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Siri und Alexa bekommen einen Bruder. Und der will Geschäfte machen (FOTO)

16.09.2026 19:10 Uhr swipecor GmbH

Berlin (ots) - Siri kennt das Wetter. Alexa spielt Musik. swAIper soll wissen, welchen Kunden ein Unternehmen morgen braucht.

In Berlin hat das deutsche Technologieunternehmen swipecor eine Plattform vorgestellt, die Business-Netzwerken grundlegend anders denken will. Nicht mehr Kontakte sammeln, nicht mehr endlos suchen, nicht mehr auf den richtigen Zufall hoffen. Die eigens entwickelte künstliche Intelligenz soll erkennen, welche Unternehmen und Menschen geschäftlich zueinanderpassen. Der Anspruch ist groß: Aus einem sozialen Netzwerk soll ein Business Operating System werden.

Siri kann erklären, ob es morgen regnet. Alexa kann das Licht ausschalten, Musik starten oder an einen Termin erinnern. Seit Jahren haben sich digitale Assistenten in unseren Alltag geschoben. Sie beantworten Fragen, steuern Geräte und organisieren Kleinigkeiten. Nur ausgerechnet dort, wo eine einzige richtige Verbindung Hunderttausende oder sogar Millionen Euro wert sein kann, ist der Unternehmer noch erstaunlich oft auf sich allein gestellt: bei der Frage, wen er eigentlich kennenlernen müsste.

Genau das will ein deutsches Technologieunternehmen jetzt ändern. Der neue digitale Kollege heißt swAIper. Oder, wie man es nach der fulminanten Präsentation in Berlin auch formulieren könnte: Siri und Alexa bekommen einen Bruder. Nur will der keine Musik spielen. Der will Geschäft machen.

swAIper ist der KI-Businessagent der neuen Plattform swipecor, die in Berlin erstmals in größerem Rahmen vorgestellt wurde. Hinter dem ungewöhnlichen Namen steckt eine ziemlich grundsätzliche Idee. Denn während klassische Business-Netzwerke vor allem dokumentieren, wen ein Mensch bereits kennt, will swipecor zunehmend erkennen, wen ein Unternehmer kennen sollte. Nicht irgendwann. Sondern möglichst genau dann, wenn auf der einen Seite ein konkreter Bedarf und auf der anderen Seite die passende Lösung existiert.

Das klingt zunächst nach einer weiteren Networking-App. Doch genau davon wollen sich die Gründer absetzen. Sie sprechen von einem Business Operating System. Der Nutzer soll nicht einfach Kontakte hinzufügen, Beiträge posten und anschließend hoffen, dass irgendwann etwas daraus entsteht. Die Plattform soll verstehen, wer ein Unternehmen ist, was es anbietet, was es benötigt und welche geschäftlichen Konstellationen daraus entstehen könnten.

Damit stellt swipecor eine Frage, die angesichts der vergangenen 15 Jahre Social Media fast banal klingt - und gerade deshalb bemerkenswert ist: Warum haben wir eigentlich immer mehr Kontakte, aber müssen noch immer selbst nach den richtigen suchen?

Noch nie war die Wirtschaft so vernetzt wie heute. Geschäftsführer haben Tausende Kontakte auf LinkedIn, Unternehmen produzieren Content, Mitarbeiter betreiben Social Selling, Marketingabteilungen kaufen Reichweite, Vertriebe kaufen Leads und CRM-Systeme speichern jeden Kontakt. Und trotzdem beginnt ein großer Teil des Vertriebs jeden Morgen wieder mit denselben Fragen: Wer braucht uns? Wer entscheidet? Wen müssen wir ansprechen? Wo entsteht gerade Bedarf? Und wie kommen wir an diesen Menschen heran?

20.000 Kontakte können beeindruckend aussehen. Wenn keiner davon gerade das braucht, was ein Unternehmen verkauft, sind es zunächst einmal 20.000 Kontakte. Genau diese Lücke zwischen Vernetzung und wirtschaftlicher Relevanz will swipecor schließen.

Bemerkenswert war deshalb, dass die Berliner Vorstellung nicht mit künstlicher Intelligenz begann, sondern mit Menschen. Bevor die neue Technologie auf der Leinwand erschien, diskutierten Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Medien darüber, was Netzwerken überhaupt bedeutet - und wie radikal es sich verändert hat. Wolfgang Bosbach, der zugleich im Advisory Board bei swipecor sitzt, sprach im Kinosaal über Netzwerke und persönliche Beziehungen aus seiner langen Zeit im Deutschen Bundestag. Gerade Politik zeigt, dass ein Netzwerk mehr sein muss als eine Ansammlung von Namen. Menschen können völlig unterschiedliche Positionen vertreten und trotzdem auf belastbare persönliche Beziehungen angewiesen sein.

