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Dahlem-Marienau (ots) - Die PISA-Studie 2026 zeigt erneut: Deutschlands
Schülerinnen und Schüler tun sich schwer mit den Naturwissenschaften. Dabei wäre
gerade jetzt das Gegenteil gefragt: Eine Generation, die versteht, wie die Welt
funktioniert, und den Mut hat, sie zu gestalten. Dass beides zusammengehört,
zeigt ein Internatsgymnasium in Niedersachsen seit fast hundert Jahren.
- PISA 2026: Fast jeder vierte Schüler scheitert an naturwissenschaftlichen
Mindestanforderungen. Deutschland hat ein Strukturproblem.
- Marienau handelt: 800.000 Euro für ein neues MINT-Zentrum mit Open-Lab,
KI-Labor und MakerSpace.
- Dass MINT-Exzellenz in Marienau keine neue Idee ist, zeigen Alumni wie
CleanTech-Gründer Philipp Schröder und Merck-Chef Prof. Dr. Frank
Stangenberg-Haverkamp.
Die heute veröffentlichte PISA-Studie 2026 hat die Entwicklung in Zahlen gefasst
und die Zahlen sind ernüchternd. Sie zeigt die schlechtesten Leistungen für
Deutschland seit Beginn der Erhebung. Besonders alarmierend: In den
Naturwissenschaften sind die Leistungen so schlecht wie noch nie. Jeder vierte
15-Jährige verfehlt dort das grundlegende Kompetenzniveau.
Was diese Zahlen beschreiben, ist kein statistisches Rauschen. Es ist ein
strukturelles Signal: Wissen wird immer weniger vermittelt, aber Wissen allein
reicht auch nicht mehr. Was fehlt, ist die Fähigkeit, naturwissenschaftliche
Zusammenhänge zu verstehen, zu hinterfragen und anzuwenden. Wie funktioniert
eine Wärmepumpe? Was steckt hinter einem Medikament? Wie lässt sich Energie
speichern? Wer das nicht versteht, kann es nicht verändern.
Das private Internatsgymnasium Marienau in Dahlem, Niedersachsen, hat auf diese
Frage eine klare pädagogische Antwort entwickelt und investiert gerade
konsequent in ihre Umsetzung.
Naturwissenschaftliches Zentrum+ - Lernen für die Welt von morgen
Mit dem Projekt "Naturwissenschaftliches Zentrum+" investiert Marienau rund
800.000 Euro in eine grundlegende Transformation seiner MINT-Lernräume.
Biologie, Physik und Chemie werden zu einem interdisziplinären Open-Lab-Bereich
zusammengeführt. Ein neuer MakerSpace mit KI-Labor, 3D-Druck, Robotik und
Video-Produktion entsteht. Der Raum wird zum dritten Pädagogen; er soll Neugier
wecken, Kreativität fördern und eigenständiges, problemlösendes Denken
ermöglichen. Das Schöne daran: viele Altschüler unterstützen die Investition, da
sie den Wert fundierter Bildung für die Zukunft klar kennen.
"Globalisierung, Vernetzung und Digitalisierung verändern unsere Lebens- und
Arbeitswelten rasant. Bildung für morgen muss mehr als bisher auf gemeinsames,
problemlösendes Handeln ausgerichtet sein, statt auf bloßen Wissenserwerb",
erklärt Lars Humrich, Schul- und Internatsleiter der Schule Marienau. "Wir
wollen Schülerinnen und Schüler befähigen, ihre individuellen Stärken zur
Gestaltung einer nachhaltig lebenswerten Zukunft einzubringen."
Dass dieser Anspruch mehr ist als eine pädagogische Vision, beschreibt Makhir
Yaman, 19 Jahre, der seit vier Jahren Schüler in Marienau ist: "Was mich in
Marienau von Anfang an beeindruckt hat, sind die Lehrer. Viele haben promoviert,
sie denken wie Wissenschaftler und bringen dieses Denken in jeden Unterricht.
Das Niveau ist außergewöhnlich und trotzdem lässt hier niemand einen Schüler
zurück. Jede Frage wird ernst genommen, jeder Schüler individuell begleitet. Für
mich war das der Weg zur Chemie-Olympiade, bei der ich es unter die ersten Zehn
in Niedersachsen gebracht habe."
Das ECO-Profil: Ökonomie und Ökologie zusammen denken
Was Marienau von anderen Schulen unterscheidet, ist die Verbindung von
fachlicher Exzellenz und ganzheitlicher Persönlichkeitsentwicklung. Das
schulische ECO-Profil ist eine direkte Antwort auf die drängenden ökologischen
und ökonomischen Fragen unserer Zeit. Es verbindet naturwissenschaftliches
Denken mit dem Anspruch, Schülerinnen und Schüler zu verantwortungsvollen
Gestaltern zu machen nicht zu passiven Konsumenten von Wissen.
Was aus Marienauern wird: Stimmen aus der Praxis
Dass dieser Ansatz wirkt, zeigen die Lebensläufe der Altmarienauer. Zwei von
ihnen stehen exemplarisch für das, was möglich ist, wenn Bildung Persönlichkeit
formt und Leidenschaft für Wissenschaft weckt.
