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Gais, Schweiz (ots) - Volle Kalender, lange Wartelisten und kaum Luft zum
Durchatmen: Für viele Psychotherapeuten, Physiotherapeuten, Logopäden und andere
Menschen im Helfersystem ist das längst Alltag. Wie lange lässt sich das so
tragen? Tamara Scherer, Psychotherapeutin und Gründerin von TherapeutenWEGE,
zeigt, warum tragfähigere Berufskonzepte für viele Fachpersonen im
therapeutischen Bereich zunehmend wichtig werden.
Auf den ersten Blick scheint alles zu funktionieren: Die Praxis ist ausgelastet,
die Nachfrage hoch, die Arbeit sinnvoll. Doch genau diese Auslastung bringt
viele Fachpersonen zunehmend an ihre Grenzen. Der Terminkalender ist gefüllt,
Patienten oder Klienten brauchen Unterstützung und dennoch wächst bei vielen das
Gefühl, dem eigenen Anspruch nicht mehr gerecht zu werden. Denn Helfen kostet
Kraft. Nicht nur im Gespräch selbst, sondern auch danach: in der Dokumentation,
in der Abgrenzung, im Umgang mit Anfragen, für die eigentlich kein Platz mehr
ist. Wer jahrelang gelernt hat, für andere da zu sein, merkt oft spät, dass die
eigene Energie nicht unbegrenzt reicht. "Viele Fachpersonen verlieren nicht
zuerst ihre Kompetenz, sondern die Leichtigkeit im Umgang mit ihrer Arbeit. Und
genau das wird gefährlich, wenn es über längere Zeit ignoriert wird", sagt
Tamara Scherer, Psychologin, Psychotherapeutin und Gründerin von
TherapeutenWEGE.
"Das Problem ist nicht, dass Therapeuten zu wenig über Selbstfürsorge wissen -
das Problem ist, dass ihr beruflicher Alltag häufig keinen echten Raum dafür
lässt", ordnet Tamara Scherer ein. Sie kennt das klassische Helfersystem aus
eigener Erfahrung und begleitet heute Menschen aus therapeutischen Berufen
dabei, ihren Berufsweg neu zu ordnen, ohne ihre fachliche Haltung aufzugeben.
Dabei geht es nicht um einen radikalen Bruch mit der eigenen Arbeit, sondern
darum, den eigenen Berufsalltag so zu gestalten, dass fachliche Qualität und
persönliche Stabilität wieder besser zusammenpassen. Denn wenn hohe
Verantwortung, ausgelastete Praxen und wirtschaftlicher Druck dauerhaft
zusammenkommen, reicht es nicht, nur besser durchzuhalten. Es braucht
tragfähigere Arbeitsformen, die Wirkung, Qualität und eigene Stabilität wieder
besser miteinander verbinden.
Wenn Helfen zur Dauerbelastung wird: Warum Grenzen oft zu spät spürbar werden
Der Druck beginnt oft nicht mit einem einzelnen überfordernden Tag, sondern
schleicht sich in den Berufsalltag ein. Eine Anfrage wird noch angenommen, ein
Termin noch eingeschoben, eine Dokumentation noch nach Feierabend erledigt. Wer
therapeutisch arbeitet, merkt häufig erst spät, dass über längere Zeit mehr
gegeben wird, als der eigenen Kraft guttut. Besonders belastend wird es, wenn
Menschen Unterstützung suchen und dennoch abgewiesen werden müssen. "Viele
Fachpersonen können fachlich sehr genau einschätzen, dass jemand Hilfe braucht,
und müssen trotzdem Nein sagen. Dieses Nein bleibt emotional oft nicht vor der
Praxistür liegen", erklärt Tamara Scherer.
Aus dieser Spannung entsteht ein Druck, der selten offen ausgesprochen wird.
