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Berlin/Astana (ots) - Kasachstan treibt den Ausbau seiner Verkehrsinfrastruktur
mit Hochdruck voran. Präsident Kassym-Schomart Tokajew hat jüngst mehrere
Großprojekte angestoßen, mit denen das Land seine Rolle als zentrale
Logistikdrehscheibe zwischen Europa und Asien ausbauen will. Ziel ist es, den
Warenverkehr entlang des sogenannten Mittleren Korridors schneller, effizienter
und leistungsfähiger zu machen.
Im Mittelpunkt steht der Bau der rund 800 Kilometer langen Fernstraße
Beineu-Saksaulsk. Sie soll die Transitstrecke zwischen China und Europa nach
Angaben der Regierung um rund 1.000 Kilometer verkürzen und die Transportzeiten
deutlich reduzieren. Ergänzt wird das Vorhaben durch Investitionen in das
Schienennetz, moderne Grenzübergänge sowie neue Logistik- und Umschlagzentren.
"Unser Ziel ist es, Kasachstan zu einem der führenden Logistikzentren Eurasiens
zu machen", sagte Präsident Tokajew. Die geografische Lage des Landes zwischen
Europa und Asien solle künftig noch stärker als wirtschaftlicher Standortvorteil
genutzt werden.
Die Bedeutung des Mittleren Korridors reicht dabei weit über Zentralasien
hinaus. Die Route verbindet Europa über Kasachstan, das Kaspische Meer, den
Südkaukasus und die Türkei mit Asien und entwickelt sich zunehmend zu einer
wichtigen Ergänzung bestehender Handelswege. Vor dem Hintergrund geopolitischer
Spannungen und der Suche nach widerstandsfähigeren Lieferketten gewinnt sie auch
für europäische Unternehmen an Bedeutung.
Für Deutschland eröffnet dies neue Perspektiven. Industrie, Maschinenbau,
Automobilhersteller, Chemieunternehmen, Logistikdienstleister und der Handel
könnten von schnelleren und resilienteren Transportwegen zwischen Europa und
Asien profitieren. Auch für die Versorgung mit kritischen Rohstoffen, etwa für
die Batterie-, Halbleiter- und die Energiewirtschaft, gewinnt der Korridor an
strategischer Bedeutung. Die Bundesregierung und die Europäische Union verfolgen
den Ausbau der Verbindung deshalb mit wachsendem Interesse.
Mit den jüngsten Infrastrukturinvestitionen verfolgt Kasachstan das Ziel, seine
Position als verlässlicher Wirtschafts- und Transitpartner zwischen Europa und
Asien weiter auszubauen. Für deutsche Unternehmen könnte das Land damit künftig
nicht nur als Rohstofflieferant, sondern zunehmend auch als logistischer
Knotenpunkt für den Handel mit Zentralasien und darüber hinaus an Bedeutung
gewinnen.
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