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Kommentar von "nd.DerTag" zum Vorhaben einer bundeseigenen Wohnungsbaugesellschaft

16.10.2026 19:45 Uhr nd.DerTag / nd.DieWoche

Berlin (ots) - Der Wohnungsmangel in deutschen Metropolen ist gewaltig. Nach dem Willen der Regierung soll eine bundeseigene Wohnungsbaugesellschaft Abhilfe schaffen. Nach Angaben von Bauministerin Verena Hubertz soll sie nun 2027 an den Start gehen.

Die Vorbereitungen laufen in den sozialdemokratisch geführten Bau- und Finanzministerien schon eine ganze Weile. Es war selbst den Politikern in der Berliner Regierungsblase nicht entgangen, dass der Mangel an bezahlbarem Wohnraum bundesweit ein ganz großes Thema ist. Bis weit in den Mittelstand und die Wirtschaft hinein. Und längst gilt die Wohnungsnot als Bremse beim Anheuern von Arbeitskräften. Gleichzeitig zeigt sich von Rostock bis Saarbrücken, von Hamburg bis München: Nicht die Höhe der Mieten allein entscheidet über Erschwinglichkeit, sondern das Einkommen, welches nach der Mietzahlung übrig bleibt. Rezession und Stagnation in den letzten Jahre haben die Wohnungsnot daher zusätzlich befeuert.

Eine bundeseigene Wohnungsbaugesellschaft könnte hier durchaus die Probleme etwas abmildern. Allerdings kommt sie zu spät, viel zu spät sogar. Der soziale Wohnungsbau war seit 1950 in der BRD eine Erfolgsgeschichte. Als er dann Anfang der 1990er Jahre stark zurückgebaut würde, führte der Fast-Ausstieg der Politik zusammen mit der Deregulierung der Wirtschaft, Verstädterung in Richtung Großstädte und Migration zur heutigen Wohnungsnot in den Ballungsräumen. An dieser lässt sich zumindest auf kurze Sicht nichts ändern.

Vor diesem Hintergrund zeigt die Gründung einer bundeseigenen Wohnungsbaugesellschaft vor allem die Hilflosigkeit der Regierung Merz. Üblicherweise lagert die Politik heiße Eisen in eine Expertenkommission aus, hier nun in eine Zweckgesellschaft, an der sich auch private oder kommunale Player beteiligen sollen. Wirkliche Abhilfe verspricht übrigens auch der Vorschlag von Ökonomen nicht, über die staatliche Förderbank KfW noch mehr günstige Kredite zu vergeben. Ein Blick in die Metropolen der Welt zeigt: Wohnungsnot herrscht, wo Kapital und seine Gewinne den Markt dominieren. Und daran will diese Bundesregierung nichts ändern.

Pressekontakt:

nd.DerTag / nd.DieWoche Redaktion

Telefon: 030/2978-1722

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/59019/6372837 OTS: nd.DerTag / nd.DieWoche


Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - nd.DerTag / nd.DieWoche
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