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Karlsbad (ots) - Spezialisierte und zum Thema weitergebildete
Ergotherapeut:innen bieten trans* und nichtbinären Menschen gendersensible,
kompetente Gesundheitsversorgung an
Trans* und nichtbinäre Personen zeigen sich verstärkt als Teil der Gesellschaft
und stehen selbstbewusst zu ihrer Identität. "Gleichzeitig nehmen
Diskriminierung und Hasskriminalität gegen die sogenannten LSBTIQ* Communities,
wie sich lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter* nichtbinäre und queere
Menschen zusammenfassend bezeichnen, zu", bedauert K* Stern diese Entwicklung,
die im Widerspruch zu einer demokratischen, liberalen, toleranten Gesellschaft
steht und zudem die Menschenrechte missachtet. K* Stern arbeitet unter anderem
als Dozent:in und Trainer:in und bringt Ergotherapeut:innen im Rahmen der
Akademie des DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) Wissen über trans* und
nichtbinäre Menschen näher. Ergotherapeut:innen unterstützen seit jeher die
Teilhabe von Klient:innen in allen Arbeits- und Alltagsbereichen und können
deshalb gezielt ansetzen: Bei der sozialen Teilhabe im Alltag, der psychischen
Gesundheit, der Begleitung einer Transition und dem Umgang mit
Diskriminierungserfahrungen.
Es ist keine Entscheidung, lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, inter,
nichtbinär und queer zu sein: Es ist ein Fakt, der auf etwa 11-12 % der
Bevölkerung in Deutschland zutrifft, so die Zahlen von IPSOS und Statista. Hinzu
kommen diejenigen, die (noch) keinen Anlass hatten, ihre Geschlechtlichkeit oder
Sexualität mit anderen beziehungsweise öffentlich zu teilen. "Wer zu sich selbst
steht, zeigt Stärke und Selbstakzeptanz", betont K* Stern.
Missachten ist strafbar: Grundrechte gelten für alle und sind zum
Minderheitenschutz da
Trans* oder nichtbinäre Personen sind zwar sichtbarer geworden, sie sehen sich
jedoch weiterhin unnötig und zu Unrecht oft mit Unverständnis, Ausgrenzung,
Diskriminierung und Gewalt konfrontiert. Das bestätigt neben anderen zuständigen
Behörden und Einrichtungen das BKA (Bundeskriminalamt) in seinem aktuellen
Lagebericht. Wer Gewalt ausübt oder andere ausgrenzt, macht sich strafbar;
solche Handlungen dürfen in einer demokratischen, liberalen, friedlichen und
freiheitlichen Gesellschaft keinen Platz finden. Dazu ist es nötig, jedweder
Form von Gewalt den Boden zu entziehen: Wer die (Menschen-)Rechte anderer
missachtet, darf sich nicht sicher fühlen. Übergriffe auf andere Menschen
stellen eine Verletzung des Grundrechts dar und sind kriminelle Taten. Niemand -
weder Betroffene noch Außenstehende - sollte davor zurückschrecken, sich zur
Wehr zu setzen, Hilfe zu holen, Zivilcourage zu zeigen und Anzeige zu erstatten,
angefangen bei Äußerungen und erst recht bei körperlichen Übergriffen. Der DVE
(Deutscher Verband Ergotherapie e.V.), der sich für Diversität einsetzt,
plädiert dafür, für mehr Sicherheit und geschützte Räume für trans* und
nichtbinäre Menschen zu sorgen, auch in Hinblick auf die Gesundheitsversorgung.
Fortbildung: vermittelt Ergotherapeut:innen Wissen zu trans* und nichtbinären
Personen
Der DVE bietet im Rahmen seiner Akademie entsprechende Fortbildungen für
Ergotherapeut:innen an. Dort erhalten die teilnehmenden Ergotherapeut:innen von
Dozent:in K* Stern zunächst Impulse für eine respektvolle und inklusive Sprache,
organisatorische Praxistipps sowie medizinisches, rechtliches und psychosoziales
Hintergrundwissen zu Geschlechtervielfalt. In der Folge beleuchtet K* Stern
Lebenssituationen von trans* und nichtbinären Menschen ebenso wie typische
Verläufe von Transitionsprozessen. Dabei werden nicht nur Herausforderungen
sichtbar, sondern auch die vielen Stärken von trans* Personen und die emotionale
Bedeutung einer Transition. Im Transitionsprozess gibt es immer zwei Seiten: Zum
einen die schönen, stärkenden Emotionen die aufkommen, wenn das Empfinden und
das Körperliche in Einklang kommen. Zum anderen tun sich gleichzeitig Hürden
auf: In der Transition kommt es immer wieder zu Diskrepanzen; Erklärungen werden
nötig, da das Äußere in den Augen der anderen nicht mehr zu dem alten oder noch
nicht zu dem neuen Namen in den Ausweisdokumenten passt. Das kann verstärkt zu
Missverständnissen und sogar zu Stresssituationen führen.
Erfolgsorientierte ergotherapeutische Therapieplanung für trans* und nichtbinäre
Personen: Perspektivwechsel + 360°-Blick
Es gehört zu den Grundprinzipien von Ergotherapeut:innen, dass eine Therapie
umso erfolgreicher ist, je mehr Gegebenheiten bekannt sind, die einen Einfluss
auf den Alltag ihrer Klient:innen haben. Unter diesem Gesichtspunkt geht es in
der Fortbildung von K* Stern außer um Strategien, die trans* und nichtbinären
Klient:innen helfen, prekäre Alltagssituationen geschickt zu meistern, auch um
die Therapieplanung. Ergotherapeut:innen berücksichtigen üblicherweise alles,
angefangen von persönlichen Ressourcen bis hin zu gesellschaftlichen
Einflussfaktoren. Doch welche Aspekte sind speziell für trans* oder nichtbinäre
Personen relevant und wie können diese Faktoren in die ergotherapeutische
Intervention einfließen? "Erst wer sich mit dem Alltag von nichtbinären Personen
oder trans* Frauen und Männern auseinandersetzt, kann deren Anliegen besser
verstehen", sagt K* Stern. Ein besonderer Fokus liegt also auf dem
Perspektivwechsel: In Selbsterfahrungseinheiten ermöglicht K* Stern den
teilnehmenden Ergotherapeut:innen, sich aus der Perspektive von trans* und
nichtbinären Menschen in alltägliche Situationen einzufühlen. Öfter einen
Perspektivwechsel einzunehmen - sprich, sich in die Situation anderer
hineinzuversetzen - empfiehlt sich ohnehin für alle Menschen und fördert das
gesellschaftliche Miteinander. Ebenso wie die Haltung, andere respektvoll zu
behandeln, so, wie man es sich selbst von anderen wünscht und erwartet.
Informationsmaterial zu den vielfältigen Themen der Ergotherapie gibt es bei den
Ergotherapeut:innen vor Ort; Ergotherapeut:innen in Wohnortnähe auf der Homepage
des Verbandes unter https://dve.info/service/therapeutensuche . Zum Podcast
gerne hier entlang: https://dve-podcast.podigee.io/ . Außerdem:
https://www.instagram.com/dve_ergotherapie/ und Deutscher Verband Ergotherapie
e.V. - DVE | Facebook
Pressekontakt:
Angelika Reinecke, Deutscher Verband Ergotherapie e.V. (DVE),
mailto:a.reinecke@dve.info
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/106910/6259445
OTS: Deutscher Verband Ergotherapie e.V. (DVE)
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