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Berlin (ots) - Siri kennt das Wetter. Alexa spielt Musik. swAIper soll wissen,
welchen Kunden ein Unternehmen morgen braucht.
In Berlin hat das deutsche Technologieunternehmen swipecor eine Plattform
vorgestellt, die Business-Netzwerken grundlegend anders denken will. Nicht mehr
Kontakte sammeln, nicht mehr endlos suchen, nicht mehr auf den richtigen Zufall
hoffen. Die eigens entwickelte künstliche Intelligenz soll erkennen, welche
Unternehmen und Menschen geschäftlich zueinanderpassen. Der Anspruch ist groß:
Aus einem sozialen Netzwerk soll ein Business Operating System werden.
Siri kann erklären, ob es morgen regnet. Alexa kann das Licht ausschalten, Musik
starten oder an einen Termin erinnern. Seit Jahren haben sich digitale
Assistenten in unseren Alltag geschoben. Sie beantworten Fragen, steuern Geräte
und organisieren Kleinigkeiten. Nur ausgerechnet dort, wo eine einzige richtige
Verbindung Hunderttausende oder sogar Millionen Euro wert sein kann, ist der
Unternehmer noch erstaunlich oft auf sich allein gestellt: bei der Frage, wen er
eigentlich kennenlernen müsste.
Genau das will ein deutsches Technologieunternehmen jetzt ändern. Der neue
digitale Kollege heißt swAIper. Oder, wie man es nach der fulminanten
Präsentation in Berlin auch formulieren könnte: Siri und Alexa bekommen einen
Bruder. Nur will der keine Musik spielen. Der will Geschäft machen.
swAIper ist der KI-Businessagent der neuen Plattform swipecor, die in Berlin
erstmals in größerem Rahmen vorgestellt wurde. Hinter dem ungewöhnlichen Namen
steckt eine ziemlich grundsätzliche Idee. Denn während klassische
Business-Netzwerke vor allem dokumentieren, wen ein Mensch bereits kennt, will
swipecor zunehmend erkennen, wen ein Unternehmer kennen sollte. Nicht
irgendwann. Sondern möglichst genau dann, wenn auf der einen Seite ein konkreter
Bedarf und auf der anderen Seite die passende Lösung existiert.
Das klingt zunächst nach einer weiteren Networking-App. Doch genau davon wollen
sich die Gründer absetzen. Sie sprechen von einem Business Operating System. Der
Nutzer soll nicht einfach Kontakte hinzufügen, Beiträge posten und anschließend
hoffen, dass irgendwann etwas daraus entsteht. Die Plattform soll verstehen, wer
ein Unternehmen ist, was es anbietet, was es benötigt und welche geschäftlichen
Konstellationen daraus entstehen könnten.
Damit stellt swipecor eine Frage, die angesichts der vergangenen 15 Jahre Social
Media fast banal klingt - und gerade deshalb bemerkenswert ist: Warum haben wir
eigentlich immer mehr Kontakte, aber müssen noch immer selbst nach den richtigen
suchen?
Noch nie war die Wirtschaft so vernetzt wie heute. Geschäftsführer haben
Tausende Kontakte auf LinkedIn, Unternehmen produzieren Content, Mitarbeiter
betreiben Social Selling, Marketingabteilungen kaufen Reichweite, Vertriebe
kaufen Leads und CRM-Systeme speichern jeden Kontakt. Und trotzdem beginnt ein
großer Teil des Vertriebs jeden Morgen wieder mit denselben Fragen: Wer braucht
uns? Wer entscheidet? Wen müssen wir ansprechen? Wo entsteht gerade Bedarf? Und
wie kommen wir an diesen Menschen heran?
20.000 Kontakte können beeindruckend aussehen. Wenn keiner davon gerade das
braucht, was ein Unternehmen verkauft, sind es zunächst einmal 20.000 Kontakte.
Genau diese Lücke zwischen Vernetzung und wirtschaftlicher Relevanz will
swipecor schließen.
Bemerkenswert war deshalb, dass die Berliner Vorstellung nicht mit künstlicher
Intelligenz begann, sondern mit Menschen. Bevor die neue Technologie auf der
Leinwand erschien, diskutierten Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und
Medien darüber, was Netzwerken überhaupt bedeutet - und wie radikal es sich
verändert hat. Wolfgang Bosbach, der zugleich im Advisory Board bei swipecor
sitzt, sprach im Kinosaal über Netzwerke und persönliche Beziehungen aus seiner
langen Zeit im Deutschen Bundestag. Gerade Politik zeigt, dass ein Netzwerk mehr
sein muss als eine Ansammlung von Namen. Menschen können völlig unterschiedliche
Positionen vertreten und trotzdem auf belastbare persönliche Beziehungen
angewiesen sein.
