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WIESBADEN (ots) -
- Süßkirschenernte im Zehnjahresvergleich auf hohem Niveau, Sauerkirschen wegen
rückläufiger Anbauflächen mit unterdurchschnittlicher Erntemenge
- Birnenernte nach ersten Schätzungen 7,7 % über Zehnjahresdurchschnitt
Die deutschen Obstbaubetriebe haben im Sommer 2026 eine gute Kirschenernte
erzielt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach endgültigen Schätzungen
zum Stichtag 20. August 2026 mitteilt, wurden insgesamt rund 48 500 Tonnen Süß-
und Sauerkirschen geerntet. Die Kirschenernte 2026 lag damit 7,8 % über dem
Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre (2016-2025) und übertraf das ebenfalls
ertragreiche Vorjahr um 3,0 %. Von der Gesamterntemenge entfielen dabei 80,2 %
(38 900 Tonnen) auf Süßkirschen und 19,8 % (9 600 Tonnen) auf Sauerkirschen.
Süßkirschenernte 16,2 % über Zehnjahresdurchschnitt
Das gute Ernteergebnis ist auf die Süßkirschenernte von 38 900 Tonnen
zurückzuführen. Im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre von 33
500 Tonnen war die diesjährige Erntemenge um 16,2 % oder 5 400 Tonnen höher.
Bezogen auf die Anbaufläche von 5 600 Hektar ergibt sich ein Durchschnittsertrag
von 6,9 Tonnen Süßkirschen je Hektar.
Die Süßkirschenernte fiel jedoch regional unterschiedlich aus.
Baden-Württemberg, das mit 2 600 Hektar Anbaufläche bedeutendste Bundesland für
den Süßkirschenanbau, lag mit einer Ernte von 19 100 Tonnen um 16,7 % über dem
Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. In Rheinland-Pfalz, dem mit 660 Hektar
Anbaufläche zweitgrößten Süßkirschen-Anbauland, lag die Ernte dagegen mit 2 000
Tonnen um 37,2 % unterhalb des Zehnjahresdurchschnitts. Eine besonders
ertragreiche Ernte wiederum verzeichnete Niedersachsen. Auf 500 Hektar wurden im
drittgrößten Anbauland 6 700 Tonnen Süßkirschen geerntet - ein Plus von 66,0 %
gegenüber dem Zehnjahresdurchschnitt.
Sauerkirschenernte um 16,8 % unter zehnjährigem Durchschnitt
Während Süßkirschen in Deutschland auf rund 5 600 Hektar angebaut werden, hat
der heimische Sauerkirschenanbau mit etwa 1 500 Hektar Anbaufläche eine deutlich
geringere Bedeutung. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Anbaufläche von
Sauerkirschen von 2 000 auf 1 500 Hektar und damit um ein Viertel verringert
(-25,8 %). Die endgültige Schätzung der Sauerkirschenernte für das Jahr 2026
liegt mit 9 600 Tonnen um 16,8 % unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn
Jahre. Bezogen auf den Ertrag liegt die Sauerkirschenernte bei 6,4 Tonnen je
Hektar und damit nur leicht unter dem Niveau des Zehnjahresdurchschnitts (-1,1
%).
Das Bundesland mit der größten Anbaufläche für Sauerkirschen ist Rheinland-Pfalz
mit 460 Hektar, gefolgt von Sachsen (300 Hektar) und Baden-Württemberg (240
Hektar). Auch im Sauerkirschenanbau zeigen sich bei der diesjährigen Ernte
regionale Unterschiede. Die größte Erntemenge wurde in Baden-Württemberg mit 2
800 Tonnen (+38,1 % zum zehnjährigen Durchschnitt) erzielt, gefolgt von
Rheinland-Pfalz mit 2 100 Tonnen (-46,1 %), und Thüringen mit 1 500 Tonnen (-7,1
%).
Birnenernte voraussichtlich 7,7 % über dem Durchschnitt der vergangenen zehn
Jahre
Nach ersten vorläufigen Schätzungen erwarten die Obstbaubetriebe 2026 eine gute
Birnenernte von rund 40 900 Tonnen. Damit wird die diesjährige Birnenernte
voraussichtlich 7,7 % höher ausfallen als im Durchschnitt der vergangenen zehn
Jahre. Gegenüber dem ertragsstarken Vorjahr wird mit einem leichten Rückgang von
3,3 % gerechnet. Bezogen auf die Anbaufläche von 2 100 Hektar wird ein
durchschnittlicher Ertrag von 19,8 Tonnen Birnen pro Hektar erwartet.
Die optimistische Ernteschätzung wird insbesondere durch die positive
Ertragserwartung in Baden-Württemberg, dem bedeutendsten Anbauland für Birnen,
getragen. Dort werden auf 860 Hektar voraussichtlich 18 600 Tonnen und damit
45,4 % der deutschen Birnen erwartet. Damit liegt die baden-württembergische
Birnenernte nach ersten Schätzungen 28,1 % über dem Durchschnitt der vergangenen
zehn Jahre und 7,9 % über dem ertragreichen Vorjahr. An zweiter Stelle der
größten Anbauländer für Birnen folgt Bayern (270 Hektar) mit einer
voraussichtlich Erntemenge von 2 700 Tonnen und einem Minus von 45,8 % gegenüber
dem zehnjährigen Durchschnitt. An dritter Stelle steht Niedersachsen mit einer
Anbaufläche von 260 Hektar. Hier wird eine Birnenernte von 7 100 Tonnen
erwartet, die damit voraussichtlich 14,0 % über dem Durchschnitt der vergangenen
zehn Jahre liegt.
Methodische Hinweise:
Für die Ernteschätzung der wichtigsten Baumobstarten berichten die Ernte- und
Betriebsberichterstatterinnen und -erstatter zu verschiedenen Zeitpunkten über
die erwarteten beziehungsweise erzielten Erntemengen und Hektarerträge von
Äpfeln, Birnen, Pflaumen/Zwetschen, Mirabellen/Renekloden sowie Süß- und
Sauerkirschen. Zwischen den Schätzungen in den Monaten Juni, Juli, August und
November kann es etwa aufgrund von Witterungsbedingungen, Krankheiten oder
Schädlingsbefall noch zu erheblichen Änderungen kommen.
Die letzte Schätzung der Kirschenernte erfolgt im August, die letzte Schätzung
der anderen Baumobstarten im November.
Die Flächenangaben basieren auf der zuletzt 2022 durchgeführten
Baumobstanbauerhebung und werden in einzelnen Ländern aktualisiert. Aufgrund der
Darstellung gerundeter Werte können Differenzen zwischen der Addition von
Einzelwerten und der entsprechenden Summe entstehen.
Weitere Informationen:
Detaillierte Ergebnisse zum Baumobst bieten die Tabellen 41243 in der Datenbank
GENESIS-Online sowie die Themenseite "Obst, Gemüse und Gartenbau" im
Internetangebot des Statistischen Bundesamtes.
Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen
und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter
www.destatis.de/pressemitteilungen.
Weitere Auskünfte:
Baumobstanbau und -ernte
Telefon: +49 611 75 8660
www.destatis.de/kontakt
Pressekontakt:
Statistisches Bundesamt
Pressestelle
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/32102/6355577
OTS: Statistisches Bundesamt
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