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Kathmandu/Berlin (ots) - Mehrere Tage nach der verheerenden Sturzflut in Nepal
wächst die Gefahr von Krankheitsausbrüchen. Verunreinigtes Wasser, mangelnde
Sanitärversorgung, überfüllte Notunterkünfte und anhaltender Regen bedeuten
ideale Bedingungen für die Ausbreitung von Durchfallerkrankungen,
Hautinfektionen und anderen Krankheiten, warnt Save the Children.
Mitarbeitende der Kinderrechtsorganisation berichten von katastrophalen
hygienischen Bedingungen vor Ort. Auf der Straße von der Hauptstadt Kathmandu
nach Trishuli Bazar, dem wirtschaftlichen Zentrum des Distrikts Nuwakot, liegen
zahlreiche Leichensäcke. Verwesende menschliche und tierische Überreste, nicht
entsorgter Abfall und stehendes Wasser erhöhen zusätzlich das Gesundheitsrisiko
für die Menschen in der Region.
"Überfüllte Räume, verunreinigtes Wasser, schlechte sanitäre Verhältnisse und
eine eingeschränkte Gesundheitsversorgung schaffen ideale Bedingungen für
Krankheitsausbrüche, die Kindern schwer schaden können", sagt Tara Chettry,
Länderdirektorin von Save the Children in Nepal.
Viele der Wasserquellen in den betroffenen Gebieten sind durch Schutt
verunreinigt, sodass die Gemeinden keinen Zugang zu sauberem Wasser haben. Der
Regen treibt Schlamm in Gebiete, in die viele Menschen geflohen sind. Einige
Kinder, die derzeit in Gemeinschaftsunterkünften in höher gelegenen Gebieten
Schutz gesucht haben, haben mehrere Tage im Freien verbracht.
Mitarbeitende von Save the Children sind auf Kinder getroffen, denen es
sichtlich schlecht geht. Einige werden wegen Atemwegsinfektionen und Fieber
behandelt. Die 56-jährige Amita* hat durch die Flut alles verloren und lebt mit
ihrer Familie in einem Camp in Nuwakot. "Wir waren zu lange im Freien, deshalb
haben wir Halsschmerzen und Fieber", sagt sie, während sie ihre Enkelkinder fest
an sich drückt.
Die Not ist groß: Bei der Sturzflut vom 26. August kamen nach offiziellen
Angaben mehr als 900 Menschen ums Leben, über 4.000 weitere werden vermisst. In
zwei der am stärksten von den Überschwemmungen betroffenen Distrikten, Rasuwa
und Nuwakot, regnet es unterdessen weiter und es besteht die Gefahr weiterer
Sturzfluten. Kinder sind dort zudem einem erhöhten Risiko für Krankheiten wie
Denguefieber ausgesetzt, da stehendes Wasser ideale Brutstätten für Mücken
schafft.
Angesichts eines zunehmenden Bedarfs an Hilfe ruft Save the Children
Regierungen, Geber und humanitäre Partner dazu auf, die flexiblen Finanzmittel
für die Nothilfe in Nepal aufzustocken.
Das Nothilfeteam von Save the Children in Nepal ist in den betroffenen Gebieten
im Einsatz und verteilt unter anderem lebenswichtige Güter wie Trinkwasser,
Planen, Decken, Kochsets, Moskitonetze, Baby-Sets und Hygieneartikel wie
Zahnbürsten.
Save the Children ist seit 1976 in Nepal tätig. Die Organisation führt Programme
in den Bereichen Gesundheit und Ernährung, Bildung, Kinderschutz,
Kinderrechtspolitik, Gleichstellung der Geschlechter, Anpassungen an die
Klimakrise sowie Kinderarmut durch.
*Name zum Schutz geändert
Über Save the Children
Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und
Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und
Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte
unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 100 Ländern tätig. Save
the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen.
Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und
sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit
über 100 Jahren.
Pressekontakt:
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