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Hamburg/Lausanne (ots) - Der Weltfechtverband FIE begrüßt die Entscheidung des
Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg vom 23. Juli 2026 im Verfahren gegen
Reuters über einen am 5. Mai 2026 unter dem Titel "Athletes and coaches lobby
IOC with concerns over fencing federation" veröffentlichten Bericht. Das Gericht
untersagte Reuters die Verbreitung unwahrer Behauptungen über den Verband.
Am 5. Mai 2026 wurde ein offener Brief an IOC-Präsidentin Kirsty Coventry und
die Führung des Internationalen Fechtverbandes (FIE) veröffentlicht, in dem
Vorwürfe gegen die Führung der FIE erhoben und eine externe Untersuchung
gefordert wurden. Noch am selben Tag verbreitete die Nachrichtenagentur Reuters
weltweit an Medien einen Bericht, wonach der offene Brief von "almost 3,000
athletes and coaches", also fast 3.000 Athleten und Trainern, unterzeichnet
worden sei. Zahlreiche Medien weltweit übernahmen die Meldung.
Die FIE hat von Beginn an erklärt, dass diese Behauptungen unzutreffend und Teil
einer Diffamierungskampagne gegen die Führung des Sports sind.
Reuters konnte die Richtigkeit der Zahl nicht glaubhaft machen und darf die
Behauptung aufgrund des gerichtlichen Verbots nicht mehr aufstellen. Das
Hanseatische Oberlandesgericht Hamburg hat der Nachrichtenagentur im Wege der
einstweiligen Verfügung untersagt, die Aussage zu verbreiten (Beschluss vom
23.07.2026, Az. 7 W 94/26). Das Landgericht Hamburg hatte den Verfügungsantrag
zunächst zurückgewiesen; die Entscheidung erging auf die Beschwerde der FIE. Für
jeden Fall der Zuwiderhandlung droht Reuters ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000
Euro, ersatzweise Ordnungshaft.
Das Gericht stufte die Aussage als unwahre Tatsachenbehauptung ein. Nach den
Feststellungen des Gerichts erfolgte die Unterzeichnung des offenen Briefes über
ein Online-Formular, das für jeden Interessierten frei zugänglich war.
Unstreitig wurde weder die Identität der Unterzeichner geprüft noch die Angabe,
es handele sich um Athleten oder Trainer. Fast die Hälfte der Einträge wurde
anonym abgegeben. Der Initiator rief überdies dazu auf, den Brief an Dritte
weiterzuleiten, die ebenfalls unterzeichnen könnten.
Das Gericht hielt fest, dass an der Verbreitung unwahrer Tatsachen kein
berechtigtes Interesse besteht. Es hob hervor, dass es der Äußerung ein
erheblicheres, die Rechte des Verbandes verletzendes Gewicht verleiht, wenn fast
3.000 Athleten und Trainer als Unterzeichner angegeben werden statt einer
entsprechenden Anzahl nicht weiter individualisierbarer Personen: Von Athleten
und Trainern erwartet der durchschnittliche Leser eine größere Sachkunde
bezüglich der Vorgänge im Weltverband.
Eine von der FIE in Auftrag gegebene unabhängige Untersuchung der
Unterzeichnerliste hatte zuvor ergeben, dass sich nur ein Bruchteil der
Unterzeichner des Briefes an das IOC FIE-lizenzierten Athleten oder Trainern
zuordnen ließ, während sich viele andere als Eltern, Fans oder sonstige Dritte
bezeichneten. Zudem meldeten nationale Verbände Namen von als Unterzeichner
genannter Athleten, die nach eigener Erklärung nie unterschrieben hatten. Die
Liste enthält ferner Mehrfacheinträge und offenkundige Scheineinträge.
FIE-Interimspräsident Abdelmoneim El Husseiny: "Die haltlose Behauptung, die
Reuters veröffentlichte, war die einzige Grundlage für die weltweite
Aufmerksamkeit, die dieser Brief erhalten hat. Diese Grundlage ist nun
gerichtlich als unwahr eingestuft, und Reuters selbst räumt inzwischen ein, die
Zahl nie unabhängig überprüft zu haben. Eine Kampagne, die auf einer anonymen,
ungeprüften und für jedermann manipulierbaren Online-Liste beruht, diskreditiert
sich selbst und mit ihr jeden Vorwurf, der sich auf sie stützt."
Rechtsanwalt Joachim Nikolaus Steinhöfel, der die FIE vertritt: "Der Initiator
des Beschwerdebriefes hat schon vor dessen Absendung öffentlich zur Manipulation
der Unterzeichnerliste aufgerufen. Aus einer zur Hälfte anonymen, teilweise
gefälschten und von beliebigen Dritten unterzeichneten Liste wurde ein
Beschwerdebrief von 3.000 Athleten und Trainern. Ein bizarrer Vorgang: Die
Integrität des Weltverbandes sollte mit einer Liste erschüttert werden, die
selbst keinerlei Integrität besitzt."
Nach der Entscheidung hat Reuters den Artikel korrigiert. Laut Korrekturvermerk
wurde die Zahl von 3.000 entfernt. Reuters erklärt ausdrücklich, die
Unterschriften nicht unabhängig überprüft zu haben, und weist darauf hin, dass
die FIE-Zahl und Echtheit der Unterzeichner bestreitet.
Pressekontakt:
Joachim Nikolaus Steinhöfel
Rechtsanwälte Steinhöfel
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OTS: Rechtsanwälte Steinhöfel
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