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München (ots) - Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft der Frauen hat
erstmals das Halbfinale einer Weltmeisterschaft erreicht und bei der Heim-WM in
Berlin deutschlandweit für große Euphorie gesorgt. Trotz des Vordringens in die
Weltspitze: Angesichts der klaren Niederlagen gegen Frankreich im Halbfinale und
gegen Spanien im Spiel um Platz 3 stellt sich die Frage, wie der Rückstand auf
die führenden Nationen weiter verkürzt werden kann, um den Traum von der
WM-Medaille Realität werden zu lassen. Die MagentaSport-Experten Ireti Amojo und
Per Günther blicken in der heutigen "Frauen-WM Spezial"-Folge von
#BasketballDeutschland, dem Basketball-Podcast von MagentaSport, auf das Turnier
zurück und voraus auf die Zukunft des deutschen Frauen-Basketballs und der
Nationalmannschaft als großem Aushängeschild.
Per Günther lobt die Auftritte der DBB-Auswahl und konkretisiert, was noch fehlt
zur absoluten Weltspitze und zur WM-Medaille: "Deutschland ist jetzt Vierter der
Welt. Wenn wir darüber sprechen, was noch optimiert werden müsste, liegt das
daran, dass wir inzwischen großes Vertrauen in diese Mannschaft haben. [...] Die
Frage ist jetzt: Was wäre ein Weg zu einer Medaille? Dafür muss Deutschland eine
Mannschaft wie Spanien oder Frankreich schlagen. [...] Die große Aufgabe für den
Trainer dieser [deutschen] Nationalmannschaft ist, die Weltklassespielerinnen zu
verteilen: Viele spielen auf derselben Position oder auf den Positionen drei,
vier und fünf. [...] Das ist kompliziert. Trotzdem hätte ich gedacht, dass
Deutschland noch mehr davon ausprobiert. [...] Vielleicht ist es zu viel
verlangt, möglichst schnell an Frankreich heranzukommen. Trotzdem gibt es
Stellschrauben, mit denen man die Chancen erhöht und das gesamte Team auf ein
höheres Niveau bringen kann!"
Ireti Amojo stimmt in das Lob über die Leistung des deutschen Teams bei der
Heim-WM ein und erklärt, stimmt jedoch auch der Kritik von Leonie Fiebich zu und
erklärt, was jetzt verbessert werden muss: "Wir haben innerhalb dieses Turniers
eine tolle Entwicklung gesehen! Ich verstehe aber auch Leonie Fiebichs
Perspektive, dass es ihr zu langsam geht. Wir haben gemerkt, dass wir noch mehr
Schultern brauchen, auf denen wir die Last in der Offensive und Defensive
verteilen können."
Zudem nimmt Ireti Amojo, neben ihrer Experten-Tätigkeit seit März dieses Jahres
auch Vorsitzende der Frauen-Bundesliga (DBBL), Stellung zur deutlichen Kritik
von Olaf Lange am Professionalisierungsgrad der Liga und ihren Klubs
("Halbprofessionell. Medizinisch sind die Situationen katastrophal") - und den
daraus resultierenden Hausaufgaben, die es jetzt dringend anzugehen gelte: "Ich
finde Olaf Langes deutliche Kritik gut! Natürlich tut es weh, so etwas zu hören.
Ich kann mich jetzt aber nicht mehr wegducken. Mit dem Amt, das ich angenommen
habe, bin ich Teil des Problems. Ich bin in diese Strukturen gegangen, weil ich
und viele andere Menschen dort Lösungen finden wollen. Je größer das
Scheinwerferlicht ist, desto besser. Dann kann sich niemand wegducken. Wir haben
jetzt viele Hausaufgaben und müssen an die Arbeit!"
Nachfolgend die wichtigsten Aussagen der MagentaSport-Experten Ireti Amojo und
Per Günther aus der heutigen "Frauen-WM Spezial"-Folge von
#BasketballDeutschland, dem Basketball-Podcast von MagentaSport (Podcast-Link:
https://abteilungbasketball.podigee.io/ ). Bei Verwendung bitte MagentaSport als
Quelle angeben. Mit Basketball bei MagentaSport und MagentaTV geht's schon diese
Woche weiter: Am Freitag und Samstag (jeweils live ab 15.45 Uhr) steht der neue
EuroLeague SuperCup auf dem Programm. Nächste Woche Donnerstag, 24.09., startet
dann die EuroLeague in die neue Saison: Zum Auftakt u.a. mit dem Gastspiel des
FC Bayern München bei Hapoel Tel Aviv (live ab 18.45 Uhr) und der großen
EuroLeague-Konferenz (live ab 19.30 Uhr).