Board Vorsitzende und Restrukturierungsexpertin Britta Hübner brachte
eindrucksvoll die Perspektive aus Unternehmen und Restrukturierungen ein. Dort
zeigt sich der Wert eines Netzwerks besonders brutal: Wenn ein Unternehmen unter
Druck gerät, braucht es keine Likes. Es braucht Menschen, die Probleme lösen
können. Verleger Julien Backhaus blickte auf die Veränderung von Öffentlichkeit
und Medien. Noch vor wenigen Jahrzehnten entstanden Sichtbarkeit und Reputation
wesentlich stärker über persönliche Begegnungen, Printmedien, Veranstaltungen
und langfristig aufgebaute Beziehungen. Heute entscheiden Algorithmen innerhalb
von Sekunden mit darüber, welcher Mensch, welches Unternehmen und welche Meinung
überhaupt wahrgenommen wird.
Wolfgang Kubicki führte diese Entwicklung schließlich in die politische
Gegenwart. Netzwerken versus soziale Medien in einer Zeit, in der Sekunden über
öffentliche Wahrnehmung entscheiden können, in der ein kurzer Ausschnitt
millionenfach verbreitet werden kann und digitale Dynamiken politische
Kommunikation massiv beschleunigen. Und plötzlich war der Übergang zur
Technologie logisch.
An dieser Stelle ebenso herzlichsten Dank an unsere Partner, durch welche diese
Entwicklung erst möglich gemacht wurde: Vision Concept Agency, welche für das
Branding, das Design, sowie die Kampagnen verantwortlich waren, sowie intive,
die die IT und die App-Entwicklung auf höchstem Niveau umsetzten. Alle Gespräche
des Abends führten zu einer ähnlichen Erkenntnis: Wir haben Kommunikation
beschleunigt. Wir haben Reichweite demokratisiert. Wir haben Kontakte
digitalisiert. Aber wir haben das Finden des wirklich relevanten Menschen noch
längst nicht gelöst.
Dann wurde es dunkel im vollbesetzten Kinosaal. Der Film begann. Das System
wurde vorgestellt. Und anschließend standen die vier Gründer auf der Bühne: CEO
Bernhard Schindler, Dr. Alexander Chaloupka, Josef Köppl und Jannis Brendel. Der
blaue Buzzer wurde gemeinsam gedrückt, das System und die Homepage sind Live.
Schindler formuliert die Idee bewusst provokant: "Netzwerken ist tot." Natürlich
ist damit nicht gemeint, dass menschliche Beziehungen bedeutungslos werden.
Eigentlich behauptet swipecor das genaue Gegenteil. Der persönliche Kontakt soll
wertvoller werden, weil die Technologie vorher einen Teil der ineffizienten
Suche übernimmt. Tot sei vielmehr die Vorstellung, dass ein großes Netzwerk
automatisch ein gutes Netzwerk ist.
Denn die entscheidende Währung der kommenden Jahre könnte nicht Reichweite sein.
Sondern Relevanz. Und hier kommt swAIper ins Spiel. Ein Unternehmen legt
innerhalb von swipecor seinen sogenannten Space an. Dieser Space ist mehr als
eine digitale Visitenkarte. Er bildet ab, was ein Unternehmen macht, welche
Leistungen es anbietet, welche Kompetenzen vorhanden sind und wonach es sucht.
Damit bekommt die KI etwas, was für intelligentes Matching entscheidend ist:
Kontext.
Der swAIper soll diesen Kontext verstehen und mit anderen Unternehmen, Angeboten
und Bedürfnissen innerhalb des Systems abgleichen. Die KI soll also nicht
einfach sagen: "Hier sind 500 Geschäftsführer aus deiner Branche." Sie soll im
Idealfall erkennen: Hier gibt es ein Unternehmen mit einem konkreten Bedarf -
und dein Unternehmen könnte genau diesen Bedarf lösen. Das ist ein erheblicher
Unterschied.
Stellen wir uns einen deutschen Maschinenbauer vor, der einen Vertriebspartner
für Österreich sucht. Gleichzeitig befindet sich ein österreichisches
Unternehmen im System, das sein Portfolio erweitern möchte und genau nach einem
solchen Produkt sucht. Heute müssen beide Seiten voneinander erfahren.
Vielleicht auf einer Messe. Vielleicht über einen gemeinsamen Bekannten.
