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Bonn (ots) - Die deutsche Futtermittelwirtschaft hat in den vergangenen Jahren
erhebliche Fortschritte bei der nachhaltigen Beschaffung des Rohstoffs Soja
erzielt. Der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT) fasst diese Entwicklung
erstmals in seinem Soja-Sachstandsbericht zusammen. Der Bericht dokumentiert,
wie die deutsche Futtermittelindustrie ökologische Verantwortung,
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und gesellschaftliche Erwartungen als
Prinzipien der Nachhaltigkeit in einem dauerhaften Prozess miteinander
verbindet. Dr. Hermann-Josef Baaken, Sprecher der Geschäftsführung des DVT,
erläutert: "Soja ist aufgrund seiner Eigenschaften ein zentraler Baustein in der
Fütterung von Schweinen, Geflügel und Rindern. Ein Beispiel ist der
nachweisliche Bezug von Soja aus entwaldungsfreien Regionen."
Der Bericht macht deutlich, dass der ökologische Fußabdruck von Soja weniger von
seinem Herkunftsland als vielmehr von den jeweiligen Produktionsbedingungen,
Lieferketten und Landnutzungshistorien abhängt. Moderne, räumlich differenzierte
Ansätze ermöglichen heute eine präzisere Bewertung als pauschale
Durchschnittswerte. Neben der Erläuterung der generellen Handelskettenmodelle
zur Rückverfolgung der Lieferströme gibt der DVT auch einen Ausblick auf
mögliche Weiterentwicklungen, um die Anforderungen mit den Realitäten globaler
Rohstoffmärkte in Einklang zu bringen.
Von der Zertifikatslogik zur Warenverfolgung
Nachhaltig, entwaldungsfrei erzeugte Sojaprodukte sind heute fest in den
Lieferketten der deutschen Mischfutterhersteller verankert. Bei den
DVT-Mitgliedern gewannen gemäß der Umfrage zum Jahr 2025 die
Handelskettenmodelle, mit denen die Transparenz und Rückverfolgbarkeit der
Lieferketten möglich ist, in den vergangenen Jahren an Bedeutung.
Die Einführung des verpflichtenden Zusatzmoduls QS SojaPlus hat dazu
beigetragen, dass Marktteilnehmer bewusster wahrnehmen, woher Soja stammt und
über welche Handelskettenmodelle dies abgesichert wird. Baaken: "Die
Anforderungen an dokumentierte Herkunftsnachweise, Nachhaltigkeitskriterien und
transparente Warenströme haben die praktische Beschäftigung mit
unterschiedlichen Chain-of-Custody-Modellen spürbar intensiviert. Konnten 2023
vor Einführung des Zusatzmoduls nur 35 Prozent aller Teilnehmer eine Angabe zu
den verwendeten Modellen machen, so waren es 2024 und 2025 bereits 88 Prozent".
Die Nutzung der Handelskettenmodelle variiert je nach Herkunft und
Produktsegment. Dies steht insbesondere im Zusammenhang mit der Verfügbarkeit
entsprechender Warenströme, der Infrastruktur entlang der Lieferkette sowie den
jeweiligen Marktanforderungen. "Grundsätzlich gibt es immer Zielkonflikte
zwischen Marktwirkung, Kosten, Rückverfolgbarkeit und tatsächlicher
Nachhaltigkeitswirkung. Eine ausschließliche Fokussierung auf eines der
Lieferkettenmodelle greift zu kurz", so Baaken. "Weitere Analysen in der
Futtermittelindustrie ergaben, dass heute bereits rund 90 Prozent des
eingesetzten Sojaschrots in Deutschland - egal aus welcher Region der Welt es
kommt - aus entwaldungsfreien Gebieten gemäß der in der EUDR-Verordnung
festgelegten Frist stammt."
Blick nach vorn
Die Anforderungen an nachhaltige Futtermittel und transparente Lieferketten
steigen in den kommenden Jahren weiter. Nationale und europäische Regelungen,
steigende Erwartungen des Handels sowie ein wachsendes gesellschaftliches
Bewusstsein für Klima- und Ressourcenschutz treiben die Weiterentwicklung
nachhaltiger Rohstoffstrategien voran.
Dr. Hermann-Josef Baaken resümiert: "Die Branche hat langfristig für die
Rohstoffbeschaffung mit eigenen Leitlinien und der Zusammenarbeit mit den
Beteiligten in der Wertschöpfungskette wichtige Grundlagen geschaffen, um den
Einsatz nachhaltig erzeugter Eiweißfuttermittel kontinuierlich auszubauen. Sie
tragen dazu bei, einheitliche und akzeptierte Anforderungen zu etablieren,
Transparenz in Lieferketten zu stärken sowie praktikable Lösungen für die
Futtermittelwirtschaft umzusetzen und sind eine wichtige Grundlage für die
Weiterentwicklung einer nachhaltigen Nutztierfütterung und die
Nachhaltigkeitsberichterstattung."
Zahlen und Fakten
Nach aktuellen Daten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
decken heimische Futtermittel rund 88 Prozent des Rohproteinbedarfs für die
Tierernährung, die restlichen zwölf Prozent stammen vor allem aus proteinreichen
Rohstoffen wie Soja. Die Sojabohne ist wegen ihres Ölgehaltes (rund 20 Prozent)
und hohen Proteingehaltes des Schrots für die Human- und Tierernährung
gleichermaßen wertvoll. Das Sojaschrot hat je nach Herkunft einen Eiweißgehalt
von 43 bis 49 Prozent. Im Wirtschaftsjahr 2024/25 stammten laut Agrarmarkt
Informations-Gesellschaft (AMI) beim Import nach Deutschland von den insgesamt
2,4 Mio. Tonnen Sojabohnen 1,7 Mio. Tonnen aus den USA und 0,2 Mio. Tonnen aus
der Ukraine. Darüber hinaus wurden insgesamt 1,6 Mio. Tonnen Sojaschrot in
Deutschland importiert, davon entfielen 1,2 Mio. Tonnen auf Südamerika und 0,3
Mio. Tonnen auf Indien.
Weitere Informationen
Der Soja-Sachstandsbericht steht ab sofort auf der DVT-Website zum Download
bereit:
Futter-Fokus Soja - Sachstandsbericht 2026 (https://www.dvtiernahrung.de/fileadm
in/redaktion/Publikationen/DVT-20260804-Sojabericht_komplett.pdf)
Pressekontakt:
Deutscher Verband Tiernahrung e. V. (DVT)
Mark Jungbluth | Pressesprecher
Beueler Bahnhofsplatz 18 | 53225 Bonn
Telefon: +49 228 97568-23 | mobil: +49 178 6387828 |
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/45468/6328376
OTS: Deutscher Verband Tiernahrung e.V. (DVT)
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