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Ratingen (ots) -
- Seit 2020 registriert die Bundespolizei Jahr für Jahr mehr Sprengstoffdelikte
mit Pyrotechnik
- Schmuggel und illegaler Handel sind längst ein Ganzjahresproblem
Silvester ist noch mehr als drei Monate entfernt. Illegale Pyrotechnik ist
trotzdem längst da. Im März stellten Ermittler in Reken (NRW) rund 20 Tonnen
Feuerwerk der Kategorie F4 im Zusammenhang mit dem Verdacht auf illegalen Handel
sicher. Im Juni stoppte die Bundespolizei an der deutsch-tschechischen Grenze
einen Mann mit mehr als 25 Kilogramm erlaubnispflichtiger und verbotener
Pyrotechnik. Und erst Ende Juli entdeckte der Zoll 109 Feuerwerkskörper der
Kategorie F4 in einem Postpaket aus Tschechien. Einzelfälle? Leider nein.
Die Bundespolizei selbst bringt das Problem auf den Punkt: "Schmuggel von
verbotener Pyrotechnik ist ein ganzjähriges Problem." Für den Verband der
pyrotechnischen Industrie (VPI) bestätigen die aktuellen Funde eine Entwicklung,
vor der er seit Jahren warnt. "Wer beim Thema illegale Pyrotechnik nur auf die
Silvesternacht schaut, schaut viel zu spät hin", sagt VPI-Vorsitzender Thomas
Schreiber. "Die Ware wird lange vorher bestellt, transportiert, verschickt,
gelagert und verkauft. Illegale Pyrotechnik ist kein Problem weniger
Dezembertage, sondern ein ganzjähriges Sicherheitsproblem."
Die Entwicklung ist besorgniserregend. Nach einer aktuellen Antwort der
Bundesregierung registrierte die Bundespolizei im Jahr 2020 an den deutschen
Land-, Luft- und Seegrenzen 191 Delikte nach dem Sprengstoffrecht in Verbindung
mit Pyrotechnik. 2021 waren es 413. 2022 bereits 663, 2023 dann 786 und 2024
insgesamt 1.050. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl auf 1.081 Fälle. Damit hat
sich die Zahl der festgestellten Delikte innerhalb von fünf Jahren mehr als
verfünffacht. Gleichzeitig wurden 2025 insgesamt 95.317 pyrotechnische
Gegenstände festgestellt - gegenüber 20.233 im Jahr 2020.
Auch der Blick auf die vergangenen Jahre spricht für sich. Ende 2022 stellten
deutsche und niederländische Ermittler bei zwei großen Aktionen zusammen mehr
als 600 Tonnen Pyrotechnik im Zusammenhang mit illegalem Handel sicher. Zum
Jahresende 2024 stellte allein das Hauptzollamt Hannover innerhalb weniger Tage
mehr als 460 Pakete mit insgesamt über 4,4 Tonnen illegaler Pyrotechnik sicher;
die Sendungen kamen aus Polen und waren an Empfänger in Deutschland adressiert.
2025 setzte sich die Reihe fort: Im Juli beschlagnahmte die Polizei in
Hamburg-Heimfeld rund 600 Kilogramm illegale Pyrotechnik, darunter Kugelbomben.
Und nur wenige Monate später folgte mit den rund 20 Tonnen in Reken bereits der
nächste Großfund.
"Ob im Kofferraum über die Grenze gebracht, über soziale Medien und dubiose
Internetkanäle gehandelt, mit Paketdiensten verschickt oder illegal gelagert -
die Vertriebswege sind vielfältig", sagt Thomas Schreiber. "Es reicht nicht,
Ende Dezember für ein paar Tage genauer hinzusehen. Wer den Schwarzmarkt
austrocknen will, muss die Lieferketten und Vertriebswege das ganze Jahr über im
Blick behalten."
Besonders problematisch sind Feuerwerkskörper der Kategorien F3 und F4, wenn sie
ohne die erforderlichen sprengstoffrechtlichen Berechtigungen erworben,
eingeführt, gehandelt oder verwendet werden. F4-Produkte gehören in die Hände
entsprechend qualifizierter Fachleute. Kugelbomben sind kein privates
Silvesterfeuerwerk. "Jede sichergestellte Kugelbombe und jeder aus dem Verkehr
gezogene illegale Knallkörper ist ein Erfolg", sagt VPI-Vorstand Richard Eickel.
"Aber die Zahlen zeigen auch, wie groß die Aufgabe geworden ist. Wir brauchen
Kontrolldruck nicht nur zwischen Weihnachten und Silvester. Wir brauchen ihn an
Grenzen, im Versandhandel, bei illegaler Lagerung und auf den einschlägigen
Vertriebswegen - zwölf Monate im Jahr."
Der VPI und sein Arbeitskreis gegen illegales Feuerwerk (AGIF) bieten Polizei,
Zoll, Marktüberwachungsbehörden und Politik ihre fachliche Unterstützung an.
"Illegale Pyrotechnik ist eine Bedrohung für Leib und Leben. Legales, geprüftes
Silvesterfeuerwerk und der Schwarzmarkt für Hochrisiko-Pyrotechnik sind zwei
unterschiedliche Dinge - und müssen auch in der öffentlichen Debatte konsequent
auseinandergehalten werden", sagt VPI-Vorstand Michael Kandler.
Pressekontakt:
Klaus Gotzen - Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) - An der Pönt 48,
40885 Ratingen - Telefon: 02102 / 186 200 - E-Mail: info@feuerwerk-vpi.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/129041/6349590
OTS: Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI)
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