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Berlin (ots) - Während Hitzewellen nachweislich zu mehr Erschöpfung,
Konzentrationsstörungen und psychischen Belastungen bei Kindern und Jugendlichen
führen, bleiben sie in der deutschen Klimaanpassung weitgehend unsichtbar. Das
ist das zentrale Ergebnis einer Analyse der Klimaanpassungskonzepte von Bund,
Ländern und den zehn größten deutschen Städten durch das Unabhängige Institut
für Umweltfragen im Auftrag von Terre des Hommes.
Jeder Hitzesommer kostet Kinder Konzentration, Schlaf und psychische Gesundheit
- doch in deutschen Konzepten zur Anpassung an den Klimawandel kommen Kinder
viel zu kurz. Eine neue Studie von Terre des Hommes und dem Unabhängigen
Institut für Umweltfragen
(http://www.ufu.de/downloads/klimaanpassung-und-kinderrechte/) zeigt, dass
Kinderrechte in der Klimaanpassung kaum verankert sind und die Beteiligung von
Kindern und Jugendlichen so gut wie nie stattfindet. Deswegen fordern die
Organisationen, dass sich das dringend ändert.
Studie: Kinderrechte fehlen als Maßstab, Beteiligung als Ausnahme
Die Auswertung zeigt: Deutsche Klimaanpassungskonzepte erkennen Kinder und
Jugendliche zwar als verletzliche Gruppe gegenüber Hitze und UV-Strahlung an,
vernachlässigen aber weitere klimabedingte Gesundheitsrisiken wie Starkregen,
allergene Belastungen und psychische Erkrankungen. Kinderrechte - etwa das 2023
vom UN-Kinderrechtsausschuss bekräftigte Recht auf eine gesunde Umwelt - werden
nicht als verbindlicher Maßstab genannt.
Die meisten Konzepte wurden ohne jegliche Beteiligung von Kindern und
Jugendlichen erstellt. "Es wird über Kinder und Jugendliche gesprochen, aber
selten mit ihnen", fasst die Studie zusammen. Kitas, Schulen und Spielplätze
werden primär als schützenswerte Infrastrukturen gesehen, aber nicht als
Möglichkeitsräume für Mitgestaltung und Selbstwirksamkeit.
Forderung: Von Schutzobjekten zu Akteur*innen
Vor dem Hintergrund, dass das Deutsche Klimaanpassungsgesetz die Bundesländer
bis zum 31. Januar 2027 zur Vorlage von Klimaanpassungskonzepten verpflichtet,
fordern Terre des Hommes und das Unabhängige Institut für Umweltfragen:
- Zielgruppengerechte Beteiligung : Kinder und Jugendliche müssen bei der
Erarbeitung, und Umsetzung von Klimaanpassungskonzepte systematisch und
altersgerecht eingebunden werden.
- Alltagsräume als Beteiligungsorte : Kitas, Schulen, Spielplätze und Quartiere
sollten nicht nur als kritische Infrastrukturen, sondern aktiv als Orte der
Mitbestimmung und des Empowerments genutzt werden.
- Bildung verankern : Lehrpläne müssen zielgruppengerechte Materialien zu
Klimafolgen und Anpassungsmöglichkeiten enthalten - orientiert an der
Allgemeinen Bemerkung Nr. 26 der Vereinten Nationen.
- Umfassender Schutz : Kinder und Jugendliche müssen vor allen gesundheitlichen
Risiken und sozialer Benachteiligung durch die Folgen des Klimawandels
geschützt werden.
Hintergrund: Warum jetzt?
Wir haben den zweitheißesten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881
erlebt. Der UN-Kinderrechtsausschuss hat 2023 mit der Allgemeinen Bemerkung Nr.
26 klargestellt, dass jedes Kind das Recht auf eine saubere, gesunde und
nachhaltige Umwelt hat. Staaten sind verpflichtet, dieses Recht bei Umwelt- und
Klimapolitik zu berücksichtigen - auch bei der Klimaanpassung. Gleichzeitig
steigen die gesundheitlichen Risiken für Kinder durch Hitze nachweislich.
Studien belegen Zunahmen von Angst, Depressionen, Schlafstörungen und
Konzentrationsproblemen während Hitzewellen.
Terre des Hommes hat das Unabhängige Institut für Umweltfragen beauftragt, die
bestehenden Klimaanpassungskonzepte daraufhin zu prüfen, ob sie Kinderrechte und
Beteiligung berücksichtigen. Die Ergebnisse erscheinen in der Woche der
Klimaanpassung pünktlich vor der entscheidenden Umsetzungsphase des
Klimaanpassungsgesetzes.
Weiterführende Informationen :
Die vollständige Studie inklusive einer Zusammenfassung finden Sie hier
(http://www.ufu.de/downloads/klimaanpassung-und-kinderrechte/)
Weitere Informationen werden Ihnen nach Anfrage gerne zur Verfügung gestellt.
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Über das Unabhängige Institut für Umweltfragen
Das Unabhängige Institut für Umweltfragen (UfU) ist ein wissenschaftliches
Institut und eingetragener gemeinnütziger Verein mit Standorten in Berlin und
Halle (Saale). Es führt rund 60 Projekte im Jahr durch zur Förderung von
Demokratie und Bildung im Umwelt- und Ressourcenschutz. Dabei verfolgt das UfU
das Ziel die demokratischen Rechte der Mitsprache und Beteiligung zu stärken,
damit alle Menschen Zugang zu intakter Natur und lebenswerten Umweltbedingungen
haben. Neben den wissenschaftlichen Tätigkeiten setzt sich das Institut für
Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie politische Bildung an schulischen und
außerschulischen Einrichtungen ein. Die Ergebnisse seiner Arbeit publiziert das
UfU regelmäßig in Studien und diversen Bildungsmaterialien. Das UfU hat 200
Fördermitglieder und beschäftigt 40 Mitarbeiter*innen. Darüber hinaus arbeitet
es mit freien Kolleg*innen zusammen.
Über Terre des Hommes
Terre des Hommes schützt Kinder vor Gewalt, Ausbeutung und den Folgen von Krieg,
Vertreibung und Umweltzerstörung. Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen
fördert Terre des Hommes nachhaltige Projekte in mehr als 40 Ländern und leistet
humanitäre Hilfe. Junge Menschen weltweit sowie Mitglieder in Deutschland setzen
sich für Kinderrechte ein. Die Kinderrechtsorganisation agiert dabei unabhängig
von Regierungen, Wirtschaft, Religionsgemeinschaften und Parteien.
Pressekontakt:
Niklas Müller, mailto:niklas.mueller@ufu.de, Tel.: 030 428 4993 35
Unabhängiges Institut für Umweltfragen e.V. - Standort Berlin
Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin
Esther Yungsung Lisa Rüden, Pressesprecherin Terre des Hommes
Tel. 030-166385368 oder 0171-6729748, mailto:e.rueden@tdh.de
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/9646/6351282
OTS: Terre des Hommes Deutschland e.V.
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