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Sudan: "El Obeid steht kurz vor einem humanitären Kollaps"- immer mehr Kinder hungern

14.08.2026 18:10 Uhr Save the Children Deutschland e.V.

Berlin/Port Sudan (ots) - Im sudanesischen El Obeid verschärft sich die humanitäre Krise dramatisch. Fast 39.000 Kinder sind in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in die Stadt im Bundesstaat Nord-Kordofan geflohen, um der Gewalt und den anhaltenden Angriffen auf die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur zu entkommen. Gleichzeitig steigt die Zahl mangelernährter Kinder rasant an.

"El Obeid steht kurz vor einem humanitären Kollaps", sagt Francesco Lanino, stellvertretender Länderdirektor von Save the Children im Sudan. "Familien fliehen in die Stadt, um Schutz zu suchen. Stattdessen treffen sie auf Hunger, Wasserknappheit und ein Gesundheitssystem, das seine Belastungsgrenze längst erreicht hat."

Derzeit halten sich rund 605.000 Menschen in El Obeid und den umliegenden Gebieten der Lokalität Sheikan auf. In den Vertriebenencamps werden Lebensmittel immer knapper. Viele Familien sind vollständig auf humanitäre Hilfe angewiesen, doch diese reicht bei Weitem nicht aus. Kinder lassen Mahlzeiten aus und gehen häufig hungrig schlafen.

Zusätzlich verschärft die Wasserknappheit die Lage. Mitarbeitende von Save the Children berichten, dass manche Familien fast die Hälfte ihres Tages damit verbringen, Wasser zu beschaffen. Besonders kritisch war die Situation in den vergangenen zwei Monaten, als Drohnenangriffe die Wasserinfrastruktur beschädigten. Inzwischen stehen den Menschen durchschnittlich nur noch rund sieben Liter Wasser pro Person und Tag zur Verfügung. Das entspricht weniger als der allgemeinen Mindestmenge von 15 Litern, die die Weltgesundheitsorganisation in Krisenzeiten empfiehlt, um das Überleben und die grundlegende Hygiene zu sichern. Im Vergleich nutzt jede Person in Deutschland laut dem Umweltbundesamt im Durchschnitt täglich 126 Liter Trinkwasser im Haushalt.

Auch in den von Save the Children unterstützten Gesundheitszentren spitzt sich die Lage zu. Im April 2026 behandelte die Kinderrechtsorganisation in Sheikan 426 mangelernährte Kinder. Im März waren es noch 195. Damit stieg die Zahl innerhalb eines Monats um 118 Prozent und lag 75 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats.

"Kinder sind besonders schwer von den Folgen des Konfliktes betroffen. Sie werden vertrieben, hungern, verlieren Bildungschancen und leben in ständiger Angst", sagt Francesco Lanino. "Die internationale Staatengemeinschaft muss unverzüglich handeln, um die Zivilbevölkerung zu schützen. Darüber hinaus braucht es einen sichereren humanitären Zugang und ausreichende finanzielle Unterstützung, um eine weitere Eskalation der Krise zu verhindern."

Save the Children ist seit 1983 im Sudan tätig. Auch in El Obeid leistet die Kinderrechtsorganisation trotz wachsender Zugangsschwierigkeiten weiterhin Hilfe in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Wasser- und Sanitärversorgung sowie Bildung und Kinderschutz.

Über Save the Children

Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 100 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit über 100 Jahren.

Pressekontakt:

Save the Children Deutschland e.V. Pressestelle Tel.: +49 (0)30 - 27 59 59 79 - 226 Mail: mailto:presse@savethechildren.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/106106/6333748 OTS: Save the Children Deutschland e.V.


Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - Save the Children Deutschland e.V.
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