"Die Frage ist jetzt: Was wäre ein Weg zu einer Medaille?": "Es gibt
Stellschrauben, mit denen man das gesamte Team auf ein höheres Niveau bringen
kann!"
MagentaSport-Expertin Ireti Amojo über die tolle Entwicklung der DBB-Frauen -
trotz verpasster Medaille: "Die Vorzeichen waren nicht perfekt. Schon Monate vor
der WM gab es viel Ungewissheit um Nyara und Satou [Sabally], die dann abgesagt
hat. Ich finde Olaf Langes Makroperspektive gut: Wenn ihm jemand vor einem Monat
gesagt hätte, dass Deutschland bei dieser Heim-WM um Bronze spielt, hätte er das
kaum geglaubt. Niemand hat wirklich gedacht, dass sie so schnell den Schalter
umlegen können. Wir haben innerhalb dieses Turniers eine tolle Entwicklung
gesehen! Ich verstehe aber auch Leonie Fiebichs Perspektive, dass es ihr zu
langsam geht. Wir haben gemerkt, dass wir noch mehr Schultern brauchen, auf
denen wir die Last in der Offensive und Defensive verteilen können."
Ireti Amojo über Verbesserungspotenzial für die Zukunft - auch angesichts der
großen Last für Führungsspielerinnen wie WNBA-Star Leonie Fiebich: "Wir haben
viel darüber gesprochen, warum Leonie Fiebich in ihren Vereinsteams so
erfolgreich ist. Dort muss sie nicht allein die Offensive strukturieren und den
Takt vorgeben. Sie hat viele Stars an ihrer Seite und kann neben ihnen ein Star
in ihrer Rolle sein. In der Nationalmannschaft hat sie eine andere Rolle. Sie
trägt mehr Verantwortung und mehr Last. Es wäre schön, wenn wir das künftig
stärker verteilen könnten. Dadurch würde die Mannschaft unberechenbarer und
hätte offensiv mehr Optionen. Insgesamt ist es aber ein Schritt in die richtige
Richtung. Ein Weg für die weitere Entwicklung zeichnet sich ab. Das ist schön!"
MagentaSport-Experte Per Günther erklärt, was für den nächsten
Entwicklungsschritt Richtung WM-Medaille nötig ist: "Deutschland ist jetzt
Vierter der Welt. Wenn wir darüber sprechen, was noch optimiert werden müsste,
liegt das daran, dass wir inzwischen großes Vertrauen in diese Mannschaft haben.
Wir gehen davon aus, dass Deutschland Japan, Korea, Mali, Tschechien und die
Türkei weiterhin schlagen kann. Die Frage ist jetzt: Was wäre ein Weg zu einer
Medaille? Dafür muss Deutschland eine Mannschaft wie Spanien oder Frankreich
schlagen. Wenn wir uns Frankreichs zweite Halbzeit im Finale anschauen, waren
plötzlich kaum noch kreative Spielerinnen für die zweite Aktion da.
Spielerinnen, die sonst auf hohem Niveau kreieren, verschwanden. Auf diesem
Niveau gibt es kaum Raum für Fehler oder für Spielerinnen, die nicht Weltklasse
sind. [...] Die große Aufgabe für den Trainer dieser [deutschen]
Nationalmannschaft ist, die Weltklassespielerinnen zu verteilen: Viele spielen
auf derselben Position oder auf den Positionen drei, vier und fünf. [...] Wenn
wir Raum für Leo Fiebich brauchen und mit Frieda Bühner eine so gute Werferin
haben, muss Frieda spielen - notfalls auf einer anderen Position als gewohnt.
Oder Alex Wilke spielt auf der Eins. Das ist nicht ihre angestammte Position,
aber ihr Catch-and-Shoot ist auf Weltklasseniveau. Lina Sontag hat heute acht
Minuten gespielt. Sie ist für mich eine der größten Überraschungen dieses
Turniers. Sie ist eine Spezialistin und neben Leo eine Spielerin, die überragend
verteidigen kann. Die Aufgabe ist: Wie verschaffe ich ihr mehr als acht Minuten,
obwohl ihre Positionen bereits voll besetzt sind? Das ist kompliziert. Trotzdem
hätte ich gedacht, dass Deutschland noch mehr davon ausprobiert. [...]