Viele wollen helfen, begleiten und entlasten, überschreiten dabei aber über
lange Zeit die eigenen Grenzen. Hinzu kommt die tägliche Arbeit mit Leid, Krisen
und Überforderung anderer Menschen. Diese dauerhafte empathische Anteilnahme
kann zu Compassion Fatigue führen. Gemeint ist eine Erschöpfung, die durch
langfristige mitfühlende Belastung entsteht. Sie zeigt sich nicht immer sofort
als Zusammenbruch. Oft sind die ersten Zeichen leiser: Termine fühlen sich
schwerer an, Motivation nimmt ab, Gedanken bleiben nach Feierabend länger hängen
und die innere Distanz fehlt. Genau darin liegt die Gefahr, weil viele diese
Veränderung zunächst für eine normale Phase halten, obwohl sie längst ein
ernstes Warnsignal sein kann.
Warum klassische Praxismodelle an Grenzen stoßen: Wenn alles am eigenen Kalender
hängt
Das klassische Praxismodell funktioniert lange gut, solange Nachfrage, eigene
Kapazität und persönlicher Einsatz im Gleichgewicht bleiben. Genau dieses
Gleichgewicht gerät jedoch bei vielen ins Wanken. Wer ausschließlich im
Eins-zu-eins-Modell arbeitet, kann nur so viele Menschen begleiten, wie der
eigene Kalender zulässt. Jede zusätzliche Unterstützung braucht persönliche
Präsenz, jede Ausweitung bedeutet mehr Zeit und mehr Energie. "Das Problem ist
nicht fehlende Fachkompetenz. Das Problem ist oft eine Struktur, die gute Arbeit
dauerhaft an einzelne Termine bindet", ordnet Tamara Scherer ein.
Dazu kommt der wirtschaftliche Druck. Viele Menschen in therapeutischen Berufen
haben Jahre in Ausbildung, Studium und Zusatzausbildungen investiert, teils auch
hohe finanzielle Beträge. Gleichzeitig verändern sich die Rahmenbedingungen:
Honorarkürzungen in Deutschland, das Anordnungsmodell in der Schweiz, steigende
Dokumentationspflichten und immer mehr organisatorische Aufgaben erschweren die
Planbarkeit. Was eigentlich der Versorgung dienen sollte, frisst im Alltag
häufig genau die Zeit, die für Patienten, Klienten oder die eigene Regeneration
fehlen kann. So entsteht ein Arbeitsmodell, das fachlich funktioniert,
persönlich und wirtschaftlich aber für viele immer schwerer zu tragen ist.
Warum Selbstfürsorge allein nicht ausreicht: Wenn Pausen kein Strukturproblem
lösen
Wer therapeutisch arbeitet, weiß meist sehr genau, wie wichtig Abgrenzung,
Erholung und seelische Stabilität sind. Viele vermitteln diese Themen regelmäßig
selbst an Patienten oder Klienten. Im eigenen Alltag greifen diese Werkzeuge
jedoch oft zu spät, weil Verantwortungsgefühl, volle Abläufe und schlechtes
Gewissen stärker sind. "Viele Fachpersonen wissen fachlich genau, was ihnen
guttun würde. Das heißt aber nicht, dass ihr Arbeitsmodell ihnen auch die
Möglichkeit gibt, danach zu handeln", sagt Tamara Scherer.
Ein freier Nachmittag, ein Wochenende ohne Termine oder ein paar Tage Urlaub
können kurzfristig entlasten. Wenn danach jedoch dieselbe Struktur wartet,
beginnt der Druck oft von vorn. Deshalb reicht Selbstfürsorge allein nicht aus,
wenn die eigentliche Belastung im Arbeitsmodell liegt. Gesunde Grenzen müssen
nicht nur privat eingefordert werden, sondern auch im eigenen Angebot, in den
Abläufen und in der Zusammenarbeit mit Patienten oder Klienten mitgedacht
werden.
Neue Berufskonzepte: Anders arbeiten, ohne den Beruf aufzugeben
Der Ausweg liegt für viele nicht darin, die therapeutische Arbeit hinter sich zu
lassen. Entscheidend ist vielmehr die Frage, wie sich vorhandene Expertise
anders einsetzen lässt. Gruppenformate, digitale Inhalte, begleitende Programme
oder präventive Angebote können klassische Praxisarbeit sinnvoll ergänzen. So
entsteht nicht automatisch weniger Arbeit, aber eine andere Form von Arbeit.
