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ARD-DeutschlandTREND: Sieben von zehn Deutschen befürworten Verlängerung der
Grenzkontrollen
Dass die Kontrollen an den deutschen Grenzen über September hinaus verlängert
werden sollen, findet eine Mehrheit gut. Sieben von zehn Deutschen (71 Prozent)
halten das für richtig, jeder Vierte (24 Prozent) für falsch. Das hat eine
repräsentative Umfrage von infratest dimap unter 1.297 Wahlberechtigten für den
ARD-DeutschlandTREND von Montag bis Mittwoch dieser Woche ergeben.
Innerhalb der EU gilt grundsätzlich das Prinzip offener Grenzen. Seit 2024
werden an allen deutschen Grenzen allerdings befristete Kontrollen durch die
Bundespolizei durchgeführt, um die irreguläre Zuwanderung zu begrenzen. Diese
Kontrollen wurden bereits mehrfach verlängert und laufen nach derzeitigem Stand
im September aus. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat in der
vergangenen Woche jedoch angekündigt, die Kontrollen verlängern zu wollen.
Mehrheitliche Zustimmung erhält Dobrindt dafür von Anhängern der AfD (94
Prozent), der Union (77 Prozent) und der SPD (74 Prozent), mehrheitliche
Ablehnung von Anhängern der Grünen (64 Prozent) und der Linken (58 Prozent).
Grundsätzlich befürwortet eine Mehrheit der Deutschen (59 Prozent) im Umgang mit
Flüchtlingen einen gemeinsamen europäischen Ansatz. Jeder Dritte (33 Prozent)
hält stattdessen eigene nationale Lösungen für sinnvoller. Dass die Europäische
Union die Einrichtung von Abschiebezentren außerhalb der EU plant, geht für
jeden Zweiten (49 Prozent) in die richtige Richtung und für 38 Prozent in die
falsche Richtung. Wenn ein Asylantrag in der EU abgelehnt wird, können
ausreisepflichtige Personen derzeit unter bestimmten Umständen dennoch in der EU
bleiben, z.B. weil die Herkunftsländer eine Wiederaufnahme ablehnen. Die EU hat
deshalb im Juni beschlossen, Abschiebezentren in Nicht-EU-Staaten einrichten zu
wollen, in die abgelehnte Asylsuchende überstellt werden können. Diese Maßnahme
stößt unter AfD-Anhängern (73 Prozent) und Unions-Anhängern (57 Prozent) auf
mehrheitliche Zustimmung. Unter SPD-Anhängern sind 39 Prozent dafür, aber 48
Prozent dagegen. Mit mehrheitlicher Ablehnung blicken Anhänger von Grünen (70
Prozent) und Linke (67 Prozent) auf diese Maßnahme.
Befragungsdaten
- Grundgesamtheit: Wahlberechtigte ab 18 Jahren in Deutschland
- Fallzahl: 1.297 Befragte
- Erhebungszeitraum: 3. August bis 5. August 2026
- Erhebungsverfahren: Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung
- Schwankungsbreite: 2* bis 3** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 10% ** bei einem Anteilswert von 50%
Die Fragen im Wortlaut:
- In der Europäischen Union verfolgen die einzelnen Länder unterschiedliche
Ansätze im Umgang mit den Flüchtlingen. Die einen setzen eher auf eigene
nationale Lösungen, andere auf einen europäischen Ansatz. Was ist Ihrer
Meinung nach im Umgang mit den Flüchtlingen sinnvoller?
- Innerhalb der EU gilt grundsätzlich das Prinzip offener Grenzen. Seit 2024
werden an allen deutschen Grenzen allerdings befristete Kontrollen durch die
Bundespolizei durchgeführt, um die irreguläre Zuwanderung zu begrenzen. Diese
Kontrollen wurden bereits mehrfach verlängert und laufen nach derzeitigem
Stand im September aus. Sollten die Grenzkontrollen weiter verlängert werden
oder nicht?
- Wenn ein Asylantrag in der EU abgelehnt wird, können ausreisepflichtige
Personen unter bestimmten Umständen dennoch in der EU bleiben, z.B. weil die
Herkunftsländer eine Wiederaufnahme ablehnen. Deshalb sollen Abschiebezentren
außerhalb der EU eingerichtet werden, in die abgelehnte Asylsuchende
überstellt werden können. Geht die Einrichtung solcher Abschiebezenten in
Nicht-EU-Staaten Ihrer Meinung nach in die richtige Richtung oder in die
falsche Richtung?
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