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ARD-Vorwahlumfrage Berlin: Linke und CDU liegen Kopf an Kopf, AfD und Grüne
knapp dahinter
Am 20. September ist in Berlin Abgeordnetenhauswahl. Würde bereits am kommenden
Sonntag gewählt, dann käme die CDU aktuell auf 20 Prozent (-1 im Vgl. zur
Vorwoche, Ergebnis 2023: 28,2). Die SPD käme auf 12 Prozent (+1, Ergebnis 2023:
18,4). Die Grünen könnten mit 16 Prozent rechnen (-2, Ergebnis 2023: 18,4), die
Linke mit 21 Prozent (+2, Ergebnis 2023: 12,2) und die AfD unverändert zur
Vorwoche mit 18 Prozent (Ergebnis 2023: 9,1). Das BSW, das erstmals bei einer
Abgeordnetenhauswahl in Berlin antritt, käme aktuell wie in der vergangenen
Woche auf 4 Prozent und läge damit knapp unterhalb der Mandatsschwelle. Alle
übrigen Parteien kämen zusammen auf 9 Prozent, darunter die FDP (Ergebnis 2023:
4,6). Das hat die repräsentative ARD-Vorwahlumfrage ergeben, für die das
Meinungsforschungsinstitut infratest dimap von Montag bis Mittwoch dieser Woche
1.527 Wahlberechtigte in Berlin befragt hat.
Bei dieser Umfrage handelt es sich ausdrücklich um keine Prognose, sondern um
die politische Stimmung in der laufenden Woche. Die Sonntagsfrage misst aktuelle
Wahlneigungen und nicht das tatsächliche Wahlverhalten. Sie ermittelt einen
Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am
Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur
bedingt möglich. Viele Wählerinnen und Wähler legen sich erst kurzfristig fest.
Eine große Bedeutung hat zudem die letzte Phase des Wahlkampfs mit der gezielten
Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern.
Jeder sechste Wahlberechtigte in Berlin (16 Prozent) gibt an, dass sich seine
Parteipräferenz bis zum Wahltag noch ändern könnte. Für zwei Drittel (68
Prozent) der Wahlberechtigten steht die Wahlentscheidung nach eigener Aussage
fest. Ein weiteres Sechstel (16 Prozent) tendiert zur Nichtwahl bzw. lässt
bislang keine Neigung zu einer Partei erkennen.
Angenommen, die Befragten könnten sich zwischen einem CDU-geführten, einem
Grünen-geführten und einem Linken-geführten Senat entscheiden, so würde sich
eine relative Mehrheit von 34 Prozent für einen weiterhin CDU-geführten Senat
entscheiden, 28 Prozent würden sich für einen Linken-geführten Senat entscheiden
und jeder Fünfte (19 Prozent) für einen Grünen-geführten Senat.
Müssten sie sich nur zwischen einem CDU- und einem Linken-geführten Senat
entscheiden, so liegen beide Varianten gleichauf: Jeweils 42 Prozent würden sich
für einen CDU-geführten bzw. einen Linken-geführten Senat entscheiden. Für eine
CDU-Führung sprechen sich in dieser Frage neben den eigenen Anhängern jeweils
mit leichter Mehrheit die Anhänger der AfD und der SPD aus. Für einen
Linken-geführten Senat ist neben den eigenen Anhängern auch eine Mehrheit der
Grünen-Anhänger.
Keiner der Spitzenkandidaten überzeugt derzeit eine Mehrheit der Befragten. Mit
der Arbeit von Elif Eralp (Linke) ist jeder Fünfte (20 Prozent) sehr zufrieden
bzw. zufrieden; 26 Prozent sind mit ihr weniger bzw. gar nicht zufrieden. Mit
der Arbeit von CDU-Spitzenkandidat, Finanz- und Kultursenator Stefan Evers sind
18 Prozent eher zufrieden und 28 Prozent eher unzufrieden. SPD-Spitzenkandidat
Steffen Krach kommt auf 16 Prozent Zufriedenheit und 28 Prozent Unzufriedenheit.
Mit Werner Graf (Grüne) sind 10 Prozent zufrieden und 20 Prozent unzufrieden,
mit Kristin Brinker (AfD) sind 9 Prozent zufrieden und 26 Prozent unzufrieden.
Für alle Spitzenkandidaten gilt: Jeweils eine Mehrheit der Befragten kennt sie
nicht bzw. traut sich kein Urteil zu.
23 Prozent der Wahlberechtigten glauben, Elif Eralp (Linke) wäre eine gute
Bürgermeisterin; jeder Dritte (33 Prozent) sieht das anders. 22 Prozent trauen
Stefan Evers von der CDU zu, ein guter Bürgermeister für Berlin zu sein; 30
Prozent glauben, er wäre kein guter Bürgermeister. Von Werner Graf (Grüne) sagen
11 Prozent, er wäre ein guter Bürgermeister für Berlin; 30 Prozent sind der
Meinung, er wäre kein guter Bürgermeister.
Befragungsdaten
- Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Berlin
- Fallzahl: 1.527 Befragte
- Erhebungszeitraum: 07.09.2026 bis 09.09.2026
- Erhebungsverfahren: Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung
- Schwankungsbreite: 2* bis 3** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 10% ** bei einem Anteilswert von 50%
Die Fragen im Wortlaut:
- Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag die Wahl zum
Berliner Abgeordnetenhaus wäre?
- Jetzt geht es darum, wie zufrieden Sie mit einigen Politikerinnen und
Politikern sind. Sind Sie mit der politischen Arbeit von ... sehr zufrieden,
zufrieden, weniger zufrieden oder gar nicht zufrieden oder kennen Sie ihn bzw.
sie nicht?
1. Stefan Evers (CDU)
2. Steffen Krach (SPD)
3. Werner Graf (Grüne)
4. Elif Eralp (Linke)
5. Kristin Brinker (AfD)
- Geben Sie für die folgenden Politikerinnen und Politiker jeweils an, ob diese
aus Ihrer Sicht gute Regierende Bürgermeister wären oder nicht. Wie ist das
mit ...? Wäre er/sie ein guter Bürgermeister/eine gute Bürgermeisterin oder
nicht?
1. Stefan Evers (CDU)
2. Werner Graf (Grüne)
3. Elif Eralp (Linke)
- Angenommen, Sie könnten sich für die Zeit nach der Abgeordnetenhauswahl
zwischen einem CDU-geführten, einem Grünen- oder einem Linken-geführten Senat
entscheiden: Welchen Senat würden Sie bevorzugen?
- Und wenn Sie sich zwischen einem CDU-geführten und einem Linken-geführten
Senat entscheiden müssten. Welchen Senat würden Sie dann bevorzugen?
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