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Düsseldorf/Bielefeld/Detmold (ots) - Gemeinsame Erklärung der leitenden
Geistlichen der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Evangelischen Kirche von
Westfalen und der Lippischen Landeskirche nach den Landtags- und Kommunalwahlen
der vergangenen Wochen:
"Wir erleben, dass bei mehreren Landtags- und Kommunalwahlen eine rechtsextreme
Partei starken Zulauf hat - und viele Menschen sich mit ihren Problemen von der
Politik nicht wahrgenommen fühlen. Wir sind tief besorgt darüber, dass
demokratisch engagierte Personen angefeindet, freie Medien infrage gestellt und
soziale Spaltungen vertieft werden - bis dahin, dass migrantische
Mitbürger/innen oder jüdische Geschwister sich in unserem Land nicht mehr sicher
fühlen", betonen die drei Kirchenleitenden Dr. Adelheid Ruck-Schröder (Präses
der Evangelischen Kirche von Westfalen), Dr. Thorsten Latzel (Präses der
Evangelischen Kirche im Rheinland) und Michael Keil (Präses der Lippischen
Landessynode) in der gemeinsamen Erklärung.
"Als Kirche widersprechen wir, wo die gottgegebene Würde von Menschen verletzt
wird, wir treten ein für den Dialog miteinander über Grenzen hinweg und leben
die Hoffnung, die Gott in uns wirkt. Das ist unsere Aufgabe als Kirche in der
Nachfolge Jesu Christi - so wie es in unserem gemeinsamen Bekenntnis formuliert
ist: Die Kirche ,erinnert an Gottes Reich, an Gottes Gebot und Gerechtigkeit und
damit an die Verantwortung der Regierenden und Regierten.' ( Barmer Theologische
Erklärung (https://newsletter.ekir.de/r/b9ubcjn52307ms12004.html) , These V)
Wir glauben, dass jeder Mensch als Ebenbild Gottes geschaffen ist. Damit kommt
jedem Menschen eine unverbrüchliche Würde zu, die es in Wort und Tat zu achten
gilt. In der Nachfolge Jesu sehen wir gerade auch in den Menschen, die Not
leiden und Hilfe brauchen, unsere Nächsten. In unseren Gemeinden, Kitas,
Schulen, Krankenhäusern und Beratungsstellen erleben wir täglich, was die
Menschen im Land bewegt: bezahlbares Wohnen, verlässliche Pflege, gute Bildung,
Sicherheit im Alltag, die Sorge um den Arbeitsplatz, die Rente und um den
Zusammenhalt in der Nachbarschaft. Uns ist wichtig, dass Menschen mit
unterschiedlichen politischen Positionen in unseren Kirchen eine geistliche
Heimat haben. Als Kirche sind wir Brückenbauerin und bieten Orte der
Verständigung über Grenzen hinweg. Christsein heißt, miteinander essen und reden
zu können - auch bei gegensätzlichen Anschauungen. Im Glauben an die Liebe
Gottes verbindet uns mehr miteinander, als uns voneinander trennt. Das hilft,
auch kontroverse Positionen auszuhalten und wertschätzend miteinander reden zu
können.
Im Gebiet unserer Landeskirchen leben Menschen unterschiedlicher Nationalität,
Herkunft und Kultur oft seit Jahrzehnten selbstverständlich zusammen. Die Frage,
ob das Leben noch bezahlbar ist, Kitas und Schulen attraktiv sind, unser
Sozialstaat funktioniert, betrifft alle gemeinsam und ist keine Frage der
Herkunft. Es geht um dieselben Mieten, Schulwege und Arbeitsplätze. Wer über
Migration spricht, spricht über unsere Nachbarn und über unsere Verwandten und
über uns selbst. Sorgen ernst zu nehmen - nicht als Stimmung, das ist ein
gesellschaftlicher Auftrag. Wer das Vertrauen in die Demokratie stärken will,
muss Probleme lösen. Dazu tragen wir als evangelische Kirchen selbst aktiv bei,
weil Glaube und diakonisches Engagement unlöslich zusammengehören und das
Vertrauen in Gott das Vertrauen ineinander stärkt.
Im Hinblick auf die Landtagswahlen 2027 stehen wir als evangelische Kirchen den
Menschen bei, die in unserem Bundesland politische Verantwortung tragen. Wir
werden für sie beten, uns sozial engagieren und kritisch in die politische
Debatte einbringen, wo wir aus unserem Glauben dazu berufen sind. Wir tragen
gemeinsam Verantwortung für unser Land."
Stichwort: Evangelisches Büro
Das Evangelische Büro (https://newsletter.ekir.de/r/b9ubcjn52308ms12004.html)
ist eine gemeinsame Einrichtung der Evangelischen Kirche im Rheinland, der
Evangelischen Kirche von Westfalen und der Lippischen Landeskirche. Am Sitz des
Landtags und der Landesregierung in Düsseldorf vertritt das Evangelische Büro
seit 1961 die Interessen der drei evangelischen Landeskirchen auf dem Gebiet von
Nordrhein-Westfalen in den vielen Bereichen, in denen - bei einer klaren
Trennung von Staat und Kirche - Berührungspunkte bestehen.
Pressekontakt:
Pressesprecherin Cornelia Breuer-Iff | 0211 4562-423 |
mailto:cornelia.breuer-iff@ekir.de |
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OTS: Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR)
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