Vielleicht über LinkedIn. Vielleicht durch eine Vertriebsagentur. Vielleicht
über Google. Vielleicht durch eine Kaltakquise. Oder nie. swAIper soll
versuchen, genau diesen Zufall zu verkleinern. Die künstliche Intelligenz
erkennt das Angebot auf der einen Seite und den Bedarf auf der anderen. Sie
stellt die mögliche Verbindung her. Der Nutzer bewertet den Vorschlag. Ist er
relevant, kann daraus ein Match entstehen. Danach sprechen Menschen miteinander.
Die Maschine findet. Der Mensch entscheidet. Das ist möglicherweise der
wichtigste Satz, um swipecor zu verstehen. Denn swAIper soll nicht den
Unternehmer ersetzen. Er soll auch nicht entscheiden, mit wem ein Unternehmen
Geschäfte machen muss. Er soll die mühselige Arbeit davor verändern: suchen,
filtern, vergleichen, Zusammenhänge erkennen und relevante Möglichkeiten
sichtbar machen. Siri beantwortet eine Frage. Alexa führt einen Befehl aus.
swAIper soll im Hintergrund eine geschäftliche Möglichkeit entdecken, nach der
der Unternehmer möglicherweise noch gar nicht gefragt hat. Genau deshalb
versteht das Unternehmen seinen KI-Agenten nicht als nette Zusatzfunktion,
sondern als Kern des Systems.
Rundherum entsteht eine eigene Business-Welt. Unternehmen besitzen ihre Spaces,
können über eine Timeline sichtbar werden, auf Stages präsentieren und
Veranstaltungen durchführen und sich innerhalb von Malls in unterschiedlichen
Branchen- und Themenwelten bewegen. All diese Informationen können wiederum neue
Signale darüber liefern, was ein Unternehmen anbietet, wofür es sich
interessiert und welche Verbindung relevant werden könnte. Auf der Berliner
Bühne wurde außerdem swipeTop vorgestellt. Und gerade dieses Produkt zeigt, dass
swipecor weiter denkt als bis zum Smartphone. swipeTop bringt das System auf den
Desktop. Dort sollen Unternehmen ihre Aktivitäten, Mitarbeiter, Matches, Leads,
Spaces, Stages und Malls zentral bearbeiten können. Die mobile App ist damit die
schnelle Seite des Systems. swipeTop soll die Arbeitsseite werden.
Das ist strategisch entscheidend. Denn wer ein Business Operating System bauen
will, darf nicht nur auf dem Handy stattfinden. Er muss dorthin, wo gearbeitet
wird. Der swAIper soll also zum digitalen Businessagenten werden, swipeTop zur
Schaltzentrale. Auf der Bühne wurden anschließend bewusst auch die Teams hinter
der Entwicklung vorgestellt. Die technische Umsetzung erfolgte gemeinsam mit
intive, wo nach Angaben der Gründer das jetzt vorgestellte System in den
vergangenen zehn Monaten gebaut wurde. Für Marketing und Markenauftritt wurde
das Team der Vision Agency Group mit Anna und Andrea Banic vorgestellt. Der
Moment war durchaus passend für einen Abend, an dem so viel über künstliche
Intelligenz gesprochen wurde: Am Ende standen Menschen auf der Bühne.
Denn KI kann Beziehungen vorbereiten. Geschäfte machen noch immer Menschen. Auch
wirtschaftlich verfolgt swipecor einen anderen Ansatz als viele klassische
Business-Clubs und Unternehmernetzwerke. Es soll keine Mitgliedschaft notwendig
sein, um überhaupt dabei sein zu dürfen. Unternehmen können kostenlos einen
eigenen Space binnen weniger Sekunden aufbauen. Das ist Teil der Wachstumslogik
der Plattform. Denn ein intelligentes Matching-System lebt davon, dass möglichst
viele relevante Unternehmen vorhanden sind.
Je mehr Unternehmen präzise hinterlegen, was sie können und was sie suchen,
desto größer wird theoretisch die Zahl sinnvoller Kombinationen. Die eigentliche
Ressource von swipecor sind deshalb nicht Kontakte. Es sind Zusammenhänge. Dazu
kommt ein eigenes System mit swipecoins. Diese können innerhalb der Plattform
gesammelt und für bestimmte Funktionen beziehungsweise Geschäftsmöglichkeiten
eingesetzt werden. Auch Empfehlungen sollen eine wichtige Rolle spielen: Wer
weitere Unternehmer und Unternehmen in das System bringt, kann dafür swipecoins
erhalten und diese wiederum für Leads einsetzen.