Philipp Schröder, CEO & Mitgründer des CleanTech Unternehmens 1KOMMA5°, das
heute 2.500 Mitarbeitende beschäftigt und zu einem am schnellsten wachsenden
Unternehmen in den Bereichen Photovoltaik, Stromspeicher, Wärmepumpen und
Wallboxen zählt, besuchte die Schule Marienau von 1994 bis 2003. Rückblickend
sagt er: "Menschwerdung stand im Mittelpunkt in Marienau. Dabei habe ich vor
allem zwei Dinge mitgenommen: Erstens, es ist in Ordnung, ja bereichernd anders
zu sein, und zweitens: Freundschaften für mein Leben. Beides sind bis heute die
Grundlage meiner Persönlichkeit."
Was Schröder beschreibt, klingt zunächst wenig nach MINT und trifft den Kern
dennoch genau. Wer gelernt hat, anders zu denken und Verantwortung zu
übernehmen, baut Unternehmen, die die Energiewende voranbringen. Genau das ist
es, was das neue Naturwissenschaftliche Zentrum+ ermöglichen soll: nicht Wissen
aufzuzwingen, sondern Menschen zu befähigen, es sich selbst anzueignen und
anzuwenden.
Dass dieser Anspruch auch auf höchster Unternehmensebene zählt, bestätigt ein
weiterer Altmarienauer. Prof. Dr. Frank Stangenberg-Haverkamp arbeitete vier
Jahrzehnte für den internationalen Pharma- und Chemiekonzern Merck, Darmstadt,
davon die letzten zehn Jahre an der Spitze des Unternehmens und als Oberhaupt
der Unternehmerfamilie Merck. Mit Blick auf die aktuellen PISA-Ergebnisse findet
er deutliche Worte:
"Die aktuellen PISA-Ergebnisse überraschen mich nicht. Sie bestätigen, was ich
in Jahrzehnten internationaler Unternehmensführung immer wieder beobachtet habe:
Deutschland verliert den Anschluss nicht wegen mangelnder Intelligenz der
nachwachsenden Generation, sondern wegen mangelnder Vorbereitung. Wir bilden
junge Menschen gut darin aus, vorhandenes Wissen abzurufen und zu wenig darin,
es anzuwenden, zu hinterfragen und selbständig weiterzudenken.
Naturwissenschaftliches Denken ist kein Schulfach, es ist die Bereitschaft,
Zusammenhänge zu verstehen, bevor man urteilt, zu reflektieren und mit
Komplexitäten umzugehen. In vielen Industriebereichen ist nicht nur das
Detailwissen des Spezialisten gefordert. Gerade auf Entscheidungsebenen geht es
um das Grundverständnis eines Generalisten und die Fähigkeit zu erkennen, was
wissenschaftlich möglich und was unternehmerisch notwendig ist und verantwortet
werden kann. Genau das gehört zu den Kernkompetenzen, die ich als Schüler aus
Marienau mitnehmen konnte.
Was Marienau jetzt mit dem neu errichteten Naturwissenschaftlichen Zentrum
schafft, ist kein Luxus, sondern eine Antwort auf eine der drängenden Fragen
unserer Zeit: Wie bilden wir Menschen aus, die nicht nur wissen, sondern
verstehen und Wissen gestaltend anwenden können?"
Bildung als Standortfaktor - eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Die PISA-Daten zeigen: Nur 10 Prozent der Schülerinnen und Schüler in
Deutschland gehören zu den besonders Leistungsstarken in den
Naturwissenschaften. Eine Spitze, die nicht wächst, während die Basis bröckelt:
Das ist kein Bildungsproblem allein, sondern betrifft auch die Innovationskraft,
Wettbewerbsfähigkeit und ökologische Handlungsfähigkeit. Deutschland konkurriert
im internationalen Kontext um kluge Köpfe, technologische Souveränität und die
Fähigkeit, Lösungen zu entwickeln, die die Welt braucht. Ob Energiewende,
Pharmaindustrie oder Digitalisierung, sie alle brauchen Menschen, die nicht nur
Fakten kennen, sondern Zusammenhänge durchdringen und Lösungen entwickeln.
Marienau versteht sich als Modell und als Einladung. Das Naturwissenschaftliche
Zentrum+ ist ein konkreter Schritt, der zeigt: Lösungsorientiertes Denken
beginnt in der Schule. Und es braucht Räume und Menschen, die es ermöglichen.
Über die Schule Marienau
Die Schule Marienau ist ein staatlich anerkanntes reformpädagogisch geprägtes
Internatsgymnasium in freier Trägerschaft in Dahlem-Marienau, Niedersachsen. Als
UNESCO-Projektschule und Mitglied der Internate Vereinigung (DIV) verbindet
Marienau akademische Exzellenz mit ganzheitlicher Persönlichkeitsbildung. Im
Schuljahr 2028/2029 feiert die Schule ihr 100-jähriges Bestehen.
Schule Marienau e.V., Neetzetalstraße 1, 21368 Marienau, http://www.marienau.de
Pressekontakt:
Schule Marienau e.V., Neetzetalstraße 1, 21368 Dahlem-Marienau
Presse: Maren Röding, mailto:m.roeding@marienau.de, +49 5851 941-51
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/113868/6348571
OTS: Schule Marienau
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