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Kiel, Bad Bramstedt, Kaltenkirchen, Neumünster, Hamburg, Schleswig-Holstein
(ots) - Einsatzkräfte des Hauptzollamts Kiel haben am 28. Mai 2026 auf der A7
mehr als ein Kilogramm Kokain sowie über fünf Kilogramm Procainhydrochlorid
sichergestellt. Gegen einen 30-jährigen dänischen Staatsangehörigen wurde
Haftbefehl erlassen. Er befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft. Gegen die
30-jährige dänische Fahrerin wurde ebenfalls Haftbefehl erlassen. Dieser wurde
jedoch unter Auflagen außer Vollzug gesetzt.
Die Zöllnerinnen und Zöllner hatten den Pkw mit dänischer Zulassung am späten
Abend auf der A7 aus dem fließenden Verkehr zur Kontrolle auf den Rastplatz Ohe
Ost geleitet. Die beiden Fahrzeuginsassen gaben an, als Paar einen Urlaub in
Amsterdam verbracht zu haben und nun nach Dänemark zurückkehren zu wollen.
Im Kofferraum entdeckten die Einsatzkräfte fünf verschweißte Kunststoffbeutel
mit einer zunächst unbekannten Substanz. Die Reisenden erklärten, es handele
sich um eine Backzutat aus einer Amsterdamer Bäckerei. Nähere Angaben zum Kauf
oder entsprechende Nachweise konnten sie jedoch nicht vorlegen. Erste
Drogenschnelltests verliefen negativ. Eine anschließende Analyse ergab, dass es
sich um insgesamt rund 5,14 Kilogramm Procainhydrochlorid handelte.
Da die Angaben nicht plausibel erschienen und die Herkunft der Substanz unklar
blieb, wurde die Kontrolle vertieft. Auf der Dienststelle untersuchten die
Zöllnerinnen und Zöllner das Fahrzeug genauer. Die Rauschgiftspürhündin Akira
zeigte dabei einen auf der Rückbank befindlichen Kindersitz sowie den
Rücksitzbereich eindeutig an.
Unter dem Bezug des Kindersitzes entdeckten die Einsatzkräfte schließlich ein
Paket mit rund 1,148 Kilogramm Kokain. Ein Drogenschnelltest bestätigte
anschließend den Verdacht. Der geschätzte Straßenverkaufswert liegt bei rund
80.000 Euro.
"Täter nutzen immer wieder ungewöhnliche Schmuggelverstecke, um Drogen über die
Grenze zu bringen. Deshalb beschränken sich unsere Kontrollen nicht auf Gepäck
oder Kofferräume. Auch Fahrzeugverkleidungen, Sitze oder wie in diesem Fall
Kindersitze werden gezielt überprüft", so Gabriele Oder, Sprecherin des
Hauptzollamts Kiel.
Die beiden Beschuldigten wurden vorläufig festgenommen und am Folgetag dem
Haftrichter vorgeführt. Gegen den 30-jährigen Mann wurde Untersuchungshaft
angeordnet. Die 30-jährige Frau wurde unter Auflagen entlassen.
"Mehr als ein Kilo Kokain ist bereits ein erheblicher Aufgriff. Der zusätzliche
Fund von über fünf Kilo Streckmittel verleiht diesem Fall jedoch eine ganz
andere Größenordnung", so Oder weiter.
Die weiteren Ermittlungen führt das Zollfahndungsamt Hamburg, Dienstsitz Kiel,
im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kiel.
Für die Beschuldigten gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die
Unschuldsvermutung.
Zusatzinformation:
Procainhydrochlorid ist ein Arzneistoff, der in der Medizin als örtliches
Betäubungsmittel eingesetzt wird. In der Betäubungsmittelkriminalität wird die
Substanz regelmäßig als Streckmittel für Kokain verwendet.
Durch das Beimischen solcher Stoffe versuchen Täter, die Menge der später
gehandelten Ware zu erhöhen und höhere Gewinne zu erzielen.
Rauschgiftspürhunde des Zolls werden speziell auf verschiedene Betäubungsmittel
trainiert. Dank ihres hochentwickelten Geruchssinns können sie selbst kleinste
Mengen erschnüffeln und tragen regelmäßig zur Aufdeckung von Drogenschmuggel
bei.
Gemeinsame Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft Kiel und Hauptzollamt Kiel.
Rückfragen bitte an Hauptzollamt Kiel (s. unten)
oder:
Staatsanwaltschaft Kiel
Michael Bimler
michael.bimler@staki.landsh.de
T 0431/604-3009
Rückfragen bitte an:
Hauptzollamt Kiel
Gabriele Oder
Telefon: 0431-20083-1106
Mobil: 016091162783
E-Mail: presse.hza-kiel@zoll.bund.de
www.zoll.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/blaulicht/pm/121233/6286809
OTS: Hauptzollamt Kiel
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