Damit versucht swipecor, einen Kreislauf aufzubauen: Mehr Unternehmen erzeugen
mehr Daten. Mehr Daten ermöglichen mehr potenzielle Matches. Mehr relevante
Matches erzeugen mehr Gespräche. Mehr Gespräche können zu mehr Geschäft führen.
Und wenn tatsächlich Geschäft entsteht, steigt wiederum der Anreiz, die
Plattform zu nutzen.
In der Theorie klingt das schlüssig. Jetzt kommt die Praxis. Nach der Berliner
Vorstellung beginnt eine 14-tägige europaweite Expansionsphase. Zudem gibt es
einen "Learn swipecor" Bereich auf der Homepage. Bis zum 1. Oktober 2026 soll
das System für den breiteren Einsatz mit Ausgang Deutschland, Österreich und der
Schweiz in Zentraleuropa hochgefahren werden.
Und genau dann endet auch der Schutzraum einer gelungenen Produktpräsentation.
Denn ab diesem Moment muss swipecor eine sehr einfache und gleichzeitig
gnadenlos schwierige Frage beantworten: Funktioniert es? Nicht: Wie viele
Menschen haben den Film gesehen? Nicht: Wie viele Menschen applaudierten in
Berlin? Nicht: Wie viele Spaces wurden angelegt?
Nicht einmal: Wie viele Matches wurden erzeugt? Die entscheidende Frage kommt
danach. Wie viele dieser Matches führen zu einem Gespräch? Wie viele Gespräche
führen zu einem Angebot? Wie viele Angebote werden zu einem Auftrag? Und wie
viel Umsatz entsteht daraus? Genau dort wird aus künstlicher Intelligenz
entweder ein interessantes technisches Spielzeug - oder ein wirtschaftlich
relevantes Werkzeug mit dem swipe Prinzip. Moderator Leif Ahrens brachte während
der Präsentation die provokante Bemerkung, LinkedIn könne sich warm anziehen.
Das ist natürlich die Art von Satz, die auf einer Bühne funktioniert. LinkedIn
ist eine weltweit etablierte Plattform mit einer enormen Nutzerbasis. Ein
deutsches Technologieunternehmen verdrängt eine solche Infrastruktur nicht mit
einer einzigen Präsentation in Berlin. Aber vielleicht stellt swipecor ohnehin
die interessantere Frage. Nicht: Wie bauen wir das bessere LinkedIn? Sondern:
Was kommt nach LinkedIn?
Was passiert, wenn Menschen nicht mehr stundenlang durch Business-Netzwerke
scrollen müssen? Was passiert, wenn künstliche Intelligenz relevante Unternehmen
findet? Wenn sie Angebote und Bedarf versteht?
Wenn sie nicht nur weiß, wer mit wem verbunden ist, sondern erkennt, warum zwei
Unternehmen miteinander sprechen sollten? Dann verändert sich die Logik. Vom
Kontakt zur Relevanz. Vom Suchen zum Findenlassen. Vom Feed zum Match. Vom Match
zum Gespräch. Und vom Gespräch zum Geschäft. Vielleicht brauchen Unternehmen
deshalb tatsächlich nicht das nächste soziale Netzwerk. Vielleicht brauchen sie
einen Agenten.
Einen, der nicht schläft. Einen, der nicht auf die nächste Messe warten muss.
Einen, der nicht 4.000 Profile einzeln durchklicken muss. Einen, der nicht
wissen muss, welchen Namen er in ein Suchfeld eingeben soll, weil er nach
Zusammenhängen sucht und nicht nur nach Namen. Siri und Alexa haben unseren
privaten Alltag verändert. Jetzt bekommen sie einen Bruder fürs Business. Er
heißt swAIper.
Und während Siri morgen früh erklären kann, ob in München ein Regenschirm
notwendig ist und Alexa im Büro die richtige Playlist startet, soll swAIper eine
wesentlich wertvollere Frage beantworten: "Mit wem solltest du heute sprechen,
damit morgen Geschäft entsteht?" Wenn swipecor darauf tatsächlich regelmäßig die
richtige Antwort findet, könnte der interessanteste Satz des Berliner Abends am
Ende nicht "LinkedIn kann sich warm anziehen" gewesen sein.
Sondern ein viel einfacherer: "Wir brauchen nicht mehr Kontakte. Wir brauchen
endlich die richtigen," so Wolfgang Bosbach.
Pressekontakt:
Josef Köppl CMO swipecor
+49 32 222 13 20-33
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/183427/6353546
OTS: swipecor GmbH
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