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Bonn (ots) - Am Mittwoch kürte die Dr. Silvius Wodarz Stiftung die Esche zum
Baum des Jahres für das Jahr 2027. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW)
beteiligte sich als Mitglied des Kuratoriums an der Wahl und begrüßt das
Ergebnis. Sie macht auf eine heimische Baumart aufmerksam, die durch das
Eschentriebsterben stark gefährdet ist. Deswegen verkörpert die Esche
Herausforderungen und spielt eine zentrale Rolle in der heimischen
Forstwirtschaft.
Die Gemeine Esche ( Fraxinus excelsior ) ist eine heimische Baumart, deren
lichte Krone mit ihren Fiederblättern unverwechselbar hervorsticht.
SDW-Präsidentin Ursula Heinen-Esser befürwortet die Auszeichnung und betont:
"Als SDW unterstützen wir die erneute Kürung der Esche sehr, insbesondere, um
auf ihre Gefährdung und Herausforderungen für die Zukunft aufmerksam zu machen.
Sie verkörpert die Risiken unserer Zeit, aber auch Resilienz und
Anpassungsfähigkeit." Damit wird ihre wichtige Rolle für den Waldumbau als
heimische Baumart sowie auch ihre erhebliche Gefährdung durch das
Eschentriebsterben (https://www.sdw.de/ueber-den-wald/gefahren-fuer-den-wald/wal
d-und-baumschaedlinge/eschentriebsterben/) deutlich.
Erneute Auszeichnung mit neuem Fokus
Bereits 2001 wurde die Gemeine Esche zum Baum des Jahres gekürt, allerdings
wegen anderer Gründe: So stand ihre Bedeutung als heimische Laubbaumart in
naturnahen Wäldern und Lieferantin von exzellentem Holz im Vordergrund. Denn,
die Esche wächst an verschiedensten Standorten. Sie wächst in feuchten Auwäldern
ebenso wie auf trockenen Kalkböden. Besonders auf tiefgründigen und
nährstoffreichen Böden entwickelt sie sich gut, aber ein länger anhaltend
durchnässter Boden bekommt ihr dagegen schlecht. Gerade wasserdominierten
Standorte wie Auwälder sind ökologisch wertvoll und selten geworden und hier ist
die Esche als Baumart von zentraler Bedeutung.
Ihre Kürung 2027 setzt nun vor allem ihre Gefährdung, aber auch ihre erst
kürzlich erforschte Resilienz in den Fokus: Durch das Eschentriebsterben ist die
Esche in Europa heutzutage stark gefährdet. Hinter dem Eschentriebsterben steckt
der aus Ostasien stammende Pilz Hymenoscyphus fraxineus, der seit den
1990er-Jahren in großen Teilen Europas die Eschen befällt. Die meisten Bäume
verlieren durch den Befall ihre Vitalität und sterben ab. Dennoch gibt es immer
wieder Individuen, die in stark geschädigten Eschenwäldern vital bleiben. Diese
widerstandsfähigen Bäume und ihre Nachkommen werden verstärkt untersucht. Eine
erneute Kürung der Esche hebt ihre Bedeutung wieder hervor und unterstreicht
ihre Schutzwürdigkeit. Denn die Esche verbinde wie fast keine andere Baumart
ökologische Bedeutung, wirtschaftliche Nutzung, Kulturgeschichte und aktuelle
Waldpathologie miteinander, so die Dr. Silvius Wodarz Stiftung.
Schauen Sie auch in unser ausführliches Baumfaltblatt zur Esche unter
http://www.sdw.de/esche .
Verleihung der Auszeichnung
Der Baum des Jahres wird seit 1989 regelmäßig von der "Baum des Jahres - Dr.
Silvius Wodarz Stiftung" gekürt. Ein aus 33 Mitgliedern bestehendes Gremium
stimmt über die Auszeichnung ab, darunter auch der Bundesverband der
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e. V. (SDW). Die Auswahlkriterien für die Wahl
eines Baumes sind sehr unterschiedlich, aber das Ziel ist dasselbe: die Baumart
in dem Jahr bekannter zu machen. Dabei zum Beispiel seine Gefährdung, seine
Seltenheit, Baumkrankheiten, der Klimawandel oder seine Bedeutung für den
Menschen eine Rolle. Viele Städte und Grünämter werden durch die Wahl dazu
angeregt, bei Neupflanzungen insbesondere diese gewählten Bäume zu verwenden.
Über die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW):
Am 5. Dezember 1947 wurde die SDW in Bad Honnef gegründet und ist damit einer
der ältesten Naturschutzverbände in Deutschland. Heute engagieren sich in den 15
Landesverbänden rund 25.000 Mitglieder aktiv für den Wald. Die zum Baum des
Jahres gewählten Arten werden von der SDW zum Tag des Baumes gepflanzt.
Pressekontakt:
Alexandra Bieneck
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Bundesverband e. V. (SDW)
Kaiserstraße 12 | 53113 Bonn
Tel.: 0228 945983-93
Mail: mailto:alexandra.bieneck@sdw.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/17688/6385028
OTS: Schutzgemeinschaft Deutscher Wald
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