Eine, die nicht bei jedem Schritt direkte Anwesenheit verlangt und dennoch
fachlich sauber bleibt. "Es geht nicht darum, den eigenen Beruf aufzugeben. Es
geht darum, nicht mehr alles über die eigene Zeit und Kraft lösen zu müssen",
betont Tamara Scherer.
Wie das aussehen kann, zeigt das Beispiel von Anna-Lena Kaufmann, selbstständige
Psychotherapeutin aus Flensburg. Trotz gut laufender Praxis stieß sie mit langen
Wartelisten, vollem Terminbuch und dem reinen Zeit-gegen-Geld-Modell an ihre
Grenzen. Gemeinsam mit Tamara Scherer richtete sie ihr Praxiskonzept neu aus und
entwickelte ein strukturiertes Begleitprogramm für Eltern von Kindern mit einer
Essstörung. Die Eltern werden dabei nicht nur zu Beobachtern des
Therapieprozesses, sondern aktiv gefördert in ihrer eigenen Rolle, um ihre
Kinder bestmöglich zu unterstützen. Durch Gruppenangebote, exklusive
Intensivbegleitungen, Supportsysteme und automatisierte Abläufe kann Anna-Lena
Kaufmann heute mehr Familien fachlich begleiten, ohne ständig selbst verfügbar
sein zu müssen. Ihr Beispiel zeigt, dass Entlastung nicht durch Rückzug aus dem
Beruf entstehen muss, sondern durch klarere Angebote, bessere Abläufe und eine
bewusstere Nutzung der eigenen Expertise.
Neue Wege brauchen Planung: Warum Entlastung nicht nebenbei entsteht
Neue berufliche Wege entstehen nicht nebenbei. Wer bestehende Praxisarbeit durch
eigene Angebote, Gruppenformate oder digitale Elemente ergänzt, braucht dafür
Zeit, Energie und finanzielle Ressourcen. Gerade deshalb ist es wichtig, nicht
erst dann über Veränderung nachzudenken, wenn die eigene Erschöpfung bereits zu
weit fortgeschritten ist. "Ein neues Berufskonzept darf nicht einfach die
nächste Baustelle werden. Es muss entlasten, und dafür braucht es klare
Entscheidungen, realistische Schritte und eine saubere fachliche Einordnung",
sagt Tamara Scherer.
Dazu gehört auch, die Grenzen des eigenen Angebots genau zu prüfen. Es muss klar
sein, ob es sich um Therapie, Beratung, Prävention, Begleitung oder Fortbildung
handelt. Auch rechtliche und fachliche Rahmenbedingungen, etwa Datenschutz,
Berufsrecht oder mögliche Zulassungspflichten, müssen je nach Land, Berufsgruppe
und Angebot individuell geprüft werden. Solche Modelle sind deshalb kein
pauschales Versprechen auf weniger Arbeit. Ihr Wert liegt darin, vorhandene
Expertise bewusster einzusetzen, fachliche Qualität sauber zu organisieren und
den eigenen Berufsweg wieder aktiver zu gestalten. Genau dabei begleitet Tamara
Scherer mit TherapeutenWEGE Menschen aus therapeutischen Berufen, die nicht
länger nur durchhalten, sondern ihre Arbeit gesünder und wirksamer aufstellen
möchten.
Sie arbeiten therapeutisch und möchten Ihre Expertise wirksamer,
selbstbestimmter und gesünder einsetzen? Dann melden Sie sich jetzt bei Tamara
Scherer von TherapeutenWEGE (https://tamarascherer-mentoring.com) und finden Sie
heraus, welches Berufskonzept zu Ihrer Arbeit und Ihrem Leben passt.
Pressekontakt:
TherapeutenWEGE - HE Academy & Concept GmbH
E-Mail: mailto:kontakt@tamarascherer.com
Web: https://www.therapeutenwege.com
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/181595/6329099
OTS: TherapeutenWEGE - HE-Academy & Concept GmbH
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