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Berlin (ots) - Pharma Deutschland warnt nach Fachgespräch der FinanzKommission
Gesundheit vor anlasslosen Preisschleifen und vor Betrachtung von Gesundheit als
bloße Rechengröße.
Nach dem heutigen Fachgespräch der Finanzkommission Gesundheit zu möglichen
Re-Evaluationen und Kosten-Nutzen-Bewertungen von Arzneimitteln warnt Pharma
Deutschland vor einem Kurswechsel in der Arzneimittelnutzenbewertung. Die
diskutierten zusätzlichen anlasslosen Bewertungs- und Preisverfahren drohten,
Versorgung und Innovation zu belasten, ohne die strukturellen
Finanzierungsprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung zu lösen.
Dazu erklärt Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland:
"Wer Arzneimittel immer wieder anlasslos zur Preisverhandlung stellt und ihren
Wert nur in Kosten misst, verlässt den bewährten Pfad der patientenorientierten
Nutzenbewertung. Mit reiner Rationalisierungslogik allein entsteht kein echter
Mehrwert für die Versichertengemeinschaft. Und ein gutes Signal für einen
verlässlichen Innovationsstandort Deutschland ist es auch nicht."
Der Verband weist darauf hin, dass das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz,
AMNOG, bereits heute kein statisches System ist. Neue wissenschaftliche
Erkenntnisse, Indikationserweiterungen, befristete Beschlüsse des Gemeinsamen
Bundesausschusses oder das Auslaufen von Vertragslaufzeiten können
Neubewertungen und neue Erstattungsbeträge auslösen. Mehr als die Hälfte der
AMNOG-Verfahren der vergangenen Jahre waren erneute Bewertungen. Wer darüber
hinaus noch zusätzliche, anlasslose Re-Evaluationen fordert, muss erklären,
welchen medizinischen oder versorgungsrelevanten Erkenntnisgewinn sie bringen
sollen. Und wie dies mit den im Pharmadialog verfolgten Zielen eines
Bürokratieabbaus vereinbar sein kann.
Auch die Preisentwicklung belegt, dass das System bereits dynamisch arbeitet.
Eigene Analysen von Pharma Deutschland zu den zehn umsatzstärksten
AMNOG-Arzneimitteln zeigen durchschnittlich rund acht Preisanpassungen je
Präparat über eine mittlere Marktdauer von zehn Jahren. Die meisten Anpassungen
waren Preissenkungen; heute schon im Schnitt alle 16 Monate.
Besonders kritisch bewertet Pharma Deutschland Überlegungen, Zugang stärker mit
Kosten-Nutzen-Bewertungen zu steuern.
Deutschland hat sich im AMNOG bewusst für eine andere Logik entschieden. Im
Mittelpunkt steht der Zusatznutzen einer neuen Therapie gegenüber einer
zweckmäßigen Vergleichstherapie. Auf dieser Grundlage verhandeln Hersteller und
GKV-Spitzenverband anschließend den Erstattungsbetrag. Dieses
zusatznutzenbasierte Verhandlungsprinzip sollte gestärkt und flexibilisiert
werden. Im Pharmadialog finden derzeit intensive Diskussionen zu einer
Weiterentwicklung des AMNOG statt, der Fokus sollte hierauf gelegt werden.
Der Pharma Deutschland e.V. ist der mitgliederstärkste Branchenverband der
Pharmaindustrie in Deutschland. Er vertritt die Interessen von rund 400
Mitgliedsunternehmen, die in Deutschland ca. 80.000 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter beschäftigen. Die in Pharma Deutschland e.V. organisierten
Unternehmen tragen maßgeblich dazu bei, die Arzneimittelversorgung in
Deutschland zu sichern. So stellen sie fast 80 Prozent der in Apotheken
verkauften rezeptfreien und fast zwei Drittel der rezeptpflichtigen Arzneimittel
sowie einen Großteil der stofflichen und dentalen Medizinprodukte für die
Patientinnen und Patienten bereit. Unter http://www.pharmadeutschland.de/ gibt
es mehr Informationen zu Pharma Deutschland.
Ihre Ansprechpartner in der Pressestelle von Pharma Deutschland:
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