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Berlin/Port Sudan (ots) - Im sudanesischen El Obeid verschärft sich die
humanitäre Krise dramatisch. Fast 39.000 Kinder sind in den ersten sechs Monaten
dieses Jahres in die Stadt im Bundesstaat Nord-Kordofan geflohen, um der Gewalt
und den anhaltenden Angriffen auf die Zivilbevölkerung und die zivile
Infrastruktur zu entkommen. Gleichzeitig steigt die Zahl mangelernährter Kinder
rasant an.
"El Obeid steht kurz vor einem humanitären Kollaps", sagt Francesco Lanino,
stellvertretender Länderdirektor von Save the Children im Sudan. "Familien
fliehen in die Stadt, um Schutz zu suchen. Stattdessen treffen sie auf Hunger,
Wasserknappheit und ein Gesundheitssystem, das seine Belastungsgrenze längst
erreicht hat."
Derzeit halten sich rund 605.000 Menschen in El Obeid und den umliegenden
Gebieten der Lokalität Sheikan auf. In den Vertriebenencamps werden Lebensmittel
immer knapper. Viele Familien sind vollständig auf humanitäre Hilfe angewiesen,
doch diese reicht bei Weitem nicht aus. Kinder lassen Mahlzeiten aus und gehen
häufig hungrig schlafen.
Zusätzlich verschärft die Wasserknappheit die Lage. Mitarbeitende von Save the
Children berichten, dass manche Familien fast die Hälfte ihres Tages damit
verbringen, Wasser zu beschaffen. Besonders kritisch war die Situation in den
vergangenen zwei Monaten, als Drohnenangriffe die Wasserinfrastruktur
beschädigten. Inzwischen stehen den Menschen durchschnittlich nur noch rund
sieben Liter Wasser pro Person und Tag zur Verfügung. Das entspricht weniger als
der allgemeinen Mindestmenge von 15 Litern, die die Weltgesundheitsorganisation
in Krisenzeiten empfiehlt, um das Überleben und die grundlegende Hygiene zu
sichern. Im Vergleich nutzt jede Person in Deutschland laut dem Umweltbundesamt
im Durchschnitt täglich 126 Liter Trinkwasser im Haushalt.
Auch in den von Save the Children unterstützten Gesundheitszentren spitzt sich
die Lage zu. Im April 2026 behandelte die Kinderrechtsorganisation in Sheikan
426 mangelernährte Kinder. Im März waren es noch 195. Damit stieg die Zahl
innerhalb eines Monats um 118 Prozent und lag 75 Prozent über dem Wert des
Vorjahresmonats.
"Kinder sind besonders schwer von den Folgen des Konfliktes betroffen. Sie
werden vertrieben, hungern, verlieren Bildungschancen und leben in ständiger
Angst", sagt Francesco Lanino. "Die internationale Staatengemeinschaft muss
unverzüglich handeln, um die Zivilbevölkerung zu schützen. Darüber hinaus
braucht es einen sichereren humanitären Zugang und ausreichende finanzielle
Unterstützung, um eine weitere Eskalation der Krise zu verhindern."
Save the Children ist seit 1983 im Sudan tätig. Auch in El Obeid leistet die
Kinderrechtsorganisation trotz wachsender Zugangsschwierigkeiten weiterhin Hilfe
in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Wasser- und Sanitärversorgung sowie
Bildung und Kinderschutz.
Über Save the Children
Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und
Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und
Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte
unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 100 Ländern tätig. Save
the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen.
Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und
sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit
über 100 Jahren.
Pressekontakt:
Save the Children Deutschland e.V.
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