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Berlin (ots) - "Europa muss sich gegen unlautere Handelspraktiken wehren können.
Aber Handelsschutz darf nicht zur industriepolitischen Allzweckwaffe werden. Die
Warschauer Erklärung von 15 EU-Industrieministern setzt wichtige Impulse für die
europäische Wettbewerbsfähigkeit. Den geforderten breiteren und offensiveren
Einsatz von Handelsschutzinstrumenten sehen wir jedoch kritisch. Wer seine
Industrie mit immer neuen Handelsbarrieren abschirmt, verteuert Vorprodukte,
belastet den Mittelstand und schwächt am Ende die Wettbewerbsfähigkeit der
eigenen Exporteure", so Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes
Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), zur heute veröffentlichten
Warschauer Erklärung.
Jandura weiter: "Auch bei DiversifyEU brauchen wir Augenmaß. Wir müssen
kritische Abhängigkeiten reduzieren und Lieferketten breiter aufstellen. Das
gelingt aber nicht, indem die Politik Unternehmen vorschreibt, wo sie einkaufen
sollen. Wir brauchen mehr Bezugsquellen und neue Handelspartner, nicht weniger
Auswahl und zusätzliche Markteingriffe. Diversifizierung bedeutet mehr Optionen,
nicht neue Beschränkungen."
"Kritisch sehen wir auch zusätzliche EU-Ursprungskriterien im Rahmen des
Industrial Accelerator Act. Neue Herkunftsvorgaben schaffen Bürokratie,
verteuern die Beschaffung und können internationale Lieferketten
beeinträchtigen. Europa darf sich nicht selbst das Leben schwermachen, während
es seine Wettbewerbsfähigkeit stärken will", betont Jandura.
"Handelsschutz muss sich an klaren rechtlichen Kriterien orientieren,
verhältnismäßig sein und die gesamte Wertschöpfungskette berücksichtigen. Nicht
jeder Importdruck ist unfairer Wettbewerb, und nicht jedes industrielle Problem
lässt sich mit Zöllen lösen. Europa wird nicht stärker, indem es sich vor
Wettbewerb schützt, sondern indem es im Wettbewerb besser wird. Dafür brauchen
wir wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger Bürokratie, einen funktionierenden
Binnenmarkt und neue Freihandelsabkommen. Das schafft Wachstum und eröffnet
Unternehmen neue Märkte. Zusätzliche Handelsbarrieren tun das nicht", Jandura
abschließend.
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