Vielleicht ist es zu viel verlangt, möglichst schnell an Frankreich
heranzukommen. Trotzdem gibt es Stellschrauben, mit denen man die Chancen erhöht
und das gesamte Team auf ein höheres Niveau bringen kann!"
"Das ist brutal!": Experten-Kritik an der hohen Belastung durch sieben Spiele in
zehn Tagen
Per Günther über die immense Belastung für die Spielerinnen: "Die Frauen sollen
Höchstleistungsbasketball spielen und dann ausgerechnet an Tag neun und zehn
ihren besten Basketball zeigen. Das ist brutal! Das ist wirklich crazy!"
Ireti Amojo stimmt zu: "Die [deutschen] Spielerinnen wollten das zu 150 Prozent.
Ich bin sicher, dass sie sich vor dem letzten Spiel richtig gehypt haben. Aber
man hat gesehen, dass sie weniger spritzig waren und der Tank leer war. Dann ist
nichts mehr da, das du mit einem Schrei oder einer Aktion im Spiel noch
herauskitzeln kannst. Es hat auch etwas Energie gefehlt. Man kann sagen: Ihr
seid Profis, Back-to-back kennt ihr aus der WNBA und müsst damit umgehen können.
Aber es war nicht ein einzelnes Back-to-back innerhalb von zwei Wochen, sondern
eine Aneinanderreihung solcher Spiele. Deutschland hatte außerdem mehr Spiele
als Spanien. Die Spanierinnen hatten einen zusätzlichen Tag Pause. Leonie
Fiebich hat wieder viele Minuten gespielt. Du verausgabst dich in jedem Spiel
und gehst an deine Belastungsgrenze. Da sind das Adrenalin, die Emotionen und
das gesamte Drumherum noch gar nicht eingerechnet. Allein körperlich gehst du
jeden Abend an dein Limit. Ich bin ehrlich gesagt froh, dass sich niemand
verletzt hat. Das ist unglaublich tough! Viele haben jetzt vielleicht ein oder
zwei Tage Pause. Danach geht es zurück in die WNBA, und dort geht es direkt
weiter."
Ireti Amojo, neben ihrer Experten-Tätigkeit seit März dieses Jahres auch
Vorsitzende der Frauen-Bundesliga (DBBL), über die deutliche Kritik von Olaf
Lange am Professionalisierungsgrad der Liga ("Halbprofessionell. Medizinisch
sind die Situationen katastrophal") - und den daraus resultierenden
Hausaufgaben, die es jetzt dringend anzugehen gelte: "Ich finde Olaf Langes
deutliche Kritik gut! Natürlich tut es weh, so etwas zu hören. Ich kann mich
jetzt aber nicht mehr wegducken. Mit dem Amt, das ich angenommen habe, bin ich
Teil des Problems. Ich bin in diese Strukturen gegangen, weil ich und viele
andere Menschen dort Lösungen finden wollen. Je größer das Scheinwerferlicht
ist, desto besser. Dann kann sich niemand wegducken. Wir haben jetzt viele
Hausaufgaben und müssen an die Arbeit!"
Basketball live bei MagentaSport und MagentaTV im Überblick
EuroLeague SuperCup
Freitag, 18.09.2026
ab 15.45 Uhr: Olympiakos Piräus - Fenerbahce Istanbul
ab 18.45 Uhr: Dubai Basketball - Real Madrid
Samstag, 19.09.2026
ab 15.45 Uhr: Spiel um Platz 3
ab 18.45 Uhr: Finale
EuroLeague | 1. Spieltag
Donnerstag, 24.09.2026
ab 17.45 Uhr: Dubai Basketball - Real Madrid
ab 18.45 Uhr: Hapoel Tel Aviv - FC Bayern München
ab 19.30 Uhr: EuroLeague-Konferenz
ab 19.45 Uhr: Roter Stern Belgrad - Zalgiris Kaunas
ab 20.00 Uhr: Panathinaikos Athen - Paris Basketball
ab 20.15 Uhr: FC Barcelona - Anadolu Efes Istanbul, Baskonia Vitoria-Gasteiz -
Olympiakos Piräus
ab 20.30 Uhr: ASVEL Villeurbanne - Maccabi Tel Aviv
Pressekontakt:
Jörg Krause
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