Board Vorsitzende und Restrukturierungsexpertin Britta Hübner brachte eindrucksvoll die Perspektive aus Unternehmen und Restrukturierungen ein. Dort zeigt sich der Wert eines Netzwerks besonders brutal: Wenn ein Unternehmen unter Druck gerät, braucht es keine Likes. Es braucht Menschen, die Probleme lösen können. Verleger Julien Backhaus blickte auf die Veränderung von Öffentlichkeit und Medien. Noch vor wenigen Jahrzehnten entstanden Sichtbarkeit und Reputation wesentlich stärker über persönliche Begegnungen, Printmedien, Veranstaltungen und langfristig aufgebaute Beziehungen. Heute entscheiden Algorithmen innerhalb von Sekunden mit darüber, welcher Mensch, welches Unternehmen und welche Meinung überhaupt wahrgenommen wird.

Wolfgang Kubicki führte diese Entwicklung schließlich in die politische Gegenwart. Netzwerken versus soziale Medien in einer Zeit, in der Sekunden über öffentliche Wahrnehmung entscheiden können, in der ein kurzer Ausschnitt millionenfach verbreitet werden kann und digitale Dynamiken politische Kommunikation massiv beschleunigen. Und plötzlich war der Übergang zur Technologie logisch.

An dieser Stelle ebenso herzlichsten Dank an unsere Partner, durch welche diese Entwicklung erst möglich gemacht wurde: Vision Concept Agency, welche für das Branding, das Design, sowie die Kampagnen verantwortlich waren, sowie intive, die die IT und die App-Entwicklung auf höchstem Niveau umsetzten. Alle Gespräche des Abends führten zu einer ähnlichen Erkenntnis: Wir haben Kommunikation beschleunigt. Wir haben Reichweite demokratisiert. Wir haben Kontakte digitalisiert. Aber wir haben das Finden des wirklich relevanten Menschen noch längst nicht gelöst.

Dann wurde es dunkel im vollbesetzten Kinosaal. Der Film begann. Das System wurde vorgestellt. Und anschließend standen die vier Gründer auf der Bühne: CEO Bernhard Schindler, Dr. Alexander Chaloupka, Josef Köppl und Jannis Brendel. Der blaue Buzzer wurde gemeinsam gedrückt, das System und die Homepage sind Live.

Schindler formuliert die Idee bewusst provokant: "Netzwerken ist tot." Natürlich ist damit nicht gemeint, dass menschliche Beziehungen bedeutungslos werden. Eigentlich behauptet swipecor das genaue Gegenteil. Der persönliche Kontakt soll wertvoller werden, weil die Technologie vorher einen Teil der ineffizienten Suche übernimmt. Tot sei vielmehr die Vorstellung, dass ein großes Netzwerk automatisch ein gutes Netzwerk ist.

Denn die entscheidende Währung der kommenden Jahre könnte nicht Reichweite sein. Sondern Relevanz. Und hier kommt swAIper ins Spiel. Ein Unternehmen legt innerhalb von swipecor seinen sogenannten Space an. Dieser Space ist mehr als eine digitale Visitenkarte. Er bildet ab, was ein Unternehmen macht, welche Leistungen es anbietet, welche Kompetenzen vorhanden sind und wonach es sucht. Damit bekommt die KI etwas, was für intelligentes Matching entscheidend ist: Kontext.

Der swAIper soll diesen Kontext verstehen und mit anderen Unternehmen, Angeboten und Bedürfnissen innerhalb des Systems abgleichen. Die KI soll also nicht einfach sagen: "Hier sind 500 Geschäftsführer aus deiner Branche." Sie soll im Idealfall erkennen: Hier gibt es ein Unternehmen mit einem konkreten Bedarf - und dein Unternehmen könnte genau diesen Bedarf lösen. Das ist ein erheblicher Unterschied.

