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Darmstadt/Dresden (ots) - Ab dem 10. August finden erstmals auch in Hessen von
häuslicher Gewalt betroffene Männer einen geschützten Zufluchtsort im eigenen
Bundesland. Mit der Eröffnung der ersten Männerschutzwohnung in Südhessen
entsteht ein lange fehlendes Angebot für Männer, die aufgrund von Gewalt ihr
Zuhause verlassen müssen. Die an einem anonymen Ort gelegene Wohnung bietet
Platz für zwei Männer sowie, sofern erforderlich, für deren Kinder und wird von
der Flexiblen Jugendhilfe e. V. betrieben. Neben einer sicheren Unterkunft
erhalten die Bewohner sozialpädagogische und psychosoziale Unterstützung auf dem
Weg in ein gewaltfreies Leben.
Die Eröffnung ist zugleich Teil einer erfreulichen Entwicklung: Innerhalb der
vergangenen zwölf Monate wurden auch in Hamburg, Hannover und Stendal neue
Männerschutzwohnungen eingerichtet. Das bundesweite Hilfesystem für
gewaltbetroffene Männer wächst damit weiter - wenn auch von einem bislang sehr
niedrigen Niveau aus.
Noch bis vor Kurzem mussten Männer aus Hessen häufig in andere Bundesländer
vermittelt werden, wenn sie akut Schutz benötigten. Dass dies künftig nicht mehr
notwendig ist, stellt einen wichtigen Fortschritt dar. Die neue Schutzwohnung
verkleinert die erhebliche Versorgungslücke und verbessert die
Hilfemöglichkeiten für Betroffene sowie für Polizei, Beratungsstellen und andere
Fachkräfte, die Männer in akuten Gewaltsituationen unterstützen.
Gleichzeitig macht die Neueröffnung deutlich, dass der Ausbau des Hilfesystems
noch längst nicht abgeschlossen ist. Trotz der jüngsten Fortschritte gibt es in
vielen Regionen Deutschlands weiterhin keine Schutzunterkünfte für Männer. Wer
von häuslicher Gewalt betroffen ist, muss häufig weite Wege in Kauf nehmen oder
findet überhaupt keinen Schutzplatz.
Die neuen Einrichtungen sind deshalb weit mehr als zusätzliche
Unterbringungsplätze. Sie senden ein wichtiges gesellschaftliches Signal:
Häusliche Gewalt gegen Männer wird zunehmend sichtbar und als ernstzunehmendes
gesellschaftliches Problem anerkannt. Schutzangebote für Männer stehen dabei
nicht in Konkurrenz zum Frauenschutz. Vielmehr ergänzen sie ein Hilfesystem, das
allen von häuslicher Gewalt betroffenen Menschen offenstehen muss. Auch der
Träger der hessischen Einrichtung betont ausdrücklich die Solidarität mit dem
Frauenschutz und verweist darauf, dass Frauen nach wie vor deutlich häufiger und
oftmals schwerer von häuslicher Gewalt betroffen sind.
Jede neu eröffnete Männerschutzwohnung bedeutet, dass gewaltbetroffene Männer
künftig schneller Schutz und Unterstützung erhalten können. Die Entwicklungen in
Hessen, Hamburg, Hannover und Stendal zeigen, dass sich beim Männerschutz etwas
bewegt. Nun gilt es, diesen Weg konsequent fortzusetzen und bundesweit
bedarfsgerechte Schutzangebote aufzubauen.
Die Eröffnung in Hessen ist deshalb mehr als ein regionales Projekt. Sie ist ein
weiterer wichtiger Baustein auf dem Weg zu einem Hilfesystem, das allen
Betroffenen häuslicher Gewalt unabhängig von ihrem Geschlecht wirksamen Schutz
bietet.
Pressekontakt:
Dr. Annalena Schmidt, Fachreferentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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oordinierungsstelle Männergewaltschutz
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