem Dach - von der Berufs- und Meisterausbildung über wissenschaftliche Forschung bis hin zur Erprobung und Umsetzung klimafreundlicher Technologien. "Derzeit gibt es kaum vergleichbare Bildungszentren in Deutschland. Auch für die Region Nordsachsen, die bisher über keinen eigenen Hochschulstandort verfügt, entsteht mit dem Glaskompetenzzentrum die dringend benötigte Forschungs- und Bildungsstätte", betont Emanuel weiter.

Bis Ende 2027 entsteht dafür ein rund 3.300 Quadratmeter großer Hallenkomplex mit Lehr-, Versuchs- und Pilotanlagen. Hinzu kommen Werkstätten, Seminarräume, ein moderner Maschinenpark und ein Spezialschmelzofen, in dem Alternativen zur energieintensiven Glasschmelze getestet werden. Dort untersuchen Forschende künftig zum Beispiel Wasserstoff- und Plasmabrenner sowie elektrisch beheizte Schmelzverfahren als Alternativen zu Erdgas. Die Ergebnisse sollen Unternehmen der Glasindustrie dabei helfen, klimafreundlichere und effizientere Technologien schneller in die Praxis zu integrieren.

Wenn Werkstätten und Labore ein Gebäude teilen

Als Fach- und Planungsexperte unterstützt Drees & Sommer den Landkreis Nordsachsen bei dem Vorhaben. Das Expertenteam plant unter anderem die Werkstätten für die Produktion von Glas sowie Holz-, Alu- und Kunststofffenstern und ein Messlabor für die Glasforschung. Was die Planung des künftigen Glaskompetenzzentrums anspruchsvoll macht, erklärt Jakob Mühlwitz, Projektverantwortlicher bei Drees & Sommer: "Werkstätten, Maschinen und Forschungsbereiche müssen später als ein Gesamtsystem funktionieren. Unsere Aufgabe ist es daher, unterschiedliche Anforderungen aus Ausbildung, Handwerk und Forschung sinnvoll zusammenzuführen, planerisch zu konkretisieren und die baulichen und technischen Schnittstellen zu koordinieren". Neben bautechnischen Anforderungen fließen künftige Betriebsabläufe, Material- und Personenflüsse und industrielle Vorgänge in die Planung ein. Dabei bringt das Expertenteam seine Erfahrung aus anderen Industrieprojekten ein. "Plant man ein Produktions- und Forschungsgebäude, kommt es nicht auf einzelne Räume oder Maschinen an. Entscheidend ist, den gesamten Entwicklungs- und Fertigungsprozess mitzudenken. Erst wenn Arbeitsabläufe, Maschinenanordnung und Transportwege aufeinander abgestimmt sind, kann der spätere Betrieb reibungslos funktionieren", führt Mühlwitz weiter.

Mit dem Spatenstich im April 2026 starteten bereits die Bauarbeiten für das neue Glaskompetenzzentrum. In einem weiteren Bauabschnitt wird ab 2027 das ehemalige Volkshochschulgebäude zum Internat mit 42 Plätzen umgebaut. Die Finanzmittel für das Gesamtprojekt stammen überwiegend aus dem Just Transition Fund der EU, der den Strukturwandel infolge des Braunkohleausstiegs unterstützt.

[1] Statistical Report 2025-2026. Glass Alliance Europe. (https://www.wko.at/oe/ industrie/glasindustrie/statistical-report-glass-alliance-europe.pdf)

Pressekontakt:

mailto:presse@dreso.com

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/134210/6321697 OTS: Drees & Sommer SE


Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - Drees & Sommer SE
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