Stellen wir uns einen deutschen Maschinenbauer vor, der einen Vertriebspartner für Österreich sucht. Gleichzeitig befindet sich ein österreichisches Unternehmen im System, das sein Portfolio erweitern möchte und genau nach einem solchen Produkt sucht. Heute müssen beide Seiten voneinander erfahren. Vielleicht auf einer Messe. Vielleicht über einen gemeinsamen Bekannten. Vielleicht über LinkedIn. Vielleicht durch eine Vertriebsagentur. Vielleicht über Google. Vielleicht durch eine Kaltakquise. Oder nie. swAIper soll versuchen, genau diesen Zufall zu verkleinern. Die künstliche Intelligenz erkennt das Angebot auf der einen Seite und den Bedarf auf der anderen. Sie stellt die mögliche Verbindung her. Der Nutzer bewertet den Vorschlag. Ist er relevant, kann daraus ein Match entstehen. Danach sprechen Menschen miteinander.

Die Maschine findet. Der Mensch entscheidet. Das ist möglicherweise der wichtigste Satz, um swipecor zu verstehen. Denn swAIper soll nicht den Unternehmer ersetzen. Er soll auch nicht entscheiden, mit wem ein Unternehmen Geschäfte machen muss. Er soll die mühselige Arbeit davor verändern: suchen, filtern, vergleichen, Zusammenhänge erkennen und relevante Möglichkeiten sichtbar machen. Siri beantwortet eine Frage. Alexa führt einen Befehl aus. swAIper soll im Hintergrund eine geschäftliche Möglichkeit entdecken, nach der der Unternehmer möglicherweise noch gar nicht gefragt hat. Genau deshalb versteht das Unternehmen seinen KI-Agenten nicht als nette Zusatzfunktion, sondern als Kern des Systems.

Rundherum entsteht eine eigene Business-Welt. Unternehmen besitzen ihre Spaces, können über eine Timeline sichtbar werden, auf Stages präsentieren und Veranstaltungen durchführen und sich innerhalb von Malls in unterschiedlichen Branchen- und Themenwelten bewegen. All diese Informationen können wiederum neue Signale darüber liefern, was ein Unternehmen anbietet, wofür es sich interessiert und welche Verbindung relevant werden könnte. Auf der Berliner Bühne wurde außerdem swipeTop vorgestellt. Und gerade dieses Produkt zeigt, dass swipecor weiter denkt als bis zum Smartphone. swipeTop bringt das System auf den Desktop. Dort sollen Unternehmen ihre Aktivitäten, Mitarbeiter, Matches, Leads, Spaces, Stages und Malls zentral bearbeiten können. Die mobile App ist damit die schnelle Seite des Systems. swipeTop soll die Arbeitsseite werden.

Das ist strategisch entscheidend. Denn wer ein Business Operating System bauen will, darf nicht nur auf dem Handy stattfinden. Er muss dorthin, wo gearbeitet wird. Der swAIper soll also zum digitalen Businessagenten werden, swipeTop zur Schaltzentrale. Auf der Bühne wurden anschließend bewusst auch die Teams hinter der Entwicklung vorgestellt. Die technische Umsetzung erfolgte gemeinsam mit intive, wo nach Angaben der Gründer das jetzt vorgestellte System in den vergangenen zehn Monaten gebaut wurde. Für Marketing und Markenauftritt wurde das Team der Vision Agency Group mit Anna und Andrea Banic vorgestellt. Der Moment war durchaus passend für einen Abend, an dem so viel über künstliche Intelligenz gesprochen wurde: Am Ende standen Menschen auf der Bühne.

Denn KI kann Beziehungen vorbereiten. Geschäfte machen noch immer Menschen. Auch wirtschaftlich verfolgt swipecor einen anderen Ansatz als viele klassische Business-Clubs und Unternehmernetzwerke. Es soll keine Mitgliedschaft notwendig sein, um überhaupt dabei sein zu dürfen. Unternehmen können kostenlos einen eigenen Space binnen weniger Sekunden aufbauen. Das ist Teil der Wachstumslogik der Plattform. Denn ein intelligentes Matching-System lebt davon, dass möglichst viele relevante Unternehmen vorhanden sind.

Je mehr Unternehmen präzise hinterlegen, was sie können und was sie suchen, desto größer wird theoretisch die Zahl sinnvoller Kombinationen. Die eigentliche Ressource von swipecor sind deshalb nicht Kontakte. Es sind Zusammenhänge. Dazu kommt ein eigenes System mit swipecoins. Diese können innerhalb der Plattform gesammelt und für bestimmte Funktionen beziehungsweise Geschäftsmöglichkeiten eingesetzt werden. Auch Empfehlungen sollen eine wichtige Rolle spielen: Wer weitere Unternehmer und Unternehmen in das System bringt, kann dafür swipecoins erhalten und diese wiederum für Leads einsetzen.

Damit versucht swipecor, einen Kreislauf aufzubauen: Mehr Unternehmen erzeugen mehr Daten. Mehr Daten ermöglichen mehr potenzielle Matches. Mehr relevante Matches erzeugen mehr Gespräche. Mehr Gespräche können zu mehr Geschäft führen. Und wenn tatsächlich Geschäft entsteht, steigt wiederum der Anreiz, die Plattform zu nutzen.

In der Theorie klingt das schlüssig. Jetzt kommt die Praxis. Nach der Berliner Vorstellung beginnt eine 14-tägige europaweite Expansionsphase. Zudem gibt es einen "Learn swipecor" Bereich auf der Homepage. Bis zum 1. Oktober 2026 soll das System für den breiteren Einsatz mit Ausgang Deutschland, Österreich und der Schweiz in Zentraleuropa hochgefahren werden.

Und genau dann endet auch der Schutzraum einer gelungenen Produktpräsentation. Denn ab diesem Moment muss swipecor eine sehr einfache und gleichzeitig gnadenlos schwierige Frage beantworten: Funktioniert es? Nicht: Wie viele Menschen haben den Film gesehen? Nicht: Wie viele Menschen applaudierten in Berlin? Nicht: Wie viele Spaces wurden angelegt?

Nicht einmal: Wie viele Matches wurden erzeugt? Die entscheidende Frage kommt danach. Wie viele dieser Matches führen zu einem Gespräch? Wie viele Gespräche führen zu einem Angebot? Wie viele Angebote werden zu einem Auftrag? Und wie viel Umsatz entsteht daraus? Genau dort wird aus künstlicher Intelligenz entweder ein interessantes technisches Spielzeug - oder ein wirtschaftlich relevantes Werkzeug mit dem swipe Prinzip. Moderator Leif Ahrens brachte während der Präsentation die provokante Bemerkung, LinkedIn könne sich warm anziehen.

Das ist natürlich die Art von Satz, die auf einer Bühne funktioniert. LinkedIn ist eine weltweit etablierte Plattform mit einer enormen Nutzerbasis. Ein deutsches Technologieunternehmen verdrängt eine solche Infrastruktur nicht mit einer einzigen Präsentation in Berlin. Aber vielleicht stellt swipecor ohnehin die interessantere Frage. Nicht: Wie bauen wir das bessere LinkedIn? Sondern: Was kommt nach LinkedIn?

Was passiert, wenn Menschen nicht mehr stundenlang durch Business-Netzwerke scrollen müssen? Was passiert, wenn künstliche Intelligenz relevante Unternehmen findet? Wenn sie Angebote und Bedarf versteht?

Wenn sie nicht nur weiß, wer mit wem verbunden ist, sondern erkennt, warum zwei Unternehmen miteinander sprechen sollten? Dann verändert sich die Logik. Vom Kontakt zur Relevanz. Vom Suchen zum Findenlassen. Vom Feed zum Match. Vom Match zum Gespräch. Und vom Gespräch zum Geschäft. Vielleicht brauchen Unternehmen deshalb tatsächlich nicht das nächste soziale Netzwerk. Vielleicht brauchen sie einen Agenten.

Einen, der nicht schläft. Einen, der nicht auf die nächste Messe warten muss. Einen, der nicht 4.000 Profile einzeln durchklicken muss. Einen, der nicht wissen muss, welchen Namen er in ein Suchfeld eingeben soll, weil er nach Zusammenhängen sucht und nicht nur nach Namen. Siri und Alexa haben unseren privaten Alltag verändert. Jetzt bekommen sie einen Bruder fürs Business. Er heißt swAIper.

Und während Siri morgen früh erklären kann, ob in München ein Regenschirm notwendig ist und Alexa im Büro die richtige Playlist startet, soll swAIper eine wesentlich wertvollere Frage beantworten: "Mit wem solltest du heute sprechen, damit morgen Geschäft entsteht?" Wenn swipecor darauf tatsächlich regelmäßig die richtige Antwort findet, könnte der interessanteste Satz des Berliner Abends am Ende nicht "LinkedIn kann sich warm anziehen" gewesen sein.

Sondern ein viel einfacherer: "Wir brauchen nicht mehr Kontakte. Wir brauchen endlich die richtigen," so Wolfgang Bosbach.

Pressekontakt:

Josef Köppl CMO swipecor +49 32 222 13 20-33

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/183427/6353546 OTS: swipecor GmbH


Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - swipecor GmbH
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