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Berlin (ots) - Psychische Erkrankungen sind so oft Grund für Krankschreibungen
wie nie zuvor. Betroffene fallen dabei oft wochenlang aus, während sie auf eine
dringend benötigte Behandlung warten. Für die Bundespsychotherapeutenkammer
(BPtK) sind die Ergebnisse der aktuellen DAK-Krankenstandsanalyse ein klares
Zeichen dafür, welche fatalen Folgen Kürzungen in der ambulanten Psychotherapie
haben können. Monatelange Wartezeiten auf einen Psychotherapieplatz erhöhen das
Risiko, dass sich psychische Erkrankungen verschlechtern, chronifizieren und zu
langfristigen Arbeitsausfällen führen. Der Bundestag hat mit seinem
Entschließungsantrag zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (GKV-BStabG)
bereits ein wichtiges Signal gesetzt und auf die besonders kritische Lage in der
ambulanten Psychotherapie reagiert. Die BPtK fordert jetzt die schnelle
Umsetzung, um die gravierendsten Einschnitte zu verhindern.
"Diese Zahlen sprechen eine klare Sprache", sagt BPtK-Präsidentin Dr. Andrea
Benecke. "Die Kosten, die im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen
entstehen, steigen immer weiter. Mit Kürzungen bei der Psychotherapie kann
mittel- und langfristig kein Geld gespart werden."
Der DAK zufolge stehen psychische Erkrankungen erstmals an der Spitze aller
Ursachen für Fehlzeiten. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Krankschreibungen
wegen psychischer Erkrankungen um neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit
setzt sich einer der auffälligsten Trends im Krankenstand der letzten zwei
Jahrzehnte fort.
BPtK fordert Nachbesserung im September
"Die aktuell veröffentlichten Zahlen müssen ein Weckruf sein", mahnt Benecke.
"Wir dürfen die angespannte Lage in der psychotherapeutischen Versorgung nicht
weiter verschärfen. Menschen mit dringendem Behandlungsbedarf brauchen schneller
einen Therapieplatz. Mit dem Entschließungsantrag hat die Politik den richtigen
Weg vorgezeichnet. Jetzt erwarten wir, dass die im September anstehende
Korrektur zügig und konsequent genutzt wird, um die gravierendsten Folgen der
Kürzungen einzudämmen. Die BPtK steht bereit, den Gesetzgeber dabei mit ihrer
fachlichen Expertise zu unterstützen", so Benecke.
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Ulrike Florian
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OTS: Bundespsychotherapeutenkammer
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