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Coburg (ots) - Das Klirren von Metall, das Surren von Robotern, das Dröhnen von
Maschinen - eine typische Geräuschkulisse in industriellen Fertigungsbereichen.
Mittendrin an einer Prüfstation das kurze Klacken eines Bauteils, das
möglicherweise auf einen Mangel hinweist: Für die akustische Qualitätskontrolle
ist das eine Herausforderung. Denn Umgebungsgeräusche können dazu führen, dass
Testsysteme Fehler "hören", die gar nicht existieren.
Deshalb befinden sich akustische Prüfstationen in schallgedämmten Zellen, um sie
vor Störgeräuschen und Vibrationen zu schützen. Dennoch können einzelne
Produktionsgeräusche bis zu den Sensoren durchdringen und die Messung stören.
Die Folge sind sogenannte Pseudo-Fehler: Sie verursachen aufwendige
Nachprüfungen, kosten Zeit und Geld.
Saubere Ergebnisse trotz Lärm
Der Automobilzulieferer Brose geht daher mithilfe von Künstlicher Intelligenz
(KI) neue Wege: Das Unternehmen hat eine eigene KI-basierte Akustikprüfung
entwickelt, die verlässliche Messdaten in der Qualitätssicherung liefert. Damit
werden Nacharbeiten deutlich reduziert und effizientere Abläufe ermöglicht. Die
KI analysiert akustische Signale und lernt, charakteristische Merkmale
bestimmter Klangmuster zu erkennen. "Ein Defekt im Bauteil äußert sich oft als
regelmäßiges Klackern, während Geräusche aus der Produktionshalle unregelmäßig
und zufällig auftreten. Unser KI-basiertes System erkennt, ob es sich
tatsächlich um eine Abweichung oder Hintergrundlärm handelt. So reduzieren wir
bis zu 95 Prozent aller Pseudo-Fehler", erklärt Alexej Zitzer, Testexperte
Fertigungstechnologie bei Brose.
Auf das Training kommt es an
Die Fähigkeit zur Unterscheidung muss die KI zunächst anhand von Trainingsdaten
erlernen. Akustikexperten kennzeichnen Audiodaten und legen fest, welche
Geräusche unkritisch und welche fehlerhaft sind. Auf dieser Basis liefert die KI
präzise Informationen, verhindert Pseudo-Fehler und ermöglicht es, Produkte ohne
Verzögerung weiter durch den Fertigungsprozess zu leiten.
Eigenentwicklung mit Potenzial
Um die neue KI-Lösung gezielt auf die eigenen Produktionsprozesse abzustimmen,
hat Brose das Testsystem selbst entwickelt. "Das macht uns unabhängiger,
flexibler und stärkt dauerhaft die Qualität und Effizienz unserer
Serienfertigung", betont Alexej Zitzer. Darüber hinaus wurde die Lösung als
globale Plattform konzipiert, die sich an verschiedenen Standorten einsetzen und
auf andere Technologien wie etwa die Bildverarbeitung übertragen lässt. So kann
die Lösung auch zukünftig mit wachsenden Anforderungen in der Qualitätssicherung
Schritt halten. Brose zeigt exemplarisch, wie KI in der Industrie ihren größten
Mehrwert entfaltet: nicht als Ersatz für menschliche Expertise, sondern als
intelligentes Werkzeug, das den entscheidenden Unterschied erkennt. Zugleich
belegt die Eigenentwicklung die starke Technologie- und Produktionskompetenz des
Unternehmens und macht deutlich, wie Brose innovative Lösungen für eine
effiziente Fertigung vorantreibt.
Pressekontakt:
N: Carmen Eberhardt
E: mailto:Carmen.Eberhardt@brose.com
W: https://www.brose.com/de-de/
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/33971/6358049
OTS: